Warum es Männer nicht bereuen, kinderlos geblieben zu sein

Es gibt eine Frage im Leben, die entscheidender für dessen restlichen Verlauf sein dürfte als alle anderen. Eine Frage, die so simpel klingt und zumindest auf den ersten Blick doch recht einfach zu beantworten ist: Kinder, ja oder nein? Spätestens in einer Beziehung sollte man sich diese Frage gemeinsam stellen – und im besten Fall auch irgendwann zusammen beantworten, egal wie die Antwort auch ausfallen mag. Denn am Thema Familienplanung hängt einiges dran, wobei wir hier nun nicht wieder bei Bienchen und Blümchen beginnen möchten.

Geht man nach den jährlichen Geburtenraten – die seit geraumer Zeit rückläufig sind –, so beantworten die Deutschen die Kinderfrage immer häufiger mit Nein. Die Gründe dafür sind so verschieden wie die Menschen selbst, und ich möchte in diesem Beitrag auch gar nicht im Einzelnen darauf eingehen, daher nur so viel: Die Politik in diesem Land ist vorsichtig ausgedrückt wenig familienfreundlich. Sparmaßnahmen belasten meist in erster Linie Familien, wohingegen man sich an die wirklichen Vermögen seitens des Staates nicht herantraut – oder nicht herantrauen will. Es mangelt gerade in Großstädten seit Jahren an ausreichend Betreuungsangeboten und bezahlbarem Wohnraum, unsere Schulen sind teils in einem erschreckenden Zustand, und die Bedürfnisse von Kindern (und Eltern) müssen sich nicht erst seit Corona meist ganz hinten anstellen.

Doch zurück zum eigentlichen Thema: Reddituser Boandl1985 hat Männer gefragt, ob diese ihre Lebensentscheidung, bewusst kinderlos zu bleiben, denn manchmal bereuen würden. Die besten und ehrlichsten Antworten auf diese Frage lest ihr jetzt!

An die Älteren unter euch, die bewusst kinderfrei geblieben sind: Bereut ihr eure Entscheidung manchmal? Guten Morgen zusammen, mich würde die Perspektive von Menschen interessieren, die sich bewusst gegen Kinder entschieden haben — besonders von denen, die schon etwas älter sind. Habt ihr diese Entscheidung irgendwann bereut oder gab es Phasen, in denen euch etwas gefehlt hat?

Vielleicht einen bestimmten Moment, in dem ihr euch doch Kinder gewünscht hättet? Oder würdet ihr euch rückblickend wieder genauso entscheiden und seid nach wie vor froh mit eurem kinderfreien Leben? Mir geht es nicht darum, eine Entscheidung zu bewerten — ich würde einfach gerne ehrliche Erfahrungen und unterschiedliche Sichtweisen hören. Danke euch! 🙈

Etwas Wichtiges gleich zu Beginn

Ich möchte mal als Vater eine Lanze für die Menschen brechen die KEINE Kinder bekommen und so reflektiert sind bei ihrer Meinung zu bleiben. Ich finde das stark und richtig! Kinder sind einen Haufen Aufwand, egal welcher Natur und man kann eben NICHT sagen "Lass mal probieren wenns nix is dann lassen wir es wieder". Ich finde es sehr reif zu sagen, dass man das eben nicht kann/will/möchte. Besser als die Menschen die aus Gesellschaftlichem Druck Kinder bekommen und dann ihr Leben hassen.

So ist es wohl

Die meisten haben keine richtige Vorstellung davon, wie anstrengend und zermürbend ein Kind sein kann. Da muss man mit absoluter Hingabe am Start sein und im besten Fall viel familiäre Unterstützung bekommen, besonders in den ersten Jahren.

Völlig in Ordnung

Ich bin zwar eine Frau, habe aber in meinem Umfeld bei Leuten jedes Geschlechts eine gewisse Beobachtung gemacht. Die Leute die sich wirklich aktiv dagegen entschieden haben, weil sie einfach keine wollten sind damit zufrieden. Hat das aber irgendeinem externen Grund, z.B. der Partner wollte keine Kinder und man hat halt mitgemacht, weil man nicht allein sein wollte bzw. Es einem egal war, oder durch den Job ist es sich nie ausgegangen, es hat nie mit der Schwangerschaft geklappt etc. bereuen die meistes es extrem. Ein Nachbar von mir erzählt jedes Mal wenn er trinkt wie gerne er Kinder gehabt hätte, aber seine Karriere einfach Priorität hatte.

Warum kann man diese Entscheidung nicht einfach jedem selbst überlassen?

