Thread: Genug ist genug

Das Pflegepersonal ist am Limit oder vielfach darüber hinaus. Kliniken gehen in den Notbetrieb. Schuld daran ist aber nicht etwa Corona, wie man meinen möchte, sondern ein grundlegender Fehler im Gesundheitssystem. Auch der Fachkräftmangel ist keine wirkliche Ursache für die gesamte Problematik. Nein, die Wurzel allen Übels ist hier schlicht die Fallpauschalen-Reform, die vor etwa zwanzig Jahren eingeführt worden ist, um Arbeitsabläufe zu straffen, und durch mehr Effizienz die Kosten zu drücken.

Klingt so erstmal nicht verkehrt, bis man zur Folge dieser ganzen Reform kommt. Weil dadurch jede Behandlung einen Preis bekam, der von der Krankenkassen bezahlt wird, galt ab dem Zeitpunkt der Einführung: je mehr Eingriffe, desto mehr Gewinn. In der Folge wurden nicht nur jede Menge Kliniken privatisiert, die Pflege, die wenig bis kaum Gewinn abwirft mutierte dadurch zum Kostenfaktor, den es für die Betreiber zu optimieren galt. Und so wurde am Personal gespart, Betten abgebaut und eines der besten Gesundheitssysteme der Welt zu einer Geldmaschine umstrukturiert, die viele unnötige Operationen bevorzugt, statt sich der Arbeit an den Patienten zu widmen.

Heute, zwanzig Jahre nach der Einführung, steht nicht nur der Gesundheitsminister, sondern auch der Rest der Gesellschaft vor einem Scherbenhaufen. Der Kollaps der Kliniken schreitet unaufhaltsam voran. Seine Folgen sind unübersehbar. Bleibt nur zu hoffen, dass die heute angekündigte Reform von Karl Lauterbach (SPD) schnellstmögliche Abhilfe schafft, bevor noch Schlimmeres passiert. Dazu folgt nun ein Thread unseres liebsten Twittermediziners @narkosedoc.

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Thread: Keine Lobby, keine Chance

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