Warum uns diese Branchengeheimnisse sprachlos machen

Adobe Stock / Twitterperlen Illustrations

Dass zwischen Wunsch und Wirklichkeit meist Welten liegen, ist alles andere als ein Geheimnis. Klar würden wir uns alle wünschen, jetzt sofort einen Arzttermin zu bekommen und nicht wochen- oder gar monatelang warten zu müssen. Doch die Realität ist aus mal mehr, mal weniger nachvollziehbaren Gründen eben eine andere. Ähnlich verhält es sich mit den (falschen) Vorstellungen, die wir von Berufen haben. Branchen, in die wir selbst nur wenige oder oberflächliche Einblicke erhalten und uns daher nur ausmalen können, wie es dort zugeht.

Threads-User @valenfinoo hat seine Community daher dazu aufgerufen, aus ihrem Berufsleben auszupacken. Und zwar über offene Geheimnisse aus den Branchen der Followerinnen und Follower, die die breite Öffentlichkeit schockieren würden. Und Achtung, Spoiler: Manche dieser Geheimnisse sind tatsächlich so offen, dass man sich das schon irgendwie so denken konnte. Auf die ein oder andere Offenbarung hätten wir hingegen lieber verzichtet. Warum, das erfahrt ihr nun in folgendem Beitrag.

Was ist ein offenes Geheimnis in deiner Branche oder deinem Beruf, das die breite Öffentlichkeit schockieren würde?

In der Tat ein recht offenes Geheimnis

Wir Lehrer mögen bestimmte Kinder lieber als andere. Wir müssen manchmal unsere gesamte Professionalität aufbieten, um das nicht durchscheinen zu lassen.

Erschreckend, aber irgendwie auch total nachvollziehbar

Kein Krippenkind (meine Erfahrung aus 15 Berufsjahren) ist nach den paar Wochen Eingewöhnungszeit zu 100% in der Kita angekommen. Es wird monatelang jeden Tag nach Mama oder Papa geweint. Beim Essen, beim wickeln, in der Freispielzeit, beim einschlafen... würden wir wirklich im Interesse der Kinder arbeiten, würde die Fremdbetreuung erst ab zwei Jahren beginnen und die Eingewöhnung deutlich länger dauern ⬇️
Als Bsp die Wiener Krippenstudie (Institut für Bildungswissenschaften Wien). Dort hat man im Rahmen der Studie den Level des Stresshormons der Krippenkinder gemessen, und der entsprach dem Stresslevel eines Managers, der 60 Stunden die Woche arbeitet. Dazu dann die Geräuschkulisse, die so hoch ist, dass die Erzieher eigentlich mit Gehörschutz arbeiten müssten... und im Gegensatz zu Erwachsenen auf der Arbeit können die Kids nicht nach zwei Minuten Pause fragen, um mal kurz alleine durchzuatmen

Zur Sicherheit lieber mal ein Backup machen

Es ist gruselig auf was für wackeligen Beinen die meisten IT Landschaften stehen und wie wenig Plan verantwortliche davon haben.

Die bittere Wahrheit

"Diese Seite oben" oder "Vorsicht: Glas" wird ignoriert. Die Fracht wird so verladen, dass möglichst viel, möglichst kompakt transportiert werden kann. "Wir haben Sie nicht zu Hause angetroffen" obwohl du den ganzen Tag auf deine Sendung gewartet hast: Wir sind überlastet, und (Abholungen bei) Grosskunden sind wichtiger als (Ausliefern an) Privatpersonen.

Dieses "wir haben Sie nicht angetroffen" macht mich richtig aggressiv. Ich habe durchaus Verständnis für "es hat heute leider nicht geklappt, da der Arbeitstag zu Ende war" oder für "tut uns leid, wir standen im Stau" oder was auch immer realitätsnah ist. Gebt einfach zu, dass ihr's verkackt habt und gut ist. Aber lügt nicht rum als ob es an mir gelegen hätte. (diese Nachricht geht insbesondere an Hermes und natürlich nicht an dich persönlich glutworte)

Das spürt man als Kunde leider nahezu täglich

Es wird viel Wert auf Vertrieb und Verkauf gelegt, aber nicht auf Kundenservice oder Problemlösung.

Nur nicht ins Krankenhaus müssen

Nichts ist keimiger, als ein Krankenhausboden. In Lagerräumen auf Station wird es oft deutlich wärmer (Sommer), als es sein sollte, wenn dort Medikamente lagern. Niemand desinfiziert sich die Hände so oft und vor allem so gründlich wie nötig. Seit Generalisierung der Ausbildung, werden Pflegekräfte mit viel zu wenig Wissen auf Patienten losgelassen. Dein Überleben hängt ggf daran, wie viel Druck die Pflegekraft dem Arzt macht, sich mit dir zu befassen.

Na dann mal Prost!

Die meisten alkoholischen Getränke (ausgenommen Bier) mit einem Alkoholgehalt von unter 6%, wurden für Gen Z entwickelt. Man hat dafür Erkenntnisse aus der Tabakbranche herangezogen und entsprechend Produkte entwickelt, die zwar keinen zusätzliche Zucker enthalten, aber geschmacksintensiv sind und der Alkohol quasi gar nicht geschmeckt werden kann.

Verrückt, oder?

Das man bei Parfüms der Preis oft so hoch ist wegen der Verpackung ist. Parfüm ist sehr günstig wegen dem großen Alkohol Anteil. Aufwändige Glasflaschen kosten teilweise den Großteil (neben der Marge) des Preises

Hoffentlich ist es nicht wirklich so schlimm

Wieviele Gebäude, in denen täglich 100er Menschen ein und aus gehen, Brandschutzmängel haben 😲

Das Berliner Landesnetz nickt zustimmend

Nach außen wird Datensicherheit beteuert, nach innen leider sehr oft nicht. Natürlich gibt es viele Unternehmen, die das richtig und gut machen, aber viele sagen es einfach nur. Selbst bei diversen Zertifizierungen wird halt für das Audit einmal ordentlich gemacht und dann wieder geschlampt bis zum nächsten.

Ab sofort stehenbleiben!

Ich arbeite bei der U-Bahn. Ich würde mich auf einer privaten Fahrt niemals hinsetzen, weil ich weiß, was hier jeden Tag und jede Nacht passiert. Trotz natürlich gründlicher Reinigung würde das bei mir zu viel Kopfkino verursachen.
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