Thread: Sprecht mit euren Kindern und benennt Körperteile und Geschlechtsorgane korrekt

Triggerwarnung: Dieser Beitrag thematisiert sexuellen Missbrauch an Kindern!

Es ist ein Thema, dass uns als Redaktion, als Mitglieder dieser Gesellschaft und natürlich als Eltern nicht kalt lässt. Allein im Jahr 2021 wurden knapp 17.500 Fälle, in denen Kinder Opfer sexuellen Missbrauchs wurden, polizeilich erfasst. Die Dunkelziffer? Naturgemäß gehen die Schätzungen hier auseinander. Das Bundeskriminalamt geht von Faktor 15 aus, die Wissenschaft gar von Faktor 20. Das heißt, dass die Zahl missbrauchter Kinder vermutlich irgendwo zwischen 262.000 und 350.000 lag. Allein im Jahr 2021!

Die Feinde dieser Kinder sind die Menschen, die sich an ihnen vergehen. Aber auch eine Gesellschaft, die schweigt. Die sich lieber im stillen Kämmerlein schämt. Eine Gesellschaft, in der an jeder Bushaltestelle und in jedem Browser-Tab leicht bekleidete Menschen für sämtliche Produkte und Dienstleistungen dieses Planeten werben, aber die Schwierigkeiten hat, Körperteile akkurat und unverkrampft zu benennen. Penis. Vulva. Vagina. Hoden. Scheide. Dabei sind eine offene Kommunikation und eine schambefreite Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper so wichtig! Am besten natürlich von klein auf – wie der Thread von Twitteruserin @MammaSnigill wieder einmal zeigt.

So reagierten die User*innen:

In den letzten Jahren rüttelten immer wieder Kindesmissbrauchsskandale an den Grundfesten unserer Gesellschaft. Statistisch finden die meisten Übergriffe im familiären Radius statt. Und doch gibt es zahlreiche Beispiele, die nahelegen, dass struktureller Missbrauch in Deutschland einen Nährboden findet. Es ist dringend geboten, dass wir diese Strukturen durchbrechen und aufarbeiten. Ziel der Aufarbeitung ist eben auch, den Blick für Missbrauch zu schärfen und Übergriffe künftig zu verhindern. Durch eine offene Kommunikation und Abbau von Scham, durch Wahrnehmen und Achten kindlicher Bedürfnisse und auch durch unsere Sprache. Dass der Thread von @MammaSnigill einen Nerv getroffen hat, fanden auch die Twitteruserinnen und -user. Wir haben wie üblich die wichtigsten Kommentare zusammengefasst.


Viele Erwachsene sind mit schambehafteter Kommunikation aufgewachsen und tun sich folglich schwer damit, diese zu überwinden. Genau aus diesem thematisieren wir diese Dinge immer wieder und versuchen damit unseren Teil, eine neue unverkrampfte Normalität zu schaffen. Lasst uns gemeinsam daran arbeiten!

Von Scham, Vorurteilen, Übergriffigkeit und schlechter Kommunikation handelt auch der folgende Thread:

Thread: Mädchen in Shorts

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