Eine heftige Depression – dank des Geldes von Mama und Papa

C. M./peopleimages.com, Adobe Stock / Twitterperlen Illustrations

Als Kind wohlhabender Eltern hat man es verdammt leicht – so zumindest der erste Gedanke von uns „Normalsterblichen“. Schließlich muss sich der reiche Nachwuchs ja nicht mit nervigen Dingen wie Geldproblemen herumschlagen. In der Schule klappt es nicht wirklich? Macht doch nichts, die vier Nachhilfelehrer*innen holen wir uns doch gerne in den Westflügel unseres Hauses. Und warum überhaupt Sorgen um ein WG-Zimmer während des Studiums machen? Auf der Privatuni ist für alles gesorgt. Der sechsstellige Semesterbeitrag muss sich schließlich auch irgendwie lohnen.

Ja, die Startbedingungen von Kindern hängen in diesem Land stark vom Geldbeutel der Eltern ab. Doch frühzeitig keine finanziellen Sorgen haben zu müssen, bedeutet nicht automatisch, dass man auch keine anderen Sorgen hat. Im Gegenteil: Wer bereits in jungen Jahren nur über Geld und Äußerlichkeiten definiert wird, kann es später ausgesprochen schwer haben. Ein Reddituser, der aus reichem Hause stammt, hat genau das erleben müssen und darüber einen ehrlichen Thread verfasst.

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Ich versuche seid einigen Jahren nachzuholen, was mir der fehlende Antrieb aus dem ersten Viertel meines Lebens eingebrockt hat.

Die ersten 25 Jahre musste ich mich um quasi nix relevantes kümmern und hab alles Papa und Mama regeln lassen, bzw. es wurde über meinen Kopf hinweg mit Geld geregelt1/5

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Schule? Hab ich mich irgendwie durchgewurschtelt.

Geld? Taschengeld hat immer dicke gereicht.

Uni? Privat nach dem Abi, hatte einen 3.7er Schnitt und war kaum dabei. Statt mich damit auseinanderzusetzen, ob ich wirklich in etwas Talent habe, dann einfach BWL studiert.2/5

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War wirklich kein einfaches Studium, aber einfacher als um mich darum zu kümmern was ich mit meinem Leben machen soll.

Wohnung? Papa hat mich erst Mietfrei in einer seiner Eigentumswohnung leben lassen und sie mir später überschrieben.

Beziehung? Hab ziemlich lange ne relativ unnötig Beziehung geführt, weil ich zu feige war mich zu trennen.3/5

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Mir ist erst alles auf die Füße gefallen, als mich eine heftige Depression und Sucht (Opiate) am Ende meiner Master-Thesis so richtig aus dem Leben geworfen hat.

Ich war ein echtes Vorzeigetier von Wohlstands- Verwahrlosung.4/5

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Erst mit ca. 30 hab ich dann angefangen den Karren aus dem Dreck zu ziehen.

Sollte ich später eigene Kinder haben, würde ich nicht erwähnen wie viel Geld im Hintergrund kursiert und maximal immer etwas besteuern und mich emotional zur Seite stellen und nicht finanziell, mir hat es den ganzen „Drive“ im Leben genommen.5/5

Kommentare & Reaktionen:

Klingt doch sehr reflektiert, oder? Das sehen die meisten der Userinnen und User genauso und beglückwünschen den jungen Mann zu seiner Erkenntnis. Manch einer möchte sogar wissen, wie es weitergeht bzw. was er jetzt aus seinem Leben macht.

So ist es

Wichtig, du hast es noch sehr früh erkannt, reflektiert. Ab jetzt dran bleiben, schauen was du willst und kannst. Und das auch wenn der Schmerz als Antrieb fehlt..

Manchmal fällt einem selbst gar nicht auf, was man wirklich alles kann

Na schau! dachte ich mirs doch gleich beim lesen: der kann sicher einiges :) Ps: auf die "ich kann" Liste würd ich ganz oben und ganz fett noch folgendes hinzufügen: "Reflexionsfähig". Wichtige und sau seltene Eigenschaft die du hast!

Gilt übrigens auch für alle anderen Kinder

Du kannst nichts für schlechte Eltern.

Wäre interessant, zu erfahren, oder?

Gute Beichte. Es interessiert mich was du heute kannst und machst und wie du lebst.

Soziale Arbeit studieren und viel handwerkliches versuchen zu lernen. Hab dieses Jahr ein Motorrad teilrestauriert. Auto schrauben, bzw. leichtere Sachen selbst reparieren. Vor 2 Jahren nen Kamin selbst aufgebaut und an den Schacht angeschlossen, dann den Kettensägenschein gemacht, damit ich selbst Holz sammeln gehen kann. Hoffe dieses Jahr schaffe ich es noch einen Schrank zu bauen der unter eine Treppe soll. Ansonsten viel Haushaltskram, mich um Tiere kümmern. Kohle kommt durch nen KiTa/OGS Job rein.

Jemand, der auf der gegenüberliegenden Seite stand

:) nice. Ich bin ein Kind armer Eltern und kann super viel. Musste immer hustlen und bin der erste meiner Familie an der Uni gewesen. Würde schon sagen die Angst und Ungerechtigkeitsgefühl war immer meine Peitsche.

Dem können wir uns am Ende nur anschließen

Ich habe wenige Leute aus privilegierten Verhältnissen kennen gelernt, die sich diese Privilegien eingestehen konnten. OP, ich habe großen Respekt vor dir und ich wünsche dir und der Familie, die du hoffentlich eines Tages hast, das Allerbeste.
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