
Als Kind wohlhabender Eltern hat man es verdammt leicht – so zumindest der erste Gedanke von uns „Normalsterblichen“. Schließlich muss sich der reiche Nachwuchs ja nicht mit nervigen Dingen wie Geldproblemen herumschlagen. In der Schule klappt es nicht wirklich? Macht doch nichts, die vier Nachhilfelehrer*innen holen wir uns doch gerne in den Westflügel unseres Hauses. Und warum überhaupt Sorgen um ein WG-Zimmer während des Studiums machen? Auf der Privatuni ist für alles gesorgt. Der sechsstellige Semesterbeitrag muss sich schließlich auch irgendwie lohnen.
Ja, die Startbedingungen von Kindern hängen in diesem Land stark vom Geldbeutel der Eltern ab. Doch frühzeitig keine finanziellen Sorgen haben zu müssen, bedeutet nicht automatisch, dass man auch keine anderen Sorgen hat. Im Gegenteil: Wer bereits in jungen Jahren nur über Geld und Äußerlichkeiten definiert wird, kann es später ausgesprochen schwer haben. Ein Reddituser, der aus reichem Hause stammt, hat genau das erleben müssen und darüber einen ehrlichen Thread verfasst.
Ich versuche seid einigen Jahren nachzuholen, was mir der fehlende Antrieb aus dem ersten Viertel meines Lebens eingebrockt hat.
Die ersten 25 Jahre musste ich mich um quasi nix relevantes kümmern und hab alles Papa und Mama regeln lassen, bzw. es wurde über meinen Kopf hinweg mit Geld geregelt — 1/5
War wirklich kein einfaches Studium, aber einfacher als um mich darum zu kümmern was ich mit meinem Leben machen soll.
Wohnung? Papa hat mich erst Mietfrei in einer seiner Eigentumswohnung leben lassen und sie mir später überschrieben.
Beziehung? Hab ziemlich lange ne relativ unnötig Beziehung geführt, weil ich zu feige war mich zu trennen. — 3/5
Erst mit ca. 30 hab ich dann angefangen den Karren aus dem Dreck zu ziehen.
Sollte ich später eigene Kinder haben, würde ich nicht erwähnen wie viel Geld im Hintergrund kursiert und maximal immer etwas besteuern und mich emotional zur Seite stellen und nicht finanziell, mir hat es den ganzen „Drive“ im Leben genommen. — 5/5
Kommentare & Reaktionen:
Klingt doch sehr reflektiert, oder? Das sehen die meisten der Userinnen und User genauso und beglückwünschen den jungen Mann zu seiner Erkenntnis. Manch einer möchte sogar wissen, wie es weitergeht bzw. was er jetzt aus seinem Leben macht.
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