Spielen mit den Kindern: Spaß oder Endgegner?

Богдан Маліцький, Adobe Stock / Twitterperlen Illustration

Man stellt es sich so schön vor: das Elternsein. Die Babyzeit besteht doch nur aus Kuscheln im Bett, gut riechenden Köpfen und jeder Menge Liebe und rosa Herzchen. Falls ihr selbst Kinder habt, dann wisst ihr wahrscheinlich, dass das nicht unbedingt der Realität entspricht. Und so geht’s munter weiter. Hat man es sich nicht als die coolste Sache der Welt vorgestellt, wenn die Kinder dann endlich ein bisschen größer sind und man zusammen spielen kann?

Aber Überraschung: Sie haben wahrscheinlich gar nicht so viel Lust auf Siedler von Catan wie ihr … Sie wollen stattdessen lieber ihre Fantasie mit Barbie, Feuerwehrmann Sam und den Hunden von der Paw Patrol ausleben. Tja, nur darauf habt ihr wahrscheinlich nicht so viel Lust, oder? So geht es zumindest Threads-Userin @juljashka_lia, die genau an diesen Rollenspielen so überhaupt keinen Spaß findet. Sie hat ihre Community gefragt, ob es anderen Eltern ähnlich geht und wir haben die besten Antworten für euch gesammelt.

Und los geht's

Liebe Eltern, sagt mal ehrlich spielt ihr gerne mit euren Kindern? Ich hab ja an viele Situationen gedacht, die schwierig und anstrengend sein werden, sobald ich Kinder habe, aber das ausgerechnet das Spielen mir so keinen Spass macht hab ich nicht erwartet Ich spiel gerne wenn dann Tischspiele, ich unternehme auch gern was mit den Kindern, aber bei Barbies, Autos, Rollenspielen und den Sachen bin ich einfach raus

Du bist nicht alleine

Ich hasse es. Ich habe es als Kind selber gehasst und nie gemacht, und ich hasse es heute. Also so spielen mit Puppen, oder Doktor oder sowas. Wo man einfach mit sich selber redet. Tischspiele, Gesellschaftsspiele, Spiele mit sportlicher Aktivität, alles cool. Aber sowas? Der pure Horror.

Ist doch auch schön

Nee same hier. Ich bastle oder zeichne lieber mit meiner großen. Letztens haben wir kinetischen Sand ausprobiert, aber mit Barbies spielen lass ma ne

Tolle Ideen

Selbiges. Deswegen mach ich es nicht. Wir kochen, backen, puzzeln, kneten, malen, basteln, gehen raus/auf den Spielplatz/ins Schwimmbad/zum Kinderturnen/in die Bücherei, lesen, toben, bauen Höhlen, bauen Lego oder Playmobil auf, aber MIT Figuren spielen oder Rollenspiele, nee, das mach ich nicht. Ich denke, das ist okay. Quality time mit den Kindern ist super vielfältig und hängt nicht davon ab, ob man gerne Figuren von A nach B schiebt.

Klingt nach Spaß, zumindest mit der Tochter

Also die Rollenspiele meiner Tochter find ich total easy Sie macht sich n Zopf und ist ne Superheldin ohne Zopf ist sie meine Tochter und als Tochter fragt sie immer nach der Superheldin die ich dann rufe und dann kommt sie und ich muss ihr sagen was für ein Bösewicht wo ist. Nebenbei kann ich kochen und putzen, win win Autos mit meinem Sohn ist der Horror, ich darf NIX machen, berühre ich ein Auto, Geschrei, bewege ich die Parkplätze, Geschrei. Will ich aufstehen und gehen.. ratet mal..

Besser geht's nicht

Aber Duplo und lego mit meinem Sohn bauen ist auch gut, ich darf mich voll ausleben und er setzt irgendwo mal nen Stein dazwischen. Sagt mir in etwa was er damit am Ende vor hat und ich kalkuliere das ein.

Kann man mal die Regeln erklären, bitte?

Mit einem Kind ging es. Das zweite war Endgegner. Auch von den Ansprüchen des Spiels her. K1 spielte sehr sehr gerne auch Brettspiele oä, K2 spielt ausschließlich (!) Rollenspiele. 2 Jahre lang jeden Tag Geburtstag, dann 2 Jahre jeden Tag Schule. Aktuell seit einigen Wochen „roter Panda", habe das Spiel noch immer nicht verstanden und mache es dauernd falsch..

Immerhin

Nein. Ich liebe es vorzulesen. Mehr nicht.

Wer will schon erwachsen sein?

Bin Rollenspiel King weil ich irgendwie nie erwachsen geworden bin

Falls ihr noch Ideen braucht

Es gibt viele Möglichkeiten, mit dem Kind in Verbindung zu sein. Vorlesen, Malen, Basteleien, Gesellschaftsspiele, Bauklötze oder ja, auch Alltägliches wie Kochen, Einkaufen, Wäsche. Mein Endgegner waren Rollenspiele. Hab ich nicht gemacht. Das hat er dann mit seinen Freund*innen in der Kita gemacht. Es ist ok, auch mal Nein zu sagen. Auch so lernen die Kinder, eigene Grenzen zu wahren. Du bist keine schlechte Mutter, nur weil du eine Sache ablehnst, du bist auch noch ein eigenständiger Mensch.

Des einen Freud, des anderen Leid

Ja, ich liebe das total. Dafür mag ich alles, was kleckert/Dreck macht nicht so (tuschen, kochen, backen, mit Sand oder Matsch spielen, in Pfützen springen etc). Ich bin da zu pingelig für. So hat jeder seins

Man braucht kein schlechtes Gewissen haben

Ich mag es auch nicht so, hab aber ein unglaublich schlechtes Gewissen wenn sie mich fragen „Mama wollen wir spiiiiieelen?" und ich dann sage, dass ich gerade keine Lust habe .. sie werden dann so traurig und dann sitze ich da - in der einen Hand ein Dino & ich spiele mit dem 2,5jährigen & in der anderen eine Puppe & spiele mit der 3,5jährigen. dass sie mal auf die Idee kommen zusammen zu spielen, neee. Auf Nachfrage: „Mama mit dir macht es mehr Spaß" ist ja süß & lieb - aber naja

Das ist die richtige Einstellung

Bin da ähnlich. Dafür lese ich, bin mit ihnen draußen, backe & koche mit ihnen, male, Rede über Unwelt- und Tierschutz und bringe ihnen Alltag nahe. Wir müssen nicht alle Bereiche abdecken. Kinder mögen auch nicht alles, wieso sollten wir?

Jeder wie er will

Ich lieb das. Macht mir viel spaß und wir lachen manchmal tränen. Aber ich hab gehört, dass Mütter dafür wohl nicht so gemacht sind, weil da keine Glücksgefühle hochkommen. Keine ahnung. Jeder Jeck ist anders!
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