„Ich war in der Kur, regeln musste ich trotzdem alles“

Syda Productions, Asier, Adobe Stock / Twitterperlen Illustrations

Es ist noch gar nicht so lange her, da waren die Rollen in der Familie klar verteilt. Der Vater ging arbeiten und brachte das Geld nach Hause, und die Mutter war für alles rund um Kinder, Haushalt zuständig. Nun leben wir heute in einer anderen Zeit. Das heißt, es ist meistens der Fall, dass sowohl Mutter als auch Vater arbeiten gehen. Und ja, natürlich haben die Mütter schon vorher gearbeitet, allerdings ohne Lohn, ohne einen Cent in die Rentenkasse einzuzahlen und, wenn wir ehrlich sind, auch oft ohne Wertschätzung. Also, zurück ins Heute. Jeder, der eine Familie hat, in der beide Elternteile arbeiten, weiß, dass dies wohl der Bereich ist, der am meisten Konfliktpotenzial birgt. Denn zum einen sitzen die Rollenbilder der Vergangenheit irgendwie recht hartnäckig in unseren Schädeln und zum anderen ist es ehrlich gesagt einfach viel, viel Arbeit!

Was passiert, wenn die Aufteilung auf einmal nicht mehr klappt, zeigt uns heute Threads-Userin @nanunanan202. Sie blickt auf eine Geschichte zurück, die ihr vor einigen Jahren wiederfahren ist und die kein gutes Licht auf den Vater wirft. Wie seht ihr das? Klappt die Aufteilung von Arbeit und Care-Arbeit bei euch reibungslos? Schreibt uns gerne eine Mail und lasst es uns wissen. Jetzt kommen wir allerdings erst mal zu der heutigen Geschichte!

Rückblick: In meiner Kur vor 3 Jahren rief mich mein Sohn an einem Vormittag an. Er hatte Migräne und lag im Bett. Papa unten im Büro, am Arbeiten statt sich um seinen Sohn zu kümmern. Er sagte, Papa könne nicht kommen, er sei in einer Teamssitzung. Es ging ihm so schlecht, er weinte. Ich sang ihm vor, Lied für Lied, er horchte zu, erbrach sich mehrmals vor Schmerzen. Er tat mir so leid, ich sang weiter. Schlaflieder, Lieder die ich ihm früher auch schon vorsang, eine gefühlte Ewigkeit. Damals

hatte ich mich im stillen über das Verhalten des Vaters geärgert, ihn aber entschuldigt. Er musste ja arbeiten, während ich nur in der Kur faulenzte." An anderen Tagen rief der Vater an und beschwerte sich über die Kinder. Wie faul sie seien, wie schwer sie ihm das Leben machen, wie dreckig alles sei, fast so als wäre das meine Schuld. Ich musste aus der Ferne wieder regeln und organisieren, ihn auffangen, mit den Kindern reden und fühlte mich wieder verantwortlich. Dann wieder Tage an denen

er mir aufwühlende Dinge erzählte, die mir dann lange im Kopf blieben und meine gute Stimmung, mein Bedürfnis nach Ruhe störten. Andere Frauen erhielten von ihrem Mann eine Aufmerksamkeit per Post. Ein kleines Geschenk, einen Brief, eine Postkarte. Ich? Nur schlechte Nachrichten. Kein "Genieß es" oder "Keine Sorge, ich schaffe das schon", nein. Nur: "Regel das für mich!!"

Reaktionen & Kommentare

Wir wissen nicht, warum genau die Userin in der Kur war, aber wir haben einen starken Verdacht, wer dafür Mitverantwortung trägt … Ziemlich genau so sehen es auch Kommentare, die aus der Community kamen. Denn es scheint absolut kein Einzelfall zu sein.

Harter Tobak

Ich verstehe dich leider besser als mir lieb ist Letztes Jahr kam ich per RTW ins Krankenhaus. Mir ging es wirklich schlecht. Die einzige Sorge meines Mannes: wie ich ihn mit den 2 Kindern alleine lassen kann. Hab also per Handy alle emotional aufgefangen, Dinge geregelt, Videos mit Lied zum einschlafen/beruhigen geschickt,... Als ich dann entlassen wurde, musste ich mit den Offis fahren.

Da ist etwas dran …

Ich hoffe er ist jetzt schon lange dein Ex

Wir können nichts Nettes dazu sagen …

Das tut mir sehr leid für dich und freue mich für dich, dass du heute einen klareren Blick auf die Dinge hast. Ich war vor 8 Jahren in der Reha wegen eines Burnouts. Mein Mann und ich telefonierten regelmäßig, aber immer nur kurz. Ich habe mir damals nichts dabei gedacht, ich musste mich ja auch erholen und ich freute mich dann immer mit meinem Kind zu sprechen. Ich war zuvor noch nie von meinem Kind getrennt gewesen. Mein Mann hat mir auch nichts in die Reha geschickt. Er wollte mich auch

nicht mit unserem Kind besuchen kommen. Kurz nach der Reha (ca 2 Monate später) hat er mir gestanden, dass er sich in eine andere Frau verliebt hat (und sie sich auch in ihn). Sie haben angefangen zu schreiben, als ich in der Reha war.

Für Freunde des schwarzen Humors …

solltest du mal ein alibi brauchen melde dich

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