
Wenn es bei uns zuhause ein Thema gibt, das die Wände zum Wackeln und die Gemüter zum Zerfließen bringt, dann ist es die familiäre Großbaustelle „Verantwortung“. Nehme ich dieses Wort in den Mund, sehe ich das Leben aus den Augen meiner Kinder schwinden, als hätte ich ihnen verkündet, den Router im Garten zu vergraben. Denn sie ahnen: Jetzt kommt wieder ein Vortrag. Zu Recht.
Das Thema ist meine Nemesis. Einerseits bewundere ich die salamanderhafte Wendigkeit, mit der sich meine Kinder vor jeder noch so kleinen Verantwortung drücken, andererseits bedeutet es natürlich, dass alles an mir kleben bleibt. Die Sachen auf der Treppe, die Trinkflaschen in den Sporttaschen, die Schulhefte, die ersetzt werden müssen, die Orga für Schulausflüge, die Koordinierung von Terminen. Und, und, und. Bei drei Kindern kommt da einiges zusammen. Und da mache ich nicht mit.
Ich will meinen Kindern beibringen, dass man Aufgaben sieht und übernimmt. Ohne Diskussion. Dass jemand anderes den Preis für die eigene Bequemlichkeit zahlt. Und dass es nicht ihr Recht ist, sich zurückzulehnen und die einzig anwesende Frau machen zu lassen. Und deswegen wackeln eben gelegentlich unsere Wände. Deswegen rufe ich meine Kinder wieder herunter, wenn ihnen ihr eigener Kram auf der Treppe entgangen ist. Und ich halte meine Vorträge.
Am Ende des Tages will ich dann eigentlich nur noch eins. Dass jemand anderes mal die Verantwortung trägt. Und natürlich die folgenden Anekdoten aus dem Familienleben!
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