Thread: Das Märchen vom Immuntraining

Es gibt leider sehr viele Menschen, die glauben, dass sie ihr Immunsystem durch bestimmte Mittel oder Training stärken können, etwa indem sie sich absichtlich infizieren oder in Eiswasser baden. Diese Vorstellung ist allerdings reine Fantasie und hat keine wissenschaftliche Grundlage. Das Immunsystem ist nämlich sehr gut darin, sich selbst zu stärken und sich an Krankheitserreger anzupassen. Wenn wir also krank werden, produziert unser Körper spezifische Antikörper, die darauf abzielen, diese zu bekämpfen und zu eliminieren. Diese Antikörper bleiben in unserem Körper und schützen uns vor zukünftigen Infektionen mit dem gleichen Erreger.

Bestimmte Mittelchen wie Joghurtkulturen und Brausetabletten helfen dabei eher nicht. Es gibt keine wissenschaftlichen Studien, die einen Effekt belegen. Das absichtliche Infizieren oder Sich-Aussetzen kann hingegen – und das ist erwiesen – schädlich sein. Indem man sich vorsätzlich infiziert, setzt man sich zudem einem unnötigen Risiko aus. Viel schlauer ist es, sich an die Empfehlungen der Gesundheitsbehörden zu halten, Impfangebote wahrzunehmen und Maßnahmen wie die Einhaltung von Hygienestandards und das Tragen von Masken zu befolgen.

Wer seinem Immunsystem darüber hinaus wirklich helfen will, der sollte auf eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, regelmäßige körperliche Aktivität achten und den Genuss von Tabak und Alkohol meiden oder zumindest stark einschränken. Um das Märchen vom „Immuntraining“ und wie unser körpereigenes Abwehrsystem wirklich funktioniert, geht es auch im nun folgenden Thread des Wissenschaftlers und Virusforschers Friedemann Weber. Aber lest selbst.

Das sagen andere User:

Danke für diese fachliche Einordnung. Wir würden uns wünschen, wenn das endlich auch in den Köpfen der „Immunschuld“-Argumentierer ankommt. Was die Leserinnen und Leser des Threads Treffendes zu sagen hatten, das haben wir hier für euch gesammelt:

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit! Wenn ihr mögt, schaut doch hier noch rein:

Thread: Warum man im ÖPNV eine FFP2-Maske tragen sollte

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