Thread: Nachsitzen, Strafarbeit, Eckestehen und noch viel mehr – Bestrafungen aus unserer Schulzeit

Die gute Nachricht zuerst: Körperliche Züchtigung durch Lehrer:innen ist in Deutschland seit 1973 verboten. Und genau an dieser Stelle hören die guten Nachrichten auch schon auf. Man muss es sich einmal vorstellen: In der Schulzeit unserer Eltern und Großeltern war es völlig normal, dass Kinder von Pädagog:innen geschlagen wurden. Mit Stöcken. Mit Linealen. Mit Ruten. Mit der bloßen Hand. In Bayern sogar bis 1980. In Teilen der USA bis heute.

Aber auch nach dem Verbot der Prügelstrafe gab es „Korrekturmaßnahmen“, die mit dem heutigen Verständnis von Pädagogik wenig zu tun haben. Twitterin Christiane Gorius erinnert sich an Nachsitzen, Strafarbeit und Eckestehen. Ihre Follower haben ähnliche Erfahrungen gemacht – und schlimmere. Mehrfach taucht in dem Thread die Bemerkung auf, „es habe nicht geschadet“. Und doch hinterlässt es einen schalen Beigeschmack, sich vor Augen zu führen, wie selbstverständlich und gesellschaftlich akzeptiert es war, ein Kind – ein Grundschulkind! – über einen Zeitraum mit Blick zur Wand in eine Ecke zu stellen, um es für sein Verhalten zu bestrafen. Wir können nur hoffen, dass wir uns aus diesem Zirkel von Drangsalierung, Demütigung und emotionaler Übergriffigkeit lösen können. Denn wie soll ein Kind lernen und sich entfalten, wenn die Angst mit im Raum sitzt?

Thread: Erinnerungen an die Schulzeit

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