Thread: Ich ging in die Apotheke und fragte nach einer Salbe

Um es gleich vorweg zu sagen: Homöopathie ist keine Medizin. Statistisch ist seit 25 Jahren BEWIESEN, dass „es keine Hinweise für die Wirksamkeit von Homöopathie bei körperlichen Beschwerden gibt.“ Punkt. Das ist nur logisch, weil homöopathische Mittel in der Regel keinerlei nachweisbare Mengen an Wirkstoff beinhalten. Wer das nicht glaubt, sollte sich unbedingt über die Herstellung von Globuli informieren. Viel Spaß und liebe Grüße an das „Wassergedächtnis“!

Die Tatsache, dass dennoch große Verwirrung und Unsicherheit herrschen, zeigt nur, wie schlecht das wissenschaftliche Grundverständnis in Deutschland verbreitet und wie mächtig die Zuckerkugel-Lobby ist. Fakt ist: Die „Wirkung“ von Homöopathie ist wissenschaftlich genauso wenig umstritten wie die Existenz von Monstern unter dem Bett. Es gibt sie nicht, man kann sie nicht messen. Und doch funktionieren sie bei einigen Wenigen (!!!) – indirekt! Das ist der Placeboeffekt. Wer aus der Tatsache, dass es manchen Menschen mit Globuli besser geht als ohne, eine „Heilwirkung“ als bewiesen ansieht, leitet aus Angst im Dunkeln auch die Existenz von Monstern ab.

Zur Erinnerung: Wenn man 100 Erkrankten eine wirkungslose Tablette (eben einen Placebo) gibt und 100 Erkrankten eine mit dem medizinisch nachgewiesenen Wirkstoff, ohne zu verraten, wer sich in welcher Gruppe befindet, dann wird es in der Placebogruppe Menschen geben, die sich besser fühlen und dies der Wirksamkeit der Tablette zuschreiben. Das Problem ist, dass der Placeboeffekt keine zuverlässige Größe ist und es niemals mit nachweisbar funktionierenden Arzneien aufnehmen kann. Dass man diese Dinge nicht miteinander verwechseln sollte und was passiert, wenn man es doch tut, zeigt der Thread von Twitteruser Erik Flügge.

Das sagen andere User*innen:

Wie kann es sein, dass Apotheken Produkte ohne Wirkungsnachweis verkaufen – ohne den Kunden entsprechend in Kenntnis zu setzen? Ist es die Erfahrung, dass viele Menschen sich homöopathische Mittel wünschen? Ist es fehlende Informiertheit? Oder geht es darum, möglichst hohe Gewinne zu erzielen und die fehlende medizinische Wirkung dafür in Kauf zu nehmen? Die Twitteruser*innen haben zu diesem Thema ihre eigenen Meinungen und Erfahrungen. Wir haben die treffendsten Kommentare für euch zusammengefasst.

Hex Hex

Das Stichwort lautet Aufklärung!

Ganz tief in der Nachweiskiste gekramt

Leider kein Einzelfall

Faktor Zeit und Faktor Geld


Wir erwarten von Apothekerinnen und Apothekern, dass man ihrem medizinischen Sachverstand vertrauen kann. Deswegen ist die Weitergabe homöopathischer Produkte ohne Hinweis so problematisch. Wenn Expert*innen nicht wissenschaftlich fundiert informieren und beraten, ist es kein Wunder, dass wirkungslose Produkte dorthin gelangen, wo sie nichts verloren haben und wo nur Platz für effektiv helfende Pharmazeutika sein sollte: in die Hände ernsthaft Erkrankter.

Mehr über den Leidensweg von Menschen, die sich auf Homöopathie verlassen haben, gibt es hier zu lesen:

Thread: Wie die Homöopathie bei uns einzog

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