
„Gute Freunde kann niemand trennen, gute Freunde sind nie allein …“ Ihr alle kennt diese Schnulze aus dem Radio. Aber ist sie auch wahr? Wie weit sollte eine Freundschaft gehen? Wie geht man zum Beispiel mit Freunden um, die eine komplett andere politische Einstellung haben als man selbst? Oder wie begegnet man Nahestehenden, wenn sie plötzlich an eine Verschwörungstheorie glauben?
Die heutige Geschichte aus der Reddit-Community handelt genau davon. Sie stellt sich die Frage, ob man seine Freunde bedingungslos unterstützen sollte, ganz egal, was sie tun, selbst wenn es der größte Unfug ist. Und da sich dieser Unfug auch noch in einer legalen Grauzone befindet, hat sich die Userin entschieden, selbst aktiv zu werden. Was genau sie getan hat und warum aus der Community nicht nur Zustimmung dafür kommt, lest ihr jetzt in der ganzen Geschichte.
Eine Mannschaftskollegin im Sport ist selbstständig und stolz darauf.
Das heißt, sie verkauft ätherische Öle für ein Zehnfaches an Wert („Baby-Set“ mit Ali Express-Diffusor für über 200€). Das Ganze läuft über eine Multi-Level-Marketing-Firma. Sie bewirbt online und auf Flyern ihre Workshops – die Öle wären so wertvoll für die Gesundheit, egal ob Mensch, Tier oder Pflanze. Den Teufel werd‘ ich tun und mein fiktives Baby oder meine Katze mit potentiell schädlichen Ölen einzureiben Persönliche Einladungen habe ich abgelehnt mit „damit kann ich nichts anfangen“. Ich habe absolut keine Lust, über diesen Quatsch mit ihr zu diskutieren. — 1/4
Seit einiger Zeit liegen ihre Flyer aus dem Tintenstrahldrucker überall. Im Hofladen (okay, kennt sie die Bäuerin vielleicht?), im Bioladen, in der Kletterhalle, beim Bäcker, am Badekiosk, beim Feuerwehrfest, beim Kinderfasching, im Café und jetzt im RATHAUS. Zwischen all den staatlichen/städtischen Infobroschüren und Kulturhinweisen wieder ihre dumme Fresse.
Kein einziges anderes Unternehmen besitzt diese Dreistigkeit. Da hab ich den Flyern den Kampf angesagt. Alle in die Handtasche, kann ich auf der Arbeit häckseln. Das mache ich jetzt immer, wenn ich in unserer kleinen Gemeinde wieder welche finde und unbeobachtet bin. — 2/4
Ich habe trotzdem ein bisschen schlechtes Gewissen – vermutlich hat sie Geld gerade dringend nötig und Druckertinte ist teuer, sie ist ansonsten freundlich, sie tut nichts Verbotenes (bis auf das Auslegen im Rathaus), ich hingegen schon. Und ansprechen will ich sie nicht, weil ich diesen Konflikt scheue und mit ihr weiter in einer Mannschaft spielen will.
Vielleicht höre ich damit auf, mal sehen. — 3/4
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