Sehen so gleichberechtigte Partnerschaften aus?

Drobot Dean, Adobe Stock / Twitterperlen mit KI

Es ist noch früh, die Vögel haben gerade erst zu zwitschern begonnen, in fast allen Wohnungen herrscht noch Ruhe. Außer in einer Wohnung. Hier hat ein Vater bereits sein Frühstück beendet und schleicht sich aus dem Haus, um später pünktlich zum Abendessen wieder zu Hause zu sein. Sein Vesperbrot hat er natürlich nicht selbst geschmiert, er wüsste gar nicht, wie. Zurück bleibt seine Frau mit den Kindern, dem Haushalt, der Erziehung, der gesamten Kommunikation mit den Eltern und Schwiegereltern – kurz, mit dem gesamten Mental Load.

Bis vor wenigen Jahren war das die ganz normale Realität. Sie bleibt zu Hause, er geht arbeiten. Doch auch wenn diese Zeiten vorbei sind, bleibt im Familienalltag immer noch erstaunlich viel bei den Müttern hängen, wie auch die Geschichte von Threads-Userin @janas_wortwelten zeigt. Ist es nur ein Einzelfall, den sie beschreibt, oder schlummert hier doch noch deutlich mehr im Verborgenen? Und wie wird man alte Rollenbilder los, die uns jahrzehntelang so vorgelebt wurden? Im folgenden Beitrag widmen wir uns genau diesen Fragen.

Nö. Solange Väter nach einer 8-Stunden-Schicht noch von der Arbeit nach Hause kommen (während derer sie ungestört aufs Klo gehen, in Ruhe essen und ganz gewiss auch mal einen Gedanken zu Ende denken konnten) und trotzdem stoisch auf ihrem Feierabend beharren, sind wir noch meilenweit von gleichberechtigten Partnerschaften entfernt. Es macht mich rasend, dass Care Arbeit immer noch als Däumchendrehen mit Kinderlachen im Hintergrund abgetan wird. Vor allem, weil

es für die meisten Frauen einfach nie einen Feierabend gibt. Jahrelanger Schlafmangel, Überreizung, Mental Load plus oft wieder sehr zeitnah nach Geburten zusätzliche Erwerbstätigkeit. Und dann heißt es immer so plump: "Wieso schafft ihr euch dann Kinder an, wenn es so schlimm ist?" Spoiler: Die Kinder sind nicht das Problem.

Weil ich es hier offenbar wieder erwähnen musd: Es geht nicht um meinen Partner. Das hier ist ein Beitrag einer Mutter, die sich darüber aufregt, wie Mütter von der Gesellschaft wahrgenommen werden

Dieses "helfen" ist schon der Denkfehler …

Und geil finde ich dann immer auch die Aussagen solcher Männer, "ich helfe dir doch im Haushalt, ich mach xy" "Horst-Adalbert-Friedjoff, es ist auch dein Haushalt, auch du machst Schmutzwäsche, Dreck und das Klo dreckig, also kannst du auch Mal Wäsche waschen, durchsaugen und das Klo putzen! Ohne das Friedelgunde dich darum bitten muss!" Ich habe zum Glück einen Mann erwischt, der sich genauso um Haushalt und Kinder kümmert wie ich.. Ich ich bin froh drum.

Eine gerechte Aufteilung ist sicherlich wünschenswert

Gerade den ersten Arbeitstag meines Mannes seitdem wir gemeinsam Eltern sind überlebt. Es war wirklich stressig und ich habe das Gefühl NICHTS geschafft zu haben. Mein Mann kam von der Arbeit, war mit mir im Supermarkt einkaufen, hat die Wäsche gemacht, gekocht und gerade noch der Kurzen eine Flasche gemacht. C2 Er hatte praktisch heute keine einzige Minute Freizeit. Ich werde schon schauen, dass ich morgen mehr tue, damit er zumindest 5 Minuten für sich hat.

Hat sich doch nicht so viel getan?

Ich (Kinder geboren 1995 und 1998) bin immer wieder entsetzt darüber,hier Zustandsbeschreibungen zu lesen, die selbst meine Mutter (Kinder geboren 1966 und 1972) so nicht ertragen musste! Und nein,im GROSSEN Umfeld um mich war es nicht nur eine Ausnahme,dass die Eltern sich sehr partnerschaftlich-gleichberechtigt um Haus, Hof und Kinder gekümmert haben. Was ist seitdem schiefgegangen?

Schwer nachvollziehbar …

Ich kann es einfach nicht nachvollziehen. Also diese Männer. Ich bin hier die Vollzeit arbeitende und ich nehme jeden Abend das jüngste Kind (knapp über ein Jahr) weil mir die Bindung so heilig ist! Und ich bringe es jeden Tag ins Bett. Und übernehme 3-4 Nächte die Woche. Weil ich weiß wie beschissen anstrengend der Tag mit Kleinkind ist und meine Arbeit ist dagegen Freizeit (bin Ergotherapeutin () wer will der macht. Wer nichts macht dem ist es scheißegal.

Warum ist das so unterschiedlich?

Genau so geht es mir auch. Ich arbeite auswärts und wenn ich nach Hause komme, möchte ich direkt die Kinder sehen und mich kümmern. Würde mir gar nicht einfallen, mich direkt zu verkriechen, damit ich meine „Ruhe" habe. Würde mein Mann auswärts arbeiten, würde er 100 % Ruhe einfordern.

Man sollte sich gegenseitig stützen

Eine Partnerschaft ist, wenn man sich gegenseitig stutzt. Es ist nicht in Ordnung, wenn ein Teil bei 8-9h Beschäftigung bleibt und der andere Teil 24/7 am rotieren ist.

Ist es vielleicht nicht überall so?

Wenn das wirklich der Großteil der Mütter so wahrnimmt und es ist auch wirklich so ist, dann kenne ich nur die wenigen Ausnahmen, wo es nicht so läuft. Ich versuche meine Frau zu entlasten, wo es nur geht, obwohl ich Vollzeit und sie Teilzeit arbeitet. Ich kann das, was Du oben beschreibst, nicht nachvollziehen. Nicht jeder muss alles machen, aber man muss sich fair aufteilen.

Klingt ein bisschen zu einfach

Ja das muss halt jede familie untereinander regeln. Ich kann da als mann doch nichts dafür, dass frauen alles durchgehen lassen.

Puh, schwieriger Kommentar …

Augen auf bei der Partner Wahl 0

… gute Antwort

Nee, solche Kommentare sind genauso ätzend wie der oben genannte. Ganz viele Männer "entpuppen" sich erst, wenn Kinder ins Leben treten. Dein Satz suggeriert wieder nur, dass die Frauen selbst schuld sind.
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