
Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder … Ach, wem machen wir was vor? Deswegen schreiben Manuela und Isumi hier jede Woche abwechselnd über die heranwachsenden Herausforderungen – ihre Kinder. Begleitet uns durch ein Leben zwischen Schuhebinden, Zahnputzkampf und Doktorspielen.
Bevor ich Papa wurde, hatte ich die Vorstellung, dass meine Kinder mal fernab jeglicher Geschlechterklischees aufwachsen würden. Ich stellte mir meine Tochter vor, wie sie mit einer vom Matsch besudelten Hose barfuß durch den Garten rennt und mit der Hand Fliegen fängt. Nun, wie soll ich das sagen, meine Tochter ist anders geworden. Sie liebt alles, was pink ist und glitzert, und verabscheut Schmutz und wildes Geschrei. Dafür liebt sie Gemüse, kann stundenlang in sich gekehrt lesen oder vertieft an einem Bild malen. Es genügt meistens eine ruhige Erklärung, und sie versteht, dass eine Grenze erreicht ist. Hier kommt eigentlich der Punkt, an dem ich mir stolz auf die Schulter klopfen könnte …
Und dann kam mein Sohn. Auch hier habe ich versucht, ihn möglichst frei von den typischen Klischeespielzeugen aufwachsen zu lassen. Das hat ungefähr vier Monate gehalten, dann trat der erste Spielzeugbagger in sein Leben und nach ihm noch unendlich viele mehr. Heute ist er ein wilder Junge mit dem Kopf voller Flausen. Jede ruhige Erklärung prallt an ihm ab, genauso wie jegliche Art von Gemüse und Obst. Ohne seine große Schwester würden mich vermutlich die Selbstzweifel fressen, doch so weiß ich: Kinder haben nun mal ihren eigenen Kopf. Das beweisen auch unsere heutigen Geschichten aus dem Familienleben. Viel Spaß und schöne Pfingsten!
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