Thread: Mitarbeiter möchte ein Zwischenzeugnis

Manuela Jungkind 15.09.2023, 12:34 Uhr

Motivationsschreiben kosten Nerven, Liebesbriefe öffnen das Tor der Verzweiflung, aber der Gipfel prosaischer Ausschmückung sind Arbeitszeugnisse. Nirgendwo sonst steht so wenig auf dem Papier und so viel zwischen den Zeilen. Die Schreibenden möchten nicht den ganzen Tag damit vertrödeln, Lob, Kritik und ehrliche Rückmeldungen in wohlfeile Sätze zu gießen. Angestellte hätten natürlich gerne die ausgeschmückteste Dokumentation ihrer Leistung, um damit das nächste Türchen zu öffnen. Und dort drüben, auf der anderen Seite des nächsten Türchens, sitzt vielleicht eine gelangweilte Personalerin, die einfach nur gerne einen knappen Überblick darüber hätte, was der Bewerber im vorherigen Job so alles gesehen hat – und das ganz ohne poetisches Geschwätz. Denn ob Arbeitszeugnisse in ihrer vermeintlichen Vielschichtigkeit überhaupt gelesen werden, ist fraglich. Es sei denn, die Mutter des Angestellten ist selbst vom Fach. Dann wird natürlich besonders gründlich geschaut. So wie bei Twitteruserin @recht_nett.

Kommentare und Reaktionen:

Na, wer von euch durchforstet gedanklich seine Arbeitszeugnisse? Und wer hört zum ersten Mal von einem Zeugnisgenerator? Wenn man sich die Zeichen der Zeit so anschaut, kann man sich denken, dass ChatGPT längst das ein oder andere Zeugnis ausformuliert hat. Das ist natürlich schade für all diejenigen, die es sich durch ihre Leistung wirklich verdient haben, ein wohl durchdachtes Schriftstück zu erhalten, andererseits ist es vielleicht wirklich der Moment, über ein anderes System nachzudenken. Auch die Leserinnen und Leser dieses Thread zeigten sich von dem Format „Arbeitszeugnis“ nur so mittel begeistert. Wir haben die wichtigsten Kommentare für euch zusammengefasst.

Wirklich schade

Danke, ciao

Klassische Lose-Lose-Situation

Wir wären dafür

Wie sind die Quoten?


Psssssst, hier kann man hinter verschlossene Türen schauen:

Thread: Schmutzige, kleine Geheimnisse aus eurer Branche

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