Gebt das Hanf frei! – 18 Tweets über die Legalisierung von Cannabis

Eines vorneweg, wir wollen hier weder Drogenkonsum verharmlosen noch jemanden dazu animieren, Drogen zu nehmen. Allerdings gibt es seit vielen Jahren eine gesellschaftliche Debatte darüber, ob man Cannabis wieder legalisieren sollte. Und sie wird lauter, weil es immer mehr Länder gibt, die ihre Drogenpolitik in Bezug auf Hanf gelockert haben. Die Verbote und Stigmatisierungen sind tatsächlich Konstrukte der jüngeren Vergangenheit. Über einen großen Zeitabschnitt der Menschheitsgeschichte hinweg war die THC-haltige Pflanze nämlich nicht verboten, sondern gesellschaftlich etabliert. Sei es zur Herstellung von Textilien, als Medizin, zur Entspannung oder bei religiösen Ritualen. Und das bereits schon 7000 Jahre vor Christus!

Die ersten Verbote und Einschränkungen existieren dagegen erst seit den frühen zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Das längst widerlegte Märchen von der „Einstiegsdroge Nummer eins“ geht im Übrigen auf eine PR-Kampagne des FBI in den frühen 50er Jahren zurück. Mit dem Einheits-Übereinkommen zu Suchtstoffen von 1961, dem Übereinkommen zu psychotropen Stoffe aus dem Jahr 1971 und dem Übereinkommen der Vereinten Nationen von 1988 gegen den unerlaubten Handel mit Suchtstoffen und psychotropen Substanzen verabschiedete sich Cannabis weltweit endgültig aus der Legalität. Handel, Besitz und Konsum wurden in den meisten Ländern stigmatisiert, bekämpft und rigoros verfolgt. Gebracht hat dies jedoch alles nichts. Die auf falschen Informationen und moralischen Vorurteilen beruhende Gesetzgebung sorgte weder für einen Rückgang des Gebrauchs, noch konnte sie den Siegeszug als Nutzpflanze bremsen. Stattdessen kostete diese Politik Milliarden an Steuergeldern, lähmt bis heute die Mühlen der Justiz und spielt neben der Alkoholindustrie einem stetig wachsenden Schwarzmarkt in die Hände, der durch die Verbote eigentlich ausgetrocknet werden sollte.

Dazu birgt eben dieser Schwarzmarkt enorme Gesundheitsrisiken, die Cannabis selbst nicht in diesem Maße hat. Der Deutsche Hanfverband nennt Sand, Zucker, Glas oder Gewürze als Bestandteile, mit denen Marihuana und Hasch für den Straßenverkauf gestreckt werden. Manchmal werden auch geringe Mengen Heroin beigemischt oder es wird synthetisches Cannabis verwendet, um die Konsumenten stärker abhängig zu machen. Man kann die Prohibitionspolitik daher durchaus als gescheitert ansehen. Zudem ist es einfach auch unlogisch, das eine zu kriminalisieren, während auf der anderen Seite Alkohol und Tabak als Gesellschaftsdrogen legal und akzeptiert sind. Bis heute gibt es keinen bestätigten Todesfall durch Cannabis-Konsum, während im Vergleich dazu unzählige Alkohol-Tote und Raucher, die an Lungenkrebs oder einer COPD gestorben sind, als völlig normal gelten. Und dann gibt es da noch wirtschaftliche Argumente pro Legalisierung. Denn ein staatlich kontrollierter Abgabemarkt bedeutet sozialversicherungspflichtige Jobs und damit auch mehr Steuereinnahmen für den Staat. Dies lässt sich sehr gut in Ländern wie Kanada beobachten, die dahingehend sehr positive Erfahrungen gemacht haben.

Allerdings muss man bei aller Euphorie auch die Gefahren sehen. Im Moment konsumiert nur ein geringer Teil der deutschen Bevölkerung regelmäßig, was sich durch eine Freigabe natürlich ändern könnte. Dann drohen ähnliche Folgen wie bei Tabak- und Alkoholkonsum. Zu dem Risiko einer Abhängigkeit kommen nämlich auch die Gefahren von möglichen Depressionen, Angststörungen, Psychosen und Entwicklungsbeeinträchtigungen von Jugendlichen. Die physischen Schäden durch Cannabis fallen im Vergleich zu Alkohol und Tabak zwar vergleichsweise gering aus, jedoch ist das Thema Mischkonsum ein oft unterschätztes Problem. Insgesamt ist neben strenger Kontrolle eben einfach auch eine breite gesellschaftliche Aufklärung im Umgang mit allen Drogen gefragt. Und natürlich ist es naiv zu glauben, das Thema Schwarzmarkt hätte sich mit der Aufhebung des Verbots gänzlich erledigt.

Grundsätzlich ist ein Paradigmenwechsel zu begrüßen. Seit Jahr und Tag haben sich die Christdemokraten dagegen gesperrt. Dass die Chancen auf eine Legalisierung bei einer Ampelregierung gut sind, bedeutet aber auch nicht automatisch, dass sie kommen wird oder in dem Maße, wie die Mehrheit der Befürworter sich dies wünscht. Abgesehen davon ist diese Koalition auch noch lange nicht in trockenen Tüchern, ganz im Gegensatz zu den nun folgenden 18 topaktuellen Tweets zu diesem Thema, die wir hier für euch zusammengetragen haben. Wir wünschen gute Unterhaltung! Ach ja und: Legalize it!

#1: LOL

#2: Flach, aber guuut

#3: … weil es ein längst widerlegtes Argument ist

#4: Sehr meta, aber treffend

#5: Richtig so!

#6: Das wird leider oft vergessen (Bild anklicken)

#7: Deal!

#8: Und täglich grüßt der konservative Rainer

#9: Leider hat er es bislang noch nicht gemerkt

#10: Nicht alle Polizisten sind dagegen

#11: So sieht’s nämlich aus

#11: Stabil

#12: Das dürfte sie vermutlich überfordern

#13: Gute Frage

#14: Gab es noch nie

#15: Warum auch nicht?

#16: Sehr richtiges Argument

#17: Stichwort „Eigenverantwortung“

#18: Bitte nicht verwechseln

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit! Fressflash bekommen? Dann schaut mal hier rein:

Praline, Schoki und Co.: 15 wohlschmeckende Tweets über Süßigkeiten

Über den Autor/die Autorin