Thread: Ich bin Kundenbetreuer im Nahverkehr und möchte mal etwas loswerden

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wird oft gescholten und verhöhnt. Logisch. Immer dort, wo das Prinzip simpel ist, ist eben auch die Fallhöhe enorm. Man kennt das vom FußballJetzt mach doch endlich mal das Ding rein! Hopp, hopp, Mensch, direkt vor dir! Muss ich’s dir aufmalen oder was? So ähnlich ist es eben auch bei den ÖffisNa los, Tür auf, Leute rein, Abfahrt! Meine Güte, wie schwer kann das sein?

Tja, um ehrlich zu sein, wir wissen auch nicht, wie schwer es ist, Tausende Busse, U-Bahnen, Straßenbahnen und diverse andere Verkehrsmittel mit rund 20 Millionen Fahrgästen pro Tag zu koordinieren, aber irgendetwas sagt uns: Wir wollten das auch nicht machen, nee, nee. Und ganz besonders nicht, wenn das System – so wie aktuell durch die temporäre Einführung des 9-Euro-Tickets – aus dem Blauen heraus an seine Belastungsgrenzen gebracht wird. Und klar, Verspätungen, Planänderungen, überfüllte Strecken oder Ausfälle nerven uns genauso wie alle anderen auch. Was aber wirklich gar nicht geht, ist der Verlust jeglichen Respekts im menschlichen Miteinander. Kundenbetreuer und Twitteruser @PodToGo kann aktuell ein Lied davon singen.

So reagieren die User*innen:

Es ist eine gute Sache, sich von Zeit zu Zeit in die Schuhe seines Gegenübers zu stellen und das Ganze mal aus dessen Warte zu betrachten. Was Menschen aushalten müssen, die den ganzen Tag im Kundendienst, im Service, an der Kasse oder in anderen Berufen mit engem Personenkontakt arbeiten, ist nämlich schwer vorzustellen, wenn man das Vergnügen hat, sich beruflich in erster Linie mit seinem Rechner herumzustreiten. Die Twitteruser*innen waren @PodToGo jedenfalls ziemlich dankbar für seine offenen Worte und sprachen ihm viel Anerkennung zu. Vielleicht hilft sein Thread uns allen, in der nächsten Situation besser zu reagieren.


Weil es ohne euch ganz anders laufen würde:

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