Brände im Regenwald – Die treffendsten Tweets

In Brasilien wüten schon seit etwa vier Wochen die schwersten Waldbrände seit Jahren. Über 70.000 Brände wurden bislang registriert. Pro Minute verbrennen Flächen so groß wie drei Fußballfelder.

Das ist passiert

Nach Einschätzung von Experten haben Farmer die Brände im Amazonasgebiet gelegt, um Weideflächen und Felder zu schaffen. Weil es in der Region derzeit sehr trocken ist, greifen die Brände auf angrenzende Waldflächen über.

Letzte Woche verdunkelte sich sogar der Himmel über São Paulo, als eine Rauchwolke so groß wie die gesamte EU über Südamerika hing. Die gruseligen Bilder gingen auf Twitter und Facebook viral. Das brachte dann endlich auch mal die deutschen Medien auf den Plan, die sich bis dahin eher Greta Thunberg, den bösen Grünen oder Z-Promis abgearbeitet haben.

Warum der Amazonas-Regenwald so wichtig ist

Nur um es nochmal festzuhalten: Die Grüne Lunge der Welt, die für 20% der weltweiten Sauerstoffproduktion verantwortlich ist und als einer der größten CO2-Speicher der Welt gilt, brennt lichterloh und kaum einen schien es zu interessieren. Und auch jetzt blenden viele diese globale Katastrophe einfach aus. Als Notre Dame brannte, weinte hingegen schon nach wenigen Stunden die halbe Welt. „Ohne den Erhalt des Amazonas-Regenwaldes werden wir die Klimakrise nicht in den Griff bekommen“, sagte ein Sprecher des WWF. Letztendlich funktioniert er nämlich wie eine gewaltige Klimaanlage.

Welche Rolle spielt Jair Bolsonaro?

Nicht, dass die ganze Tragödie überraschend gekommen wäre, seit Amtsantritt des neuen ultrarechten Präsidenten Bolsonaro mehren sich die Hinweise drauf, dass die neue Regierung Brasiliens die Brandrodung vorantreibt, wo sie nur kann. Aber wer ist dieser Jair Bolsonaro? Er verherrlicht Folter und Diktatur, lockert Waffengesetze, hetzt gegen Homosexuelle und ethnische Minderheiten und verleugnet – wie sollte es auch anders sein – den Klimawandel. Einige nennen ihn deshalb scherzhaft auch „Tropen-Trump“. Auch wenn das alles andere als lustig ist. Als er sich letzte Woche im Fokus der Berichterstattung sah, behauptete er mal eben, die Umweltschützer hätten die Brände selbst gelegt. Eine internationale Einmischung verbittet er sich.

Warum die westliche Welt eine Mitschuld trägt

Und der Rest der Welt? 20 Millionen Dollar wäre den G7-Staaten eine Soforthilfe wert, die Brasilien gestern jedoch ablehnte. Obwohl es dringend notwendig wäre, politischen Druck auf Brasilien auszuüben, ist bislang nichts nennenswertes passiert. Dabei ist die westliche Welt mit für die Brände verantwortlich. Denn, nicht nur Deutschland importiert jede Menge Palmöl und Soja (als Futtermittel), und hofiert somit die Politik der Abholzung. Und natürlich ist Brasilien auch der größte Rindfleischexporteur der Welt. Die Agrar-Industrie ist somit eine der wichtigsten Säulen des Landes. Die landwirtschaftliche Produkte, die allein die EU aus Brasilien importiert, haben einen jährlichen Einfuhrwert von 14,5 Milliarden Euro.

Sicher, die schlimmsten Brände werden jetzt mit Hilfe des Militärs gelöscht, aber der Raubbau und die Abholzung werden unter der aktuellen Regierung weitergehen. Zu groß ist das Geschäft mit Palmöl und Soja.

Hoffen wir, dass die Weltgemeinschaft endlich aufwacht und etwas tut. Bevor es wirklich zu spät ist. Fakt ist: So einfach aufforsten lassen sich der Regenwald und sein komplexes Ökosystem, das fast 50 Millionen Jahre seit Entstehung überdauert hat, nicht.

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Wir haben uns auf Twitter umgesehen und die treffendsten Tweets für euch zusammengetragen.

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