Was sich nur reiche Familien leisten können

Über Geld spricht man eigentlich nicht. Zumindest nicht, wenn man in Deutschland aufgewachsen ist. Man weiß zwar durch Gerüchte ungefähr, was der Nachbar verdient oder was die Kollegin für ihre neue Küche bezahlt hat und dass der Cousin dritten Grades neuerdings „irgendwas mit Immobilien“ macht, aber über den eigenen Kontostand wird eisern geschwiegen. Besonders dann, wenn Geld in der Kindheit eher knapp war. Überhaupt weiß man als Kind meistens gar nicht, wie viel Geld die eigene Familie eigentlich zur Verfügung hat. Man kennt vielleicht das Wort „teuer“ oder hört regelmäßig ein „Das können wir uns nicht leisten“ und entwickelt dementsprechend irgendwann ein erstaunlich gutes Gespür dafür, welche Wünsche man besser gar nicht erst äußert. Aber was Armut oder finanzielle Sorgen wirklich bedeuten, versteht man häufig erst viel später. Nämlich dann, wenn man erwachsen ist und plötzlich merkt, dass andere Kinder offenbar ganz andere Selbstverständlichkeiten hatten.

Und manchmal sind es nicht einmal die großen Dinge, an denen man das im Nachhinein erkennt, sondern es sind vielmehr die Kleinigkeiten. Dinge, über die man nie nachgedacht hat, weil man schlicht davon ausging, dass das eben überall so ist. Bis man irgendwann feststellt: Ähm … nein. Offenbar nicht. Ähnlich geht es auch den Userinnen und Usern in den folgenden Geschichten von Reddit. Sie verraten euch nämlich, woran sie gemerkt haben, dass sie als Kind arm aufgewachsen sind. Aber lest einfach selbst.

Ein Luxus, der nicht für alle selbstverständlich ist

Nie auswärts gegessen

Oh man … so schade

Wir sind nie in den Urlaub gefahren in den Ferien. Die anderen aus der Klasse erzählten immer Stolz von irgendwelchen Campingreisen nach Frankreich oder die ganz Reichen auch von Flügen nach Italien. Bei uns gabs am ersten Tag der Sommerferien einen Tagesausflug in die nächst größere Stadt (Oldenburg) und das wars dann. Ich dachte immer, dass es daran lag, dass meine Eltern sich aus Urlaub nichts machen. Jahre später habe ich verstanden, nachdem ich meine Mutter mal darauf angesprochen hatte, dass das eben andere Gründe hatte und sie auch gerne mal für ein paar Tage irgendwo mit uns hingefahren wären

Diese Erfahrung sollte kein Mensch machen

Es war ein reales Problem für mich, dass mein Magen in der Schule geknurrt hat, weil ich nichts zu Essen mitbekommen hab. Da hat man sich dann so schöne Tricks überlegt wie den Bauch ganz tief einziehen, wenn man merkt, dass es wieder so weit ist. Hab ab und an was gebracht.

Dinge, die dich die Kinder eines BWL-Justus fragen

"Hä? Wieso habt ihr kein Haus?" Hä? Die Wohnung ist doch in nem Haus, was willst du?

Sie hat den Traum gelebt

Da habe ich zwar eher gemerkt, wie reich manche sind, aber eine damalige Klassenkameradin hat sich bei mir beschwert, dass ihre Schwester eine schönere Badewanne in ihrem Bad hat als sie. In der Zeit habe ich mit meiner Schwester das Zimmer geteilt und ich habe erst dann realisiert wie sehr anders manche leben

Falsche Prioritäten

Wir hatten oft monatelang kein Internet “Weil die Telekom an den Leitungen arbeitet und das nicht hinbekommt”. Tatsächlich haben wir uns den Anschluss nicht leisten können. Wir haben nie auswärts gegessen, keine Urlaube gemacht (1x 4 Tage in einer Ferienwohnung im Allgäu), keine Neuanschaffungen bei Technik, Möbel, Kleidung, ich hatte kein Fahrrad. Aber kann so schlimm nicht gewesen sein, weil für Zigaretten hatten meine Eltern genug Geld.

