Die Twitterperlen des Tages vom 11. Februar 2020

Es war schon reichlich spät, als es an die zerkratzte Holztür mit antikem Milchglasdekor klopfte, auf der mit großen goldenen Lettern der Name P. Amthor – Privatdetektiv prangte. Das Klopfen war so energisch gewesen, dass die Jalousie auf der Rückseite gegen das Glas schepperte.

Laut genug, um den Mann im Bürosessel aus seinen Tagträumen aufzuwecken. Dort hatte er es sich – mit beiden Füßen auf dem Schreibtisch, den Fedora ins Gesicht gezogen – mit einem Glas Apfelmost und einer Kaugummi-Zigarette in seinem Mundwinkel, gemütlich gemacht. Vor ihm ein sündhaft teurer Kristallaschenbecher und ein altes zerfleddertes Micky-Maus-Heft, neben der heutigen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Aus den Boxen des kleinen Radios drang Glen Millers Moonlight Serenade durch den Raum, der nach Staub, Mottenkugeln und Bohnerwachs duftete. An den Wänden des Büros zeugten Urkunden und Zeitungsartikel von seinen heldenhaften Erfolgen und ruhmreichen Taten. Sieger Bundesjugendspiele, Teilnahme am Verkehrserziehungskurs, Seepferdchen-Urkunde… dieser Mann war ein echter Teufelskerl. Ein Macher! Ein Held! Verbrecher nahmen sofort Reißaus, wenn sie sein markantes Aftershave, das wie eine Mischung aus Holzschutzmittel und Pistolenfett roch, auch nur witterten. Frauen schmolzen reihenweise dahin, wenn er keck seine Brille zurechtrückte und der Welt zuzwinkerte.

Das Klopfen an der Tür intensivierte sich. Sein Herz begann schneller zu schlagen. Gleich würde er „Herein!“ rufen und ein Klient, womöglich eine hübsche Klientin, würde durch die Tür eintreten und ihn bitten, einen schlecht bezahlten und auf den ersten Blick langweiligen, aber später durchaus spannenden Auftrag anzunehmen. Gleich, gleich war es soweit. Er war nur einen Schritt davon entfernt, sich Hals über Kopf in ein neues Abenteuer zu stürzen. Was würde ihn erwarten? Action, Adrenalin, Ruhm, Reichtum oder gar eine schlüpfrige kleine *Zwinky Zwonky* Romanze? Er setzte sich aufrecht in seinen Stuhl, rückte den Hut zurecht, zog sein Hemd glatt und richtete seinen Schlips. Gerade als er „Ja, bitte!“ rufen wollte, flog die Tür zu seinem Büro auch schon auf. Zu seinem Leidwesen betrat keine junge attraktive Frau den Raum, sondern ein Fahrradkurier.
„Philipp Amthor?!? Sach ma, ick klopfe hier seit 5 Minuten, du Vogel! Ick hab doch jenau jeseh’n dass de da bist. Hier für dich. Aber erst quittieren! Zack Zack! Ick muss weiter.“
„Was…was ist das?“ wollte der ansonsten so blitzgescheite Privatdetektiv entgeistert wissen. „Ich hab nichts bestellt.“

Ihr ahnt nun sicher, was jetzt kommt, oder? Philipp würde noch einen Moment lang überlegen müssen, was das alles mit ihm zu tun haben könnte, denn hier waren sie nun. Die 10 Twitterperlen des Tages.

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