
Wann ist es eigentlich aus der Mode gekommen, für das eigene Handeln Verantwortung zu übernehmen und die entsprechenden Konsequenzen zu tragen? Irgendwann sollte doch jeder von uns in seiner Erziehung mit auf den Weg bekommen haben, dass man für eigene Fehler einsteht – auch wenn dies manchmal schmerzhaft ist oder einem verständlicherweise schwerfällt. Die meisten von uns bekommen die Sache doch ansonsten eh nicht so richtig aus dem Kopf, und es beschäftigt einen viel länger, als es die Sache wert ist.
Und dennoch wird das eigene Fehlverhalten heute nicht selten relativiert oder gar versucht, es jemand anderem in die Schuhe zu schieben. Eigentlich bin ja überhaupt nicht ich schuld, sondern der! Irgendwie plausibel klingende Gründe für unser eigenes Gewissen finden wir dafür doch immer. Die heutige Beichte aus dem Arbeitsleben eines Reddit-Users befindet sich passend dazu irgendwo zwischen „Ich kann nichts dafür“ und „Ich weiß, dass es meine eigene Schuld ist“, was die ganze Sache jedoch nicht unbedingt einfacher macht. Was sagt ihr dazu?
Dienstagabend ging es mir dann schon ziemlich beschissen und Mittwochmorgen war komplett vorbei. Ich habe meinem Vorgesetzten morgens eine Mail geschrieben, dass ich krank bin.
Die Ausschreibung habe ich vergessen und die Frist ist abgelaufen. Nachträglich können keine Angebote mehr eingereicht werden. — 3/4
Kommentare und Reaktionen:
Eine heftige Geschichte, oder? Klar, dass wirklich niemand (ich eingeschlossen) in der Haut des Reddit-Users stecken möchte. Neben aufbauenden Worten äußert die Community jedoch auch ihr Unverständnis und den klaren Unmut über das Geschehnis, das durchaus vermeidbar gewesen wäre.
Verantwortungsflucht statt Fahrerflucht?
Gute Frage!
Nur verständlich
Deine Frage am Ende macht glaube ich keinen Unterschied in der Bewertung der Sachlage. Ist egal, wie hoch die Chancen auf Auftrag gewesen wären. Wie du richtig schreibst: Kernproblem ist das Lügen über die Abgabe. Bin kein Arbeitsrechtler, aber wenn ich der Chef wäre, würde ich alles dafür tun, OP nun loszuwerden.
Überhaupt nicht nachvollziehbar
Klingt bitter, aber JA
Am Ende kommt eh alles raus
Warum hast du denn am Dienstag nicht einfach gesagt, dass das Ding zu 99% fertig ist und du es Mittwoch abschickst? Das hätte zumindest noch die Möglichkeit gegeben, dass jemand rein fasst.
Ich glaube ich würde tatsächlich den Chef anrufen und beichten. Kind ist im Brunnen. Hilft jetzt nichts, Vogelstrauß zu spielen. Hole dir den Einlauf ab, den du verdient hast. Dann weiß der Chef Bescheid und du hockst nicht das ganze Wochenende da und machst dir Gedanken. Dem Gespräch ausweichen kannst du eh nicht.
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