
Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder … Ach, wem machen wir was vor? Deswegen schreiben Manuela und Isumi hier jede Woche abwechselnd über die heranwachsenden Herausforderungen – ihre Kinder. Begleitet uns durch ein Leben zwischen Schuhebinden, Zahnputzkampf und Doktorspielen.
Gestatten, Manuela Jungkind, Mutter, Redakteurin und Elektronik-Jägerin. Ich war auf vieles vorbereitet, als ich beschloss, Kinder zu haben. Auf aufgeschlagene Knie, angemalte Wände und Diskussionen um einzelne Gurkenscheiben. Dann kamen meine Kinder in das Display-Alter.
Es fing ganz unschuldig mit Hörbüchern an, dazu kam die Sendung mit der Maus und eines schönen Tages öffnete sich die Hölle und irgendjemand zeigte ihnen die panoptische Vollkatastrophe namens YouTube. Dazu kamen Onlinespiele, Minecraft-Podcasts und, und, und.
Ich weiß, ich weiß. Für jemanden, der den ganzen Tag durch die Abgründe der sozialen Medien spaziert, ist es doch einigermaßen bigott, seinen Kindern die Freuden der digitalen Zerstreuung zu verwehren. Deswegen erlaube ich ihnen kleine Portionen. Und ich diskutiere …
Mit ihnen. Gegen sie. Und seien wir ehrlich: Meistens hört nur die Wand zu. Je mehr sie sich nach Handys oder Tablets verzehren, desto inbrünstiger hasse ich sie. Und umgekehrt. Je mehr ich will, dass sie basteln, Bälle werfen, hämmern, über Gräben springen oder einen Baum hochklettern, desto mehr sehnen sie sich nach stumpfem Medienkonsum. Während ich Geräte verstecke, lernen sie, internetfähige Devices zu wittern wie ein Hai einen Tropfen Blut in einer Pfütze am anderen Ende des Planeten.
Es ist ein Teufelskreis, den alle Beteiligten mit Leidenschaft und in völliger Vorhersehbarkeit nähren. Sie sind zu dritt, ich bin allein. Auf ihrer Seite ist eine Welt voller Algorithmen, Dopamin und unerschöpflicher Spielereien. Ich dagegen winke mit einem Astrid-Lindgren-Buch und komme mir vor wie ein Schluck lauwarmes Leitungswasser.
Es ist ein argumentatives Aufrüsten, das ich verlieren werde, so viel ist absolut klar. Und das ist auch okay. Ich möchte sie nur noch ein paar Minuten länger vor diesem Wahnsinn beschützen. Die Kraft dafür ziehe ich aus den folgenden Anekdoten aus dem Familienleben!
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