Thread: Ihr stresst euch zu sehr rein

Triggerwarnung: Dieser Beitrag thematisiert (unerfüllten) Kinderwunsch, Schwangerschaften, Fruchtbarkeitsprobleme und Fehlgeburten. 

Kinder zu kriegen und beim Aufwachsen zu begleiten, gehört für viele zu den größten Sehnsüchten im Leben. Und es ist ja auch so einfach. In Filmen, Büchern oder Anekdoten: Einmal Sex, boom, ist jemand schwanger, ob nun beabsichtigt oder nicht. Die Lebensrealität scheint das zu bestätigen, Kinder, wohin man blickt. Gefühlt zumindest. Doch was man eben nicht sieht, ist die Tatsache, dass es für sehr, sehr viele Menschen nicht einfach ist, schwanger zu werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass bei 8 bis 10 Prozent aller Paare eine Unfruchtbarkeitsproblematik vorliegt. Übrigens: Männer und Frauen sind davon gleichermaßen betroffen. Dazu kommt, dass statistisch ungefähr ein Drittel aller Schwangerschaften in einer Fehlgeburt enden. Wie schmerzhaft diese Erfahrungen sind und wie unglaublich das Gefühl der Machtlosigkeit ist, wenn der eigene Lebensentwurf bröckelt, kann man nur schwer nachvollziehen, wenn man nicht persönlich betroffen ist. Es sollte sich von selbst verstehen, dass viele Menschen es vorziehen, nicht über dieses sensible Thema zu sprechen. Doch manchmal findet sich tatsächlich jemand, der verstehen kann, was man da durchmacht. So wie im Fall der Twitteruserin @klein_oho.

So reagieren andere User*innen:

Wenn man erst einmal die Kraft aufbringt, sich über den zum Teil sehr schwierigen Weg zum Wunschkind auszutauschen, wird man feststellen, wie verbreitet diese Problematik ist. Man wird allerdings auch sehr schnell bemerken, wie viele Menschen mit (ungewollt) toxischen Kommentaren Salz in die offene Wunde streuen. Allein unter diesem kurzen Thread sammeln sich viele User*innen, die Mut machen wollen, indem sie empfehlen, sich „einfach mal zu entspannen“. Immerhin habe das bei Person XY auch geholfen. So nett das vielleicht auch gemeint ist, wie genau soll dieser Ratschlag helfen? Ist irgendjemand absichtlich angespannt? Gäbe es einen Knopf, um Sorgen abzustellen, hätten wir ihn nicht alle schon in der ein oder anderen Situation gedrückt? Mal abgesehen, dass es nur ein anderer Weg ist, jemandem die Verantwortung für seinen unerfüllten Kinderwunsch in die Schuhe zu schieben, weil die Person einfach „zu unentspannt“ ist. Und was, wenn emotionale Aspekte überhaupt keine Rolle spielen? Umso wichtiger scheint es, dass Betroffene sich gegenseitig stützen und mit Empathie reagieren.

Schwächen zeigen können nur die Starken

Man kann das wahrscheinlich nur verstehen, wenn man es erlebt hat

Fragt doch stattdessen die Betreffenden, wie ihr ihnen helfen könnt, sich abzulenken

So ist es


Der Weg zum Wunschkind ist manchmal voller Hürden und Verzweiflung. Zum Glück muss man ihn nicht allein gehen:

Thread: Unerfüllter Kinderwunsch

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