„Sie müssen uns die Patientenverfügung faxen!“

Lea Scheel 26.06.2024, 6:15 Uhr

Dass wir in Deutschland mit der Digitalisierung hinterherhinken, ist kein Geheimnis. Doch die folgende Anekdote sprengt noch einmal alle Ketten. Eigentlich sollte klar sein, dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen ein entscheidender Schritt ist, um die Effizienz und die Qualität der medizinischen Versorgung zu verbessern. Denn unsere Krankenhäuser stellen die zentrale Säule der medizinischen Versorgung dar und kämpfen dennoch oft mit erheblichen Herausforderungen im Bereich der Digitalisierung. Denn trotz des technologischen Fortschritts und der enormen Möglichkeiten, die durch moderne digitale Systeme geboten werden, bleiben viele Krankenhäuser in ihren Strukturen und Prozessen veraltet. Dass das zu Defiziten und Frustration führen kann, zeigt auch die heutige Geschichte von @terrassentuer. Aber lest am besten selbst.

Gestern Anruf vom Pflegeheim, meine Mutter, 94, hat seit Wochen Schmerzen in der Schulter und soll nun zum Röntgen ins KH. 10 Minuten später ruft der Arzt aus dem Kh an, wo denn die Patientenverfũgung sei?
Ich frage, wieso braucht er die fürs Röntgen?
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Nein, nicht nur die Schulter, sie sei auch im Heim auf den Kopf gefallen. Und er braucht die Patientenverfügung jetzt sofort.
Ich bin 2 Stunden entfernt und frage, geht es meiner Mutter denn so schlecht. Nein, aber er braucht die Verfügung. Sie war nicht in der Akte Heim.
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Ich soll die dann sofort faxen. Habe aber kein Fax. Beende Telefonat rufe im Kh an, lasse mir Mail Adresse der Ambulanz geben und schicke alles hin.
Rufe Ambulanz an sage das.
Sie wollten aber keine Mail, so ginge das nicht, Fax oder vorbeikommen. Ich bestehe auf Mail.
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Rufe nun Heim an. Beim Eintreffen des Transports, hätte meine Mutter auf die Frage, wo tuts denn weh, auf den Kopf getippt und dann hätte Kh alles in die Wege geleitet.
Wo denn die Unterlagen sind, frage ich, diese würde sie direkt an Kh faxen.
Rufe wieder Ambulanz an
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Das die Patienten Verfügung nun auch noch per Fax kommt. Endlich sagt die Frau in der Ambulanz, denn wir haben keinen Drucker…

Das ist Deutschland 2024.

Meine Mutter bleibt zur Beobachtung im Kh, das Röntgen der Schulter hat nichts ergeben.

Kommentare und Reaktionen:

Tja, man sollte meinen, dass wir im Jahr 2024 mit der Digitalisierung schon wesentlich weiter sind. Doch von wegen. Von Fortschritt fehlt weiterhin oft jede Spur. Das entrüstete auch die Userinnen und User, wie die folgenden Reaktionen zeigen.

Das kann doch nicht wahr sein …

Ich hatte das letztes Jahr auch bei meiner Mutter. Hatte es nur digital vorliegen, die Intensiv hatte aber keine Emailadresse. Die private (!) Emailadrrsse der Ärztin war dann die Lösung. Puh…

Oh weh

Arbeite im Hospiz, alles wird über Fax erledigt. Arbeiten noch komplett mit Papierakten und Kurven wie in den 90igern. Bald wird PC Pat Akte eingeführt. Haben aber nur 1 PC, der auch  alt ist. Wie im alten Rom🥹🙄🙃

So etwas darf eigentlich nicht passieren

Da würde ich mal im Heim aufschlagen und wissen wollen, warum solche Unterlagen nicht in der Akte waren und warum die Infos nicht mit dem Krankenwagen mitgegeben werden. Wenn wirklich mal was sein sollte... sowas muß klappen

Warum einfach, wenn es auch umständlich geht?

Mein highlight: ich durfte Vorberichte und Medikamentenplan nicht per mail an die Notaufnahme senden, habe es ausgedruckt gebracht. Wurde eingescannt und mir zurückgegeben. Dass beides nie in der Neurologie ankam, ist eine andere Geschichte, 2023 Deutschland

Das muss sich endlich ändern

Wenn ich das Wort Fax schon höre 🙄 uralt Technologie, die außerhalb von Deutschland kein Schwein mehr kennt 😄

Außerdem hätten wir noch das hier für euch:

Undank ist der Welten Lohn

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