
Jens Spahn ist nun also Vater. Mit einem Post gaben der Fraktionsvorsitzende und sein Ehemann das Ereignis in guter alter CDU-Manier durch die BILD-Zeitung bekannt. Funke selbst postete das erste Foto der stolzen Eltern, mit gebügelten Hemden und sauberen Schuhen, ein makelloser Kinderwagen und strahlende Gesichter. Ein Bild, das die Lebensrealität zwischen Windeln und vollgekotzter Bettwäsche genauso „realistisch“ widerspiegelt wie bei allen anderen Influencern.
Dass die beiden Männer Väter wurden, wäre vielleicht gar nicht weiter interessant, wenn das Kind nicht von einer Leihmutter in den USA zur Welt gebracht worden wäre. In Deutschland wäre selbiges unmöglich gewesen, was auch daran liegt, dass sich führende CDU-Politiker*innen wie Spahn selbst vehement gegen Leihmutterschaft ausgesprochen haben. Man kann zu dem Thema stehen, wie man will, aber das Bild des moralbefreiten Karrierepolitikers, der links Wasser predigt und sich mit der Rechten den Sauvignon Blanc in seiner Villa gönnt, liegt auf der Hand. Scheinheiligkeit at its best eben – mal wieder, muss man sagen.
Trotzdem darf man bei all der Häme nicht vergessen, sich über den kleinen Georg zu freuen. Vielleicht unterstützt er den Politiker Spahn dabei, einen Schritt in die Lebensrealität vieler von uns zu machen. Mit durchwachten Nächten, Flecken auf dem Hemd und der Herausforderung, Antworten auf die Fragen zu finden, die Kinder eines Tages ihren Eltern stellen. Und wenn das nicht hilft, dann vielleicht die folgenden „Glückwünsche“ aus der Community.
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