Wenn ein Vater in der Apotheke mit klassischen Rollenbildern konfrontiert wird

Wie war das früher bei euren Eltern? Wer hat da die meiste Care-Arbeit übernommen? Wahrscheinlich werden hier 99 Prozent der Menschen dieselbe Antwort geben: die Mutter. Zum Glück ist in dieses Bild mittlerweile ein bisschen Bewegung gekommen. Es gibt immer mehr Väter, die ebenfalls Elternzeit nehmen oder dauerhaft Stunden reduzieren, um mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. In den meisten Familien dominiert aber trotzdem weiterhin das klassische Rollenbild.

Bei Threads-Userin @dr.elina_coach hingegen ist das anders. Ihr Mann kümmert sich hauptverantwortlich um die Kinder: Er bringt sie zur Kita, holt sie bei Krankheit ab und organisiert alles, was so zu einem Alltag mit Kindern dazugehört. Als er dann aber in die Apotheke geht, um ein paar Medikamente für den Sohn abzuholen, konfrontiert die Apothekerin ihn mit dem klassischen Rollenbild, was ihm überhaupt nicht gefällt. Wir haben die ganze Geschichte und die besten Kommentare aus der Community für euch gesammelt, die zeigen, dass es sehr wohl Männer gibt, die sich gleichberechtigt kümmern. Die Reaktionen, die sie von den Menschen um sich herum ernten, beweisen allerdings, dass das längst noch keine Selbstverständlichkeit ist.

Mein Partner bringt unseren Sohn jeden Morgen in die Kita. Wenn die Kita anruft, weil unser Sohn krank ist, wird meistens er zuerst angerufen. Wenn unser Sohn abgeholt werden muss, macht das meistens auch er. Letzte Woche hatte unser Sohn eine Augenentzündung. Mein Partner holte ihn aus der Kita, brachte ihn nach Hause und organisierte alles Weitere. Ich hatte an diesem Tag Dienst, mehrere Notoperationen und wusste, dass ich erst spät nach Hause kommen würde.

Also bat ich ihn, nach der Arbeit noch in die Apotheke zu gehen und ein paar rezeptfreie Dinge für unseren Sohn zu holen. Er kam direkt aus dem Büro, im Anzug und Hemd, in die Apotheke und sagte, was er brauchte. Und irgendwann meinte die Apothekerin sinngemäß: „Die Mutter weiß eben doch am besten, was das Kind braucht." Mein Partner fand den Satz überhaupt nicht lustig.

Denn in unserer Familie ist ausgerechnet er derjenige, der im Alltag wesentlich mehr von der Kinderbetreuung übernimmt als ich. Er kennt unseren Sohn sehr gut, wusste genau, was los war, und war einfach nur in der Apotheke, um etwas für sein krankes Kind zu kaufen. Und trotzdem hat offenbar ein einziger Blick gereicht, um die Rollen zu verteilen: Mutter weiß Bescheid. Vater führt den Auftrag aus. Ich glaube nicht einmal, dass die Apothekerin es böse gemeint hat.

Und genau das finde ich daran so interessant. Manche Rollenbilder sitzen offenbar so tief, dass wir sie benutzen, ohne überhaupt zu merken, dass wir gerade welche benutzen.

Und genau das ist Teil des Problems

Ich bin seit Jahren regelmäßig über das Wochenende Freunde aus der Ausbildungszeit besuchen und seit 3 Jahren arbeite ich in der stationären Jugendhilfe und trotzdem fragt meine Mutter mich jedes Mal, was mein Mann denn essen soll, wenn ich nicht da bin. Beim letzten Mal habe ich geantwortet: „Das letzte Mal, als ich nachgesehen habe hatte er noch gesunde Arme und Beine und normalerweise funktioniert sein Gehirn auch, er wird das schon schaffen."

Ehm, gar nicht?

Ich habe bei uns die Elternzeit übernommen. Beim Babyschwimmen war ich als einziger Mann wie ein Alien. Irgendwann so nach der dritten oder vierten Stunde wurde ich von einer Mama gefragt, wann denn die Mutter übernimmt, sie würde die gerne kennen lernen. Besagte Mama hat bis dahin kein Wort mit mir gewechselt gehabt.

