
Für die Liebe macht man manchmal Dinge, die man alleine vermutlich niemals machen würde. Man zieht in eine andere Stadt, nimmt womöglich einen Job an, den man eigentlich nicht wollte, gibt Geld für Dinge aus, die man sich selbst nie so gekauft hätte, und gewöhnt sich irgendwann daran, auf die eigenen Wünsche keine Rücksicht mehr zu nehmen. Ganz kritisch wird dieses Verhalten, wenn man dabei keine Kompromisse eingeht, sondern den Glaubenssatz vertritt, man müsse sich den eigenen Platz in der Beziehung verdienen. Mehr arbeiten. Mehr leisten. Mehr ermöglichen. Noch einen Wunsch erfüllen, noch einen Kompromiss eingehen, Hauptsache, die andere Person ist zufrieden.
Blöd nur, wenn man irgendwann feststellt, dass man selbst dabei ziemlich weit auf der Strecke geblieben ist. Denn eine Beziehung kann schließlich nicht dauerhaft davon leben, dass einer alles gibt und der andere trotzdem nicht glücklich wird. Wie weit dieser Gedanke gehen kann und was passiert, wenn man nach Jahren plötzlich merkt, dass man für die perfekte Beziehung eigentlich sein eigenes Leben umgebaut hat, erzählt der folgende User auf Reddit. Seine Geschichte ist gleichzeitig ziemlich bitter und ziemlich ehrlich. Interessant ist dabei auch der Blick in die Kommentare: Denn dort fällt das Urteil über seine Situation teilweise deutlich nüchterner aus. Viele sehen die Verantwortung vor allem bei ihm allein, aber das dürft ihr nun selbst lesen und beurteilen.
ich hab die erste genommen die sich für mich interessiert hat. das ist jetzt 19 Jahre her. ich war so perplex über die Tatsache dass sie mich will, dass ich zum Hund wurde. ich habe ihr alles erfüllt was sie wollte, Jahr für Jahr, egal wie bescheuert es neutral betrachtet war. Ich habe ihr 4.!!! Kinder gemacht, weil es ihr Traum war, habe dann keine Zeit mit Meinen Kindern verbracht, weil ich arbeiten sollte,.denn ihr Traum war es Zuhause zu bleiben. — 1/4
ich habe mich aufgearbeitet um ihr Wunsch nach einem schönen Haus zu erfüllen, obwohl ich eigentlich am liebsten Teilzeit gearbeitet hätte und Zeit mit den Kids und ihr verbracht hätte. ich habe Urlaube gebucht, die wir uns nicht leisten konnten um sie glücklich zu machen. Autos gekauft die sie wollte. umgezogen weil sie etwas anderes wollte. ich habe alles getan was man findet wenn Mann „ich will der Perfekte Ehemann und Vater sein“ googlet… — 2/4
heute hat sie mir eröffnet dass sie die Trennung will… ich enge sie ein, meine Erwartungen bauen Druck auf, das Geld reicht nicht für ihren Traum Urlaub und meine neuerlich geäußerten wünsche am die Beziehung und unser Leben sind „zu viel“… joa jetzt bin ich gefickkt… finanziell, emotional und allgemein… wünscht mir Glück — 4/4
Endlich frei?
Sag das mal den Unterhaltszahlungen …
Erwachsener Ratschlag
Geteiltes Leid
Hey OP, ich habe mich auch schon für die Frau aufgerieben. Nicht so lange wie du, aber mit ähnlichen Folgen und am Ende hat mich meine Frau nicht mehr geliebt, denn ich war angeblich an wirklich allem Schuld. Die Trennung war emotional erst mal schwer, aber als ich damit durch war, konnte ich mir ein neues Leben für mich aufbauen. Angefangen mit Sport, dann einen Freundeskreis aufgebaut, beruflich bisschen was verändert und eine neue, liebevolle Partnerin gefunden. Jetzt geht es mir viel besser als lange Zeit in der Ehe und das Verhältnis zu meinen Kindern hat sich massiv verbessert. Nimm dir Zeit für dich selbst, damit du Gefühle und Gedanken ordnen kannst. Kur, Kloster, Urlaub, you name it. Mach was du tun musst, um abzuschließen, das ist sehr wichtig für einen vernünftigen Neuanfang. Bleib stark, es lohnt sich.
Etwas hart formuliert, but I get the point
Wenn du so devot/opfermäßig warst, dass du dauernd nur das getan hast, was deine Frau wollte, anstatt selbstbewusst deinen eigenen Bedürfnissen Raum zu geben und ohne darüber zu reflektieren, was DU willst und was DIR gut tut, dann ist es leider unvermeidbar, dass du jetzt leidest. Es ist euer beider Verantwortung.
Ich wünsche dir eine möglichst „schmerzfreie“ Trennung und Scheidung. Alles Gute!
Er haut auf den Tisch (und hat nicht ganz Unrecht)
19 Jahre, in denen Du nicht geschafft hast, Deine Interessen und Wünsche zu formulieren.
19 Jahre, in denen Du nur passiv der Familie zugearbeitet, ohne selbst Entscheidungen zu treffen.
19 Jahre, in denen Du Dir kaum Zeit für Deine Kinder genommen hast.
19 Jahre, in denen Du zugesehen hast, wie Dein Leben in einer Weise an Dir vorbeizieht, die Dich unglücklich macht.
.. vielleicht hat ja sie den Falschen geheiratet.
Du bist herabwürdigend – auch Deinen Kindern gegenüber. Du hast nie Führung und Leitung angeboten, oder Deine Ansichten durchgesetzt. Du stehst nur im Nachhinein da und schiebst alles auf Deine Frau, als hätte sie Dich armen Wurm ausgesaugt.
Wenn sich das so für Dich anfühlt, dann sei doch einfach froh über die Trennung und nimm für Dein restliches Leben mit, dass Du lernen musst, für Dich selbst einzustehen und Verantwortung für den Lauf der Dinge in Deinem Leben zu übernehmen.
Ich finde es furchtbar, wie Du nach 19 Jahren so über Frau und Kinder sprichst, als wärst DU schon lange weggegangen.. und ihr die Schuld gibst.
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