
KI / Twitterperlen Illustrations
Geschmäcker sind so verschieden wie die Menschen selbst. Was den einen in Sekundenschnelle in völligen Heißhunger treibt, ist für andere geschmacklich kaum zu ertragen und verursacht unangenehme Gänsehaut. Gut so, denn wie langweilig wäre bitte beispielsweise ein Buffet, auf dem alle nur vom gleichen Teller naschen und dem traurigen Rest der Speisen von allen die kalte Schulter gezeigt wird? Ich für meinen Teil mag sehr viele Lebensmittel, von denen andere gar nicht genug bekommen können, so überhaupt nicht. Manchmal behaupte ich dann eher spaßeshalber – aber auch, um nervigen Diskussionen aus dem Weg zu gehen – mit einem Augenzwinkern, dass ich gegen dies oder das allergisch sei. Dann ist meist recht schnell Ruhe. Soll doch jeder einfach das essen, was ihm oder ihr schmeckt.
Dass dies jedoch teilweise gar nicht so leicht ist, wie es vielleicht klingen mag, zeigt die folgende „Beichte“ eines Reddit-Users. Dieser lebt nämlich seit mehreren Jahren vor seinen Freunden und Bekannten eine heimliche Lüge. Und diese heute irgendwie noch aufzulösen scheint noch schwieriger zu sein, als sie aufrechtzuerhalten. In diesem Sinne: Endlich Kartoffeln bei die Fische oder weiterhin den Mantel des Schweigens über den Kartoffelsalat hüllen?
Vor ein paar Jahren war ich bei Bekannten eingeladen und es gab selbstgemachten Kartoffelsalat. Ich weiß bis heute nicht, was genau schiefgelaufen war, aber er war wirklich schlimm. Sehr süß, gleichzeitig sauer und die Kartoffeln fast noch hart.
Die Gastgeberin saß direkt neben mir und fragte natürlich, ob er mir schmeckt. Statt einfach zu sagen, dass er nicht so mein Fall ist, kam aus meinem Mund: „Ich mag generell keinen Kartoffelsalat.“
Damit war das Thema erledigt. Leider waren mehrere Leute dabei, die ich bis heute regelmäßig sehe. Seitdem wird bei Treffen immer extra erwähnt, dass für mich etwas anderes da ist.
Ein Freund hat sogar einmal zwei verschiedene Beilagen gemacht, weil „du ja keinen Kartoffelsalat isst“. Das Problem ist: Ich liebe Kartoffelsalat.
Meine Mutter macht einen, von dem ich problemlos eine halbe Schüssel esse. Mittlerweile ist die Lüge so etabliert, dass ich mich nicht mehr traue zu sagen: Übrigens, Kartoffelsalat war nie das Problem. Es war nur dieser eine.
Also esse ich seit Jahren auswärts keinen Kartoffelsalat und lebe mit einer völlig unnötigen kulinarischen Identität, die ich mir selbst gebaut habe.
Kommentare und Reaktionen
Überraschenderweise zeigt sich die Community gänzlich solidarisch mit dem User und seiner Beichte. Mehr noch: Man gibt fleißig Ratschläge, wie das „Problem“ vielleicht doch noch zu einem guten (und leckeren) Ende für alle Beteiligten kommen könnte. Mahlzeit!
Ob das die Lösung ist?
Geschmäcker verändern sich. Vielleicht hast du ja festgestellt, dass du inzwischen doch Kartoffelsalat magst! (Und wenn nochmal einer nicht schmeckt, kannst du es vielleicht ehrlicher begründen.)
Pfui, Oliven!
Dies! Geschmack ändert sich alle 7 Jahre sagt man, ich hab früher Oliven gehasst, liebe ich heute. Du machst dich besonders beliebt, wenn du dir das nächste mal Kartoffelsalat nimmst, den probierst und sagst, dass das ja nie so dein Ding war, aber der hier is extrem lecker.
Wow, der traut sich was
Beim nächsten Grillabend ist das dein moment to shine – du sagst dann laut in die Runde „Ich glaube heute probier ich mal den Kartoffelsalat, der sieht sehr lecker aus!“ und dann klopfen dir alle auf die Schulter und finden es stark, wie mutig du warst!
Sabines Rache wird fürchterlich sein
Ganz ehrlich, nach ein paar Jahren wäre die Wahrheit wahrscheinlich viel lustiger als peinlich. „Leute, ich liebe Kartoffelsalat. Ich hatte 2019 nur Angst vor Sabine.“ Damit wäre das Thema doch sofort durch 😀
Aber das heißt doch Krapfen!
Mit Kartoffelsalat ist es fast so wie mit Berlinern/Kreppel usw. Es gibt sehr viele Varianten, ich mag auch nur die südliche, warme Variante mit Speck, Brühe und Essig. Ich war da immer ehrlich, sobald der Kartoffelsalat Majo gesehen hat bin ich raus.
Bitte per Video festhalten!
Ich würde das extrem hocheskalieren, bei einem Treffen mal total übertrieben sagen „ja, dann esse ich halt auch mal von eurem ach so tollen Kartoffelsalat!!!“ und dann mit großen Augen feststellen, wie lecker der schmeckt und was du all die Jahre verpasst hast!
Perfekter Plot-Twist
Das nächste Mal eine ganz kleine Portion Kartoffelsalat nehmen und dabei sagen, dass du mal was neues probieren willst, weil sich Geschmäcker ja verändern und irgendwas ja dran sein muss, wenn alle immer Kartoffelsalat essen.
Dann vorsichtig positiv reagieren. Ab da jedes Mal eine kleine Portion nehmen um rauszufinden wer von deinen Freunden guten Kartoffelsalat macht und bei wem man vorsichtig sein muss.
Letzter Schritt: deine plötzliche Liebe zu Kartoffelsalat entdecken.
Wirklich ganz sicher?
Falls meine Familie/Freunde das hier sieht, das war ich nicht. Ich mag wirklich keinen Kartoffelsalat. Und danke an meine Schwiegermutter, die immer einen extra Nudelsalat für mich macht 🫶🏻