
Fehler machen wir alle irgendwann einmal im Leben. Manche von ihnen sind schnell vergessen, andere wiegen schwer und verfolgen uns noch Jahre später. Und dann gibt es da noch Entscheidungen, bei denen man schon im Moment des Handelns weiß, dass man gerade eine Grenze überschreitet. Trotzdem tut man es. Vielleicht aus Verzweiflung, vielleicht aus Gier oder weil man sich einredet, dass schon irgendwie alles gut gehen wird. Bis es eben nicht mehr gut geht. Und plötzlich steht man vor den Konsequenzen des eigenen Handelns und kann sich nicht länger herausreden.
Doch was passiert eigentlich danach? Wenn man Mist gebaut, das Vertrauen eines anderen Menschen missbraucht und sich selbst von einer Seite kennengelernt hat, die man am liebsten nie gesehen hätte? Natürlich ist es leicht zu sagen, dass Fehlverhalten Konsequenzen haben muss. Und selbstverständlich gibt es Dinge, die sich nicht einfach mit einer Entschuldigung aus der Welt schaffen lassen. Aber bedeutet ein schwerer Fehler automatisch, dass ein Mensch für immer auf diesen Moment reduziert werden sollte? Oder gehört es nicht auch zu unserer Menschlichkeit, anderen die Möglichkeit zu geben, es künftig besser zu machen?
Zwischen Verantwortung und Vergebung liegt manchmal ein ziemlich schmaler Grat. Denn eine zweite Chance zu bekommen, ist das eine. Sie sich anschließend auch wirklich zu verdienen, das andere. Die folgende Geschichte von Reddit zeigt, wie weitreichend eine einzige Entscheidung sein kann. Aber darüber lest und urteilt ihr am besten selbst!
Ich habe etwas getan, worauf ich nicht stolz bin.
Vor einigen Jahren habe ich bei meinem Arbeitgeber über mehrere Monate hinweg Geld veruntreut. Insgesamt waren es rund 5.000 €. Ich kann es nicht schönreden. Ich wusste genau, was ich tat, und es war kein einmaliger Fehler, sondern mehrere bewusste Entscheidungen. — 1/5
Irgendwann wurde ich von meinem Chef in sein Büro gerufen. Er hatte bereits alles vorbereitet. Fristlose Kündigung, Anzeige, das volle Programm.
Als er mich damit konfrontierte, habe ich sofort alles zugegeben. Ich hatte keine Ausreden. In diesem Moment wusste ich, dass ich meinen Job verlieren würde und vermutlich noch viel mehr.
Ich habe den gesamten Betrag zurückgezahlt und mit dem Schlimmsten gerechnet. — 2/5
Stattdessen passierte etwas, womit ich bis heute nicht gerechnet hätte.
Mein Chef sagte mir ganz offen, dass ich kriminelle Energie bewiesen und sein Vertrauen missbraucht hätte. Er hatte damit recht. Trotzdem gab er mir eine zweite Chance.
Er zerriss die Kündigung, verzichtete auf eine Anzeige, reichte mir die Hand und sagte sinngemäß, dass ich ab heute sein loyalster Mitarbeiter sein würde.
— 3/5
Das ist inzwischen lange her. Ich habe seitdem nie wieder etwas Vergleichbares getan und versucht, das Vertrauen zurückzugewinnen.
Trotzdem habe ich mich dafür nie aufgehört zu schämen.
Vor Kurzem ist die Geschichte wieder hochgekommen und seitdem denke ich ständig daran. Nicht wegen einer möglichen Strafe, sondern weil mir bewusst wird, wie viel Menschlichkeit mir damals entgegengebracht wurde.
Ich weiß, dass ich damals eine Grenze überschritten habe. Daran gibt es nichts zu relativieren. — 4/5
Ehrenmann
Schön gesagt
So hätte nicht jeder reagiert
Das ist mal eine Beichte!
Und was für ein krasser Chef das ist… allein die Aussage, ab heute seist du sein loyalster Mitarbeiter. Gänsehaut…
Vielleicht sprichst du mit deinem Chef mal über alles und zeigst nochmal Reue. Evtl gibt er dir die Absolution, die du brauchst, um mit dem Thema abzuschließen.
Wirklich stark
Nach all der Zeit, geh zu ihn nimm einen Kaffee mit, setz dich und bedank dich bei ihm für die Chance, dein Chef hat enorm viel Charakter bewiesen und solche Chefs sind unglaublich selten! Schau nach vorne, man lernt aus seinen Fehlern. Ändern kannst du es nicht mehr, aber es kann dir eine Lehre sein.
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