Muss man eigentlich immer Trinkgeld geben?

JackF, Adobe Stock / Twitterperlen Illustration

Über nichts lässt sich so schön streiten wie über das schnöde Geld. Ob es daran liegt, dass es so ungleich verteilt ist? Oder doch daran, dass alles immer teurer wird? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Aber wie geht man mit einer Situation um, in der man selber bestimmen soll, wie viel Geld man gibt? Da gibt es zum Beispiel die Cafés, in welchen es keine festen Preise gibt, sondern stattdessen eine „angemessene Spende“ erwartet wird. Solche Angaben überfordern mich! Soll es heißen für mich und meinen Geldbeutel „angemessen“? Oder doch für den Besitzer des Cafés? Auf der einen Seite will ich nicht geizig rüberkommen, auf der anderen Seite wächst mein Geld auch nicht auf Bäumen …

Was uns dann zu unserem heutigen Thema bringt: Dem lieben alten Trinkgeld! Auch hier kann jede*r selber entscheiden, wie viel er oder sie gibt …Haltet ihr euch an die zehn-Prozent-Regel? Schlagt ihr sogar noch mehr obendrauf? Oder gehört ihr gar zur Fraktion, die am liebsten gar nichts geben würde? Unzählige Male wurde schon die Abschaffung des Trinkgelds gefordert, weil es für „überflüssig“ oder sogar „ungerecht“ gehalten wurde. Überraschenderweise immer von Menschen, die noch nie in der Gastronomie oder anderen Berufen gearbeitet haben, in der ein Trinkgeld üblich ist. Der heutige Thread von Threads-Userin @ronjajsh geht der Frage nach, wieso Trinkgeld nach wie vor unablässig ist.

Ich sehe hier immer wieder threads zum Thema Trinkgeld und einige Kommentare à la "ich geb nix, die kriegen ja Stundenlohn und meiner Ärztin geb ich ja auch kein Trinkgeld". auch nicht, Dieter. Kein Gast ist verpflichtet, Trinkgeld zu geben. J 23 Q50 • ". Das ist okay, musst du

Entgegen einiger Meinungen ist die Arbeit in der Gastronomie durchaus belastend. Mental und körperlich. Gleichzeitig wird sie nicht gut bezahlt, meistens nur der Mindestlohn oder wenig mehr. Mir persönlich und wahrscheinlich auch den meisten anderen in dem Job wäre es natürlich lieber, wenn wir einen besseren Stundenlohn bekämen (der ist im Gegensatz zum Trinkgeld nämlich ein sicheres Einkommen, das nicht abhängig von verschiedenen, teilweise außerhalb meiner Kontrolle liegenden, Faktoren ist)

Aber das ist halt nicht der Fall. Würden die Angestellten angemessen bezahlt werden, würde das natürlich auf die Preise umgelegt werden, dann kommt wieder das Gejammer, dass alles immer teurer wird und man sich das Ausgehen nicht mehr leisten kann . Das System ist nicht gut, aber es ist wie es ist. Niemand ist euch böse, wenn ihr kein oder wenig Trinkgeld gebt, weil ihr es euch nicht leisten könnt oder unzufrieden mit dem Service seid. Das ganze gilt übrigens nicht nur für Gastro, sondern auch

Für verschiedene andere Gewerbe. Ich machs btw mittlerweile nur als Nebenjob, weil ich die Arbeit zwar gern mag, aber es einfach WIRKLICH anstrengend ist, auf verschiedenen Ebenen. Nur für den Mindestlohn würde ich es nicht machen und es wundert mich nicht, dass seit Jahren über Personalmangel geklagt wird.

Kommentare & Reaktionen

Also würde die Abschaffung des Trinkgelds uns alle teurer zu stehen kommen? Aber wieso schaffen es Länder wie Japan trotzdem, eine großartige Service zu bieten, ohne diesen über das Trinkgeld zu finanzieren? Die User*innen sind, was das Trinkgeld betrifft, geteilter Meinung, aber den größten Aufschrei verursacht der Name Dieter! Aber lest am besten selbst ….

Ist das respektlos?

Ich finds auch grad krass, dass ich unter dem Post n eigenen Shitstorm erfahre, weil ich sage, dass 10€ mit 20 Personen und 1000€ Rechnung respektlos sind. Vor allem vor Weihnachten Bin da auch Team: gib lieber gar kein Trinkgeld als respektlos wenig

Gebt ihr im Autohaus auch Trinkgeld?

Ich find Kommentare dazu a la „Ich bekomm auch kein Trinkgeld in meinem Job" witzig. Denn jeder, der mit Kundschaft arbeitet, hat die Möglichkeit dazu. Ich bin im Verkauf (Autoteile handel), diese Woche waren ü50€ Kleingeld in der Trinkgelddose. In der Pflege hab ich auch immer Trinkgeld bekommen. Kommt wohl einfach stark drauf an, wie man mit seinen Kunden umgeht.

Klingt nach einer gesunden Einstellung

Ich fahre für einen kleinen Getränkehändler als Minijob. Grundsätzlich habe ich einen Vertrag unterschrieben und werde dementsprechend bezahlt. Gibt mir ein Kunde Trinkgeld freue ich mich natürlich, gibt es nichts, ist es auch ok.Das es in gewissen Berufen Trinkgeld gibt ist ok, aber man sollte es nicht erwarten, damit rechnen oder sich ärgern wenn es keins gibt

Was ist die weibliche Version von Dieter?

Ich heiße zwar weder Dieter noch bin ich männlich aber ich mach's dennoch nicht. ;)

Schon ein wenig merkwürdig, oder?

Barkeeper hier. Sehr gute Argumentation! Ich bin ein bisschen amüsiert über jene, die sich über den Namen Dieter in den Kommentaren aufregen

Dieter for President!

Ja, da hab ich scheinbar nen nerv getroffen Dieter war auch einfach random - einer meiner liebsten Stammgäste heißt Dieter!

Ändert an den Argumenten nichts, oder?

Wenn du den Dieter weg gelassen hättest, wäre es besser angekommen. Denn damit hast du meiner Meinung nach den Rest deiner eigentlichen guten Argumente kaputt gemacht

Fazit:

Es zeigt sich also, dass Dieter scheinbar immer Trinkgeld gibt! Und auch sonst wären wir vermutlich gut beraten, wenn jeder ein kleines bisschen Trinkgeld gibt, denn ansonsten möchte uns irgendwann niemand mehr bedienen, oder wir können es uns schlichtweg nicht mehr leisten …

NEWSLETTER

Relevantes und Unterhaltsames rund um das Thema Gesundheit – direkt per Mail!

SCHLIESSEN
Artikel Teilen