Das klingt mies

Geld war scho dar, nur der Umgang damit war schwierig. Geld für Zigaretten war da, aber um Geld fürs Einkaufen wurde gestritten. Stromanbieter wechseln weg von den Stadtwerken, sowas tut man nicht. Licht brennen lassen gab nen Anschiss, aber wehe man schaltet den Fernseher aus, wenn Papa auf der Couch einschläft...

Das wäre ziemlich eng geworden

Wir haben uns zu dritt ein Zimmer geteilt. Wenn ich Freunde treffen wollte, war immer klar dass wir uns nicht bei mir treffen.

Unfassbar

Brot mit Zucker als vollwertiges Essen. Wenn meine Mutter sich von mir Geld für das Einkaufen geborgt hat. Mein Vater hatte genug Geld, um sich eine Sammlung seltener Kameras zu kaufen, aber wir hatten trotzdem nicht genug zu essen.

Das ist schön <3

Kein urlaub, keine Ausflüge, wenn ich neue Dinge haben wollte, habe ich sie mir meist selber gekauft, sind eig auch nie auswärts essen gegangen. Hatte trotzdem eine sehr schöne Kindheit die ich jederzeit wieder durchleben wollen würde.

Eine tolle Sichtweise

Klassischerweise wenn nach den Ferien die großen Urlaube der anderen Mitschüler aufgezählt wurden, wie oft sie mal essen gehen, was im Garten für ein prächtiges neues Werkzeughaus vom Papa aufgebaut wurde. Andererseits habe ich aber oft bei meinen Großeltern übernachtet, teilweise 2 Wochen direkt. Das war für mich eine andere Art Reichtum.

Kommt mir bekannt vor

Geschenkpapier sollte nicht zerrissen werden, man könnte es ja wiederverwenden.

Fürsorge wird hier großgeschrieben

Ich war offensiv arm. Mir war durchgehend bewusst wie es uns geht. Kein Strom, ständig Hunger, bei Klassenfahrten hab ich mich direkt krank gemeldet um Mum zu ersparen das sie sich schlecht fühlt. Keine Geburtstage, kein nix. Ich hab mit 7 angefangen Zeitung auszutragen und würde mit 12 Saucier. Hab jedes Wochenende bis nachts um 1 im Restaurant gearbeitet und zweimal die Woche im Getränkemarkt. Und wenn wir mal Essen hatten, hat meine Schwester schnell nachts alles allein gegessen, weil sie nur sich kennt. Mit 16 bin ich ausgezogen. Kontakt zu Mum ist sehr gut. Ich uberlege Grad wieder zu ihr zu ziehen, sie wird alt und braucht Hilfe und sie hat damals auch alles gegeben, hat halt nur nicht gereicht. Upvote 13 Downvote Reply Award Share

Keine schönen Erinnerungen

Durch Häufigkeit in der Suppe eine vollwertige Mahlzeit war und ich erst als Teen gelernt hatte, das andere sich ganz anders ernähren (können). Hab mir ab da selbst kochen beigebracht, um leckereres Essen trotz wenig Geld zu bekommen. ... Oh und ein einziger Urlaub ein paar Orte weiter in einer Ferienhütte mit 11 Jahren, yeay... Dachte lange dass sowas halt ultra selten ist und haben erzählt bekommen, dass wir ja nur vom unrealistischen Fernsehen geprägt wären, wenn mal darüber geredet wurde. Konnte nicht mal mit auf die Abschlussfahrt in der Schule.

Das ist auch heftig

Bei anderen im Auto mitfahren, fühlte sich für mich immer wie was ganz besonders an. Meine gesamte Familie hatte weder Führerschein, noch Auto.
NEWSLETTER

Verrücktes und Unterhaltsames aus dem Alltag – jeden Abend in einer Mail!

SCHLIESSEN
Artikel Teilen