Sie nerven nicht nur dich

Ich bin auch engagierter Vater und hatte 2 Monate Elternzeit. Na heute papatag ? Na passt der Papa heute auf ? Hat die Mama mal frei ? Nein Digga ich pass seit Tag 1 genauso auf. Steh nachts auf und mach ne Flasche Wechsel Windeln, bade, geh zum Kinderarzt für die U Untersuchungen. Es nervt einfach so sehr diese Rollenbilder

Es gibt auch Männer mit Geschmack

Das ist leider so. Wir haben keine Kinder, allerdings trotzdem klare rollenklischees erlebt. Mein Mann ist Möbeltischler. Ein sehr guter mit sehr guten Blick für Details und generell tollen einrichtungsideen. Und dennoch hören wir immer: na, hat sie sich mit ihren guten Blick durchgesetzt? Ja, wenn Frauen beim Mann einziehen, muss meist ja alles ausgetauscht werden weil sie den besseren Blick hat. Ne. Unsere Möbel hat er aus eigenem Antrieb designed und gebaut. Ich war bloß Nebendarstellerin.

Von wem denn sonst?

Ich finde es manchmal amüsant, wie tief das geht. Letztens mit Nachbarn gesprochen. Kind wurde grade für das hochbegabtenzentrum in Mathe vom Klassenlehrer vorgeschlagen. Er konnte schon mit 3 rechnen und Zahlen lesen. Sagt der Nachbar „hat er bestimmt von Papa“. Ich musste so laut lachen. Mein Mann kann nicht mal einen Dreisatz erklären, geschweige unsere Steuererklärung machen. Ich hab übrigens in meinem BWL Studium alle Mathe-Klausuren mit 1,0 bestanden. Aber egal

Das wäre doch eine schöne Antwort gewesen

Das kenne ich: meine Frau arbeitet Vollzeit ich in Teilzeit. Morgen wenn die Kinder zur Schule müssen ist meine Frau meistens schon los oder aus der Nachtschicht noch nicht zurück. Abends zur Schlafenszeit verhält es sich ähnlich. In der Apotheke bekam ich vor zwei Monaten dann: „ihre Frau weiß sicher die Dosierung“ für eine Medizin. Habe das mit einem Lächeln bejaht. Natürlich weiß die die Dosierung, schließlich fragt sie mich mindestens einmal die Woche wenn sie mal dran ist

Finde den Fehler!

Eigentlich sind wir im Wechselmodell, aber aufgrund Probleme der Mutter verbringt der bald 3-jährige eher 60-70% der Zeit bei mir. Er hat seinen Hauptwohnsitz bei mir, ich stehe überall als erste Kontaktperson drin... Ratet mal wer meist kontaktiert wird?

Die Gesichter hätten wir gerne gesehen

Meinem Mann war wichtig, dass ich bald nach der Geburt wieder meine Hobbies aufnehmen kann, was mit Abpumpen auch sehr gut geklappt hat. Da kam dann oft der Spruch: "ja und wo ist dein Kind, wenn du hier bist?". Wir haben dann immer geantwortet: "schläft gerade im Auto". Dass das Kind bei seinem Vater sein könnte ist für manche einfach unvorstellbar.

Grob fahrlässig

Mein Alltag in der Notaufnahme. Gefühlt (!) 90% der Väter auf die Frage nach Medikamenten, Vorerkrankungen, Allergien, Impfungen, ect. „Weiß ich nicht. Muss ich meine Frau fragen."

Berechtigter Punkt

Es nervt einfach. Wir haben 2 Erstis. Natürlich wollten die Lehrkräfte unsere E-Mail Adressen haben. Von BEIDEN Elternteilen. Ratet wer als einzige die mails erhält und extra fragen musste ob man den Papa bitte auch zum Verteiler hinzufügen kann. Es wird ihnen teilweise einfach schwer gemacht sich selbstständig zu kümmern wie soll er Dinge allein erledigen wenn alles über mich läuft.
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