Nicht eine Minute. Mir ist klar, dass ich ein schlechter Vater wäre also hab ich es gelassen. Das einzige das nervt, sind Menschen die einem erklären wollen was man nicht alles verpasst oder das man doch blöd ist keine Kinder zu wollen. Ist eine Entscheidung, die von der Gesellschaft i.A. nicht besonders gut und verständnisvoll aufgenommen wird.

Gut so, wie es ist

Ich kenne seltene Phasen, in denen der Gedanke da ist, dass eine jüngere Minime-Version von mir sicher ganz witzig wäre. Gerade in der Ausübung meiner zahlreichen Hobbys gibt es Momente, in denen ich mir wünsche, ich könnte diese Zeit auch mit einem eigenen Kind verbringen. Der Gedanke hält aber selten länger als ein paar Augenblicke an, also keine echte Reue, sondern lediglich ein romantischer, minimaler Impuls, der schnell wieder verschwindet. Dann atme ich auf und bin froh darüber, meinen Wunsch genau so umgesetzt zu haben.

Ist das schon Glück im Unglück?

M38 nö. Und wenn ich meine letzten beiden Beziehungen anschaue bin ich auch froh das ich ne vasektomie hatte und da jetzt im Nachhinein keine kinder im spiel sind.

Win-Win für alle Beteiligten

Ich bin erst mit 45 unerwartet Papa geworden, meine Frau war 44. Wir haben die kinderlose Zeit sehr genossen - viel Arbeiten, viel Reisen. Die Geburt hat unser ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Wir bereuen es nicht. Es ist ein anderes Leben jetzt (Kind ist 13), aber nicht minder Lebenswert, sondern sehr erfüllend. Es ergeben sich eine Menge neue Ziele für das eigene Leben.

Manchmal ist es genau dieser Spagat zwischen Überforderung und Liebe

Ich bin Mitte 30 und frage mich manchmal, ob Kinder nicht eine Bereicherung gewesen wären, aber jedes Mal, wenn ich mit Kindern zu tun habe, ist es mir nach einer Stunde genug. Und wenn ich Eltern zuhöre, dass sie ihre Kinder zwar lieben, aber es viel anstrengender ist als gedacht und Liebe oft von einem Gefühl der Verpflichtung überlagert wird ... da denke ich mir, dass meine Entscheidung kinderlos zu bleiben doch die Richtige ist.

Und alle Eltern seufzen kurz auf

Zuerst kickt der evolutionäre Imperativ und man merkt schon die Trauer über das was hätte sein können. Aber dann habe ich ein ganzes Wochenende alleine mit meiner Frau, wo wir nichts produktives tun. Dann geht’s wieder.

Reden hilft bekanntlich immer

M46 - nicht eine Sekunde. Meine Frau und ich haben bereits früh begonnen, uns mit dem Thema auseinanderzusetzen und in regelmäßigen Abständen darüber zu sprechen. Und ein Glück: wir waren beide immer auf dem selben Nenner: sollte der Wunsch jemals bei einem von uns kommen, müssen wir uns ehrlich und erwachsen damit befassen. Kam nie, wir sind noch immer glücklich wie eh und je.

Also wenn "Besuch im Alter" das einzige Argument für Kinder ist, sollte man es sich vielleicht doch noch mal überlegen

Finde es bei der Diskussion immer spannend, wieviele Leute immer mit dem Argument kommen, dass man im Alter dann Besuch hat und nicht so einsam ist. Ich glaub ich fände es schmerzhafter, wenn ich Kinder hätte und diese nur selten sehe - weil sie vielleicht im Ausland leben, selber eine Familie und zeitfressende Karriere haben, oder man einfach kein gutes Verhältnis hat. Dann such ich mir lieber Freunde im meinem Alter - oder hab durch die Kinderlosigkeit mehr Zeit soziale Kontakte aufrecht zu erhalten, tbh

Ist nicht von der Hand zu weisen

Ich bin über 40 und frage mich schon manchmal, ob das die richtige Entscheidung war, bspw. wenn ich sehe, wie ein Vater mit seinem Kind spielt. Im Endeffekt bin ich mir aber ziemlich sicher, dass die Entscheidung richtig war. Wird dann bestärkt, wenn man mit Eltern nach ein paar Drinks über das Thema spricht. Oder in den Ferien in die gestressten Gesichter der Eltern schaut.

Aber doppelt hält doch bekanntlich besser

Hab ne Recht große Verwandtschaft und bleib lieber der Kinderlose Onkel. Mich 2 mal....das will keiner, nicht mal ich.

Und damit haben wir doch ein sehr gutes Fazit, oder?

Nicht eine Sekunde. Leben und Leben lassen, nicht jeder hat einen Kinderwunsch oder Spaß daran, sich mit Kindern zu beschäftigen.
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