Eigentlich stören Babys in der Öffentlichkeit doch immer

Wenn man die eigenen vier Wände verlässt, dann passiert meistens unweigerlich Folgendes: Man begegnet anderen Menschen. Außer natürlich, man wohnt irgendwo alleine im Wald, dann sind es wahrscheinlich nur Tiere und die sprechen immerhin nicht. Wenn man aber in der Stadt wohnt, kann man Pech haben und dem ersten Menschen schon im eigenen Treppenhaus begegnen. In der U-Bahn, an der Haltestelle, beim Bäcker, beim Arzt, im Lieblingscafé, sogar auf der Toilette im Büro. Sie lauern überall.

Während einige Menschen damit keine Probleme haben, gibt es auch die Spezies, die sich schon bei der kleinsten Interaktion gestört fühlt. Wenn ihr selbst Kinder habt, kommt euch das sicher bekannt vor. Wenn Blicke töten könnten … Wenn man mit kleinen Babys oder Kindern manche Orte betritt, wird man nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen. Stattdessen gibt es rollende Augen und genervte Seufzer. Diese Erfahrung machte auch Threads-Userin @mutti2.merkel, die mit ihrem acht Monate altem Baby eine unschöne Begegnung mit einer älteren Dame hatte. Wir haben die ganze Story und die besten Reaktionen darauf für euch gesammelt.

8 Monate altes Baby sitzt im Café glücklich in seinem Hochstuhl und beschäftigt sich quietschend mit einem Büchlein - da dreht sich eine ältere Dame genervt zu uns um "Kann sich das Kind nicht benehmen?!"

Wenigstens einer

"Das Kind schon, ich nicht. Und jetzt Schnauze halten"

Genau so nämlich

„Es ist 8 Monate alt. Ich weiß, das ist bei Ihnen etwa ein Jahrhundert her, aber auch Sie haben in dem Alter nichts anderes gemacht." Zack Ruhe

Der sitzt

Ich gehöre ja selbst zu Generation „Ältere Dame“ Mir zaubert ein quietschendes Baby ein Lächeln ins Gesicht Ich liebe diese kleinen Windelpupser Notiere den Satz: wenn Sie am Friedhof vorbei laufen, binden sich die Maden Lätzchen um.

Wer kann sich hier nicht benehmen?

Hätte gesagt "doch, dass tut es im Gegensatz zu gewissen alten Damen auch gerade und jetzt gehen sie jemand anderem auf die Nüsse und drehen sich wieder um"

Selbstkontrolle? Was ist das?

Klar, sagt ausgerechnet die Person, die trotz Jahrzehnten Gelegenheit, emotionale Selbstkontrolle zu üben, wildfremde Leute anpöbelt, weil sie mit Babygeräuschen nicht klar kommt Wer kann sich hier nicht benehmen?

Word!

„Doch, besser als sie jedenfalls!"

Früh übt sich

Mal ehrlich, es ist 8 Monate alt. Es sollte gefälligst die Krawatte gerade rücken und in Ruhe die Financial Times lesen!

Wie schön

Oh, da wäre mir aber Antworten eingefallen... Ich hatte das neulich auch in einem Café, mit einem Baby – ähnliche alt, das sich begeistert mit einer Serviette vergnügte. Die Eltern haben immer wieder versucht, die Jubel zu unterbinden. Daraufhin habe ich mich umgedreht und gesagt, ein lachendes Kind stört nicht. Lassen Sie es weiter lachen und wenn das stört, der kann ja gehen mir rettet es den Tag.

Die bessere Handlungsmöglichkeit

Reden wir vom leisen Quietschen oder dem extrem schrillen "Aiiiiiiiihh" was ich oft von glücklichen Babys höre? Nicht negativ gemeint btw, doch diese Art Quietschen kann durchaus in den Ohren weh tun. Ich würde mich allerdings lediglich wegsetzen (müssen, da ich einen Gehörschaden habe), und dich nicht anpampen.

Siehe oben

Leute, die alte Frau hat sich im Ton vergriffen, definitiv ja. Kinder gehören ins öffentliche Leben in all ihrer Bandbreite, ja. ABER Rücken an Rücken mit einem Baby sitzen, welches seine Stimme entdeckt und extrem quietscht IST super anstrengend. Ich verstehe, dass es nervt, wenn man sich auf ein gemütliches Käffchen mit Moni gefreut hat. Ich verstehe sogar die Intention an die Eltern, vielleicht das Baby etwas ruhiger zu beschäftigen statt "Schaut her, wie glücklich mein Baby quietscht!"

Traummann

Meine Kinder, damals 3&5, saßen bei meinem jetzigen Partner im Geschäft (Bäckerei Franchise, Vater vom Männe Inhaber). Es war kurz vor Weihnachten, beide laut lachend über ein Katalog vom Spielzeug-Geschäft. Rentner-Stammgäste (die mich eh schon aufm Kicker hatten, weil ich ja mit dem Juniorchef geflirtet habe - hab doch Kinder und ich will ja nur ans Geld): "können die Gören nicht mal leiser sein?" Hab dann laut gefragt, ob ihre Kinder Engel seien oder sie keine hätten.

Mein (jetzt) Männe hatte an dem Tag frei, seine Eltern standen am Verkaufsraum, haben alles mitbekommen. Ich war am nächsten Tag wieder hin und wollte mich für mein Verhalten und das meiner Kinder im Laden entschuldigen, weil wir nie laut waren, kein Dreck gemacht haben und wenn, haben wir es auch selber weggemacht. Ich hatte an mir und meiner Erziehung gezweifelt. Da sagte mir mein Partner, ich solle mir keine Sorgen machen, ich hätte alles richtig gemacht und wenn er da gewesen wäre

Hätte er sich eingemischt und dem Rentnerpaar mal paar Takte erzählt.

Von so viel Selbstreflexion kann die ältere Dame nur träumen

Seit ich Hörgeräte brauche, sind bestimmte Geräusche für mich sehr unangenehm, nicht zuletzt im Stimmengewirr eines Restaurants. Es ist mein Problem, nicht das der Gesellschaft. Ich würde mich woandershin setzen - am liebsten so, dass ich das fröhliche Kind „aus sicherem Abstand" betrachten kann.
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