Thread: 30 Jahre in der NRW-Fleischindustrie

Corona hat gezeigt, was jahrelang ein offenes Geheimnis war. Die Fleischindustrie ist ein Wirtschaftszweig der Barberei. Deutschland ist seit Jahren einer der größte Schweine- und Hähnchenfleischexporteure auf dem EU-Markt und in arme Drittländer, während der inländische Verbrauch weiter sinkt. In den Entwicklungsländern zerstören wir damit sogar regionale Schlachtbetriebe, weil das industrielle Fleisch inklusive Transport so spottbillig ist.

Auf Kosten von Mensch- und Tierwohl werden die Gewinne bis zum Anschlag maximiert und das nicht nur bei Tönnies. Tiere verkommen allgemein zur atmenden Proteinmasse, die auf dem Weg ins Schlachthaus auch schon mal sterben kann, weil die Haltungsbedinungen so erschreckend niedrig angesetzt sind oder auf Freiwilligkeit basieren. Und auch sonst darf Fleisch hierzulande gerne mal im Müll landen. Hauptsache der Nachschub ist billig und gesichert. Die Arbeiter in diesen Betrieben werden als robotergleiche Billiglohnsklaven behandelt, denen am Ende auch noch der Coronausbruch untergeschoben wird. Warum der Arbeitsminister die Werkverträge erst zum 1. Januar des Folgejahres verbieten lässt, ist, angesichts der prekären Bedingungen in den Betrieben, nicht nachvollziehbar. Von der Landwirtschaftsministerin ist indes kein Aktionsmus zu erwarten. Lobbyarbeit sei Dank. Der Twitteruser @cihansugur hat versucht 30 Jahre, die seine Mutter in der NRW-Fleischindustrie gearbeitet hat, in dem folgenden Thread zusammenzufassen.

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