Ich bin 32 und weiß immer noch nicht, ob ich Kinder haben möchte

Ausdrucksstarke Collage zum Thema Kinderwunsch und Lebensplanung in den 30ern: Eine nachdenklich und leicht skeptisch blickende Frau in Schwarz-Weiß tippt sich grübelnd mit dem Zeigefinger an die Lippe. In der anderen Hand hält sie mit spitzen Fingern einen Baby-Schnuller mit gelb-orangem Saugerteil, den sie fast schon irritiert betrachtet. Sie trägt einen leuchtend roten Rollkragenpullover, der sich farblich stark abhebt. Weiße Fragezeichen- und Blitz-Icons sowie das Pop-Art-Motiv vor einem markanten blau-violetten Wellen-Hintergrund visualisieren pointiert den gesellschaftlichen Druck, die innere Zerrissenheit und die große, ungelöste Frage: Will ich eigentlich Kinder oder doch lieber meine Ruhe?
Asier, Adobe Stock / Twitterperlen Illustration

Die Dreißiger sind eine verrückte Zeit. Die einen heiraten, kriegen Kinder und nehmen schwindelerregende Kredite auf. Die anderen fahren in die größte Stadt im Umland, um sich einen Bubble Tea zu kaufen. Während gefühlt die ganze Generation über Lebensversicherungen und ETFs nachdenkt, fühlt man sich schnell ermattet und vom Leben überfordert. All diese Entscheidungen. Und es sind wichtige Entscheidungen, machen wir uns nichts vor. Die vielleicht wichtigste von allen: Möchte ich Kinder haben?

Threads-Userin @askja_illustration steht genau an diesem Punkt im Leben, an dem man sich diese Frage stellt. Und wenn man das nicht selbst tut, übernimmt es die Gesellschaft. Dabei ist es kaum möglich, die Folgen dieser Entscheidung zu überblicken. Und wir alle wissen, wie gnadenlos das Umfeld mit einem umgeht, wenn man keine Antwort hat – oder gar die falsche Entscheidung trifft. Zu einer Zeit, in der die Geburtenrate am Tiefpunkt ist, sollten wir vielleicht aufhören, diese Diskussion mit Scham zu führen. Wir machen den Anfang mit dem folgenden ehrlichen Thread!

Titten auf den Tisch: Ich bin 32 und weiß immer noch nicht, ob ich Kinder haben möchte. Ich beneide alle Frauen, die das früh oder 100%ig wussten, egal ob ja oder nein. Früher dachte ich immer, ich würde bestimmt irgendwann Kinder haben, die gehören einfach dazu. Und bestimmt gäbs auch ganz tolle Momente mit ihnen. Aber ein „Joah vielleicht" ist eben noch weit weg von einem klaren „Ja!". An meiner Seite steht sogar ein Partner, mit dem ich mir das sehr gut vorstellen kann.

Aber selbst wenn man sich alles 50:50 teilt, klingt es immer noch alles sehr anstrengend, pausenlos die Arbeit, Verantwortung und Sorge mit zu tragen. Geht es oder ging es euch ähnlich? Habt ihr eine Entscheidungstaktik, die sich bewährt hat? Irgendwann entscheidet ja die Zeit und nicht mehr man selbst bewusst

Gibt es überhaupt eine richtige Entscheidung?

Ich sag dir ganz ehrlich: es ist super hart, aber auch super schön. Man verpasst etwas, wenn man Kinder hat und man verpasst auch etwas, wenn man keine hat. Da gibt es weder richtig noch falsch. Mich nervt es, dass Eltern sein so hart romantisiert wird. Ich liebe meine Kinder über alles und freue mich auf Nummer 3, aber sicherlich wäre mein Leben um einiges leichter, hätte ich keine

Wir brauchen mehr coole Tanten

Ich (ü30) war am WE Eis essen. Lange Schlange - hinter und vor mir kleine Kinder. Danach wusste ich wieder: jap, bin super froh, keine eigenen Kinder zu haben. Hatte tatsächlich noch nie den Gedanken: Wow, jetzt hier in der Situation ein eigenes Kind dabei zu haben, wäre echt schön. Bin 100% Team Tante.

Kann ich nicht bestätigen

Ich bin Mann, aber ich beobachte. Und meine Beobachtung erzählt mir, dass Bildung oder ein höherer Bildungsweg das Kinder kriegen verzögert oder verhindert. Frau denkt einfach mal zwei, drei Schritte weiter. Angefangen mit potentiell unzuverlässigen Partnern, karrieretod bis hin zu renteneinbußen. Bei den bildungsfernen gilt eher "erst mal kinder, dann schauen wir weiter" Ich weiss, ich weiss, ist pauschal und stimmt auch nicht immer. Es ist nur meine eigene biased Beobachtung

Wie soll man so entscheiden?

Das „dumme" an der Situation ist, man weiß einfach vorher nicht wie es wird. Kein bisschen. Auch wenn man andere Leute mit Kindern sieht oder man sich vorstellt wie man 50:50 alles aufteilt. Wissen wie es ist Kinder zu haben tut man einfach nur, wenn man eines hat. Alles: du wusstest ja worauf du dich einlässt...Bullshit. Ich bin sicher keine Option ist schlecht, Kinder oder keine. Ich war mir 100% sicher, dass ich welche wollte. Hab gerade mein 3. gekriegt. Aber den ganzen Schmerz...

...den wir durchmachen mussten, das Leben, das ich (ja ich als Mutter, nicht mein Mann) aufgeben musste, die Karriere, die ich vielleicht gemacht hätte, oder noch mache, aber eben nicht jetzt... manchmal denke ich an mein altes Leben und wie es ohne Kinder gewesen wäre. Und es wäre auch schön gewesen. Ich liebe meine Kinder, sie kosten Opfer, vor allem von den Müttern, aber sie geben uns auch enorm viel

Verständlich …

Ich werde dieses Jahr 31 und kann mir momentan auch keine eigenen Kinder vorstellen. Als ich noch in einer Behiehung war, hatte ich auch einen Kinderwunsch, der sich aber mit dem Berufseinstieg wieder gelegt hatte. Ich bin Grundschullehrerin und habe im Prinzip 27 "eigene" Kinder (plus andere Klassen). Wenn ich nach Hause komme, bin ich oft so ausgebrannt, dass ich eigenen Kindern nie gerecht werden könnte. Da möchte ich nur meine Ruhe haben, selbst soziale Kontakte schaffe ich oft nicht.

Glücklich, wer das sagen kann

Mit 32 wollte ich noch Kinder haben, aber es war leider nie der richtige Partner da. Jetzt bin ich 45 und bin ganz froh, keine Kinder zu haben. Gib den Traum nicht auf, aber hör auf dein Bauchgefühl und lass alles, was sich nicht für dich 100% richtig und gut anfühlt

Glückwunsch dazu!

Ich konnte mir immer ein Leben ohne Kind sehr gut vorstellen. Bin mit 33 ungeplant schwanger geworden und es ist das Beste was passieren konnte

Kommt das noch oder bleibt die ewige Unsicherheit?

Ich verstehe deinen Post zu 100%, denn mir geht es genauso. Ich finde Kinder toll und ich denke im Alltag oft, wie schön es wäre meiner Tochter etwas zeigen zu können aber ich kann mich nicht dafür entscheiden. Es spricht so vieles auch dagegen und bisher kam nicht dieser eine Ja-Moment. Bin jetzt 30 und die Erkenntnis fehlt mir einfach
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