
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist noch keine 1 1/2 Jahre im Amt und hat es dennoch geschafft, es sich mit nahezu jedem zu verscherzen. Klar, begonnen hat er damit bereits vor seiner Kanzlerschaft, da durften unter anderem Geflüchtete herhalten, die sich laut Merz alle in den Zahnarztpraxen des Landes ihre Zähne vergolden lassen, nur um anschließend als Probleme in unserem Stadtbild zu dienen. Heute sind wir jedoch schon einige Schritte weiter, denn eigentlich ist das ganze Land faul – abgesehen natürlich von den echten Leistungsträgern unserer Gesellschaft, die zuverlässig an ihrem Sportwagen, ihrem Maßanzug oder der goldenen Rolex zu erkennen sind. Sogenannte „Macher“ also, die noch selbst anpacken, und wenn es nur der Kragen der Belegschaft ist, weil diese mal wieder keine Überstunden buckeln möchte.
Doch weil selbst ein Friedrich Merz manchmal eine Pause einlegen muss und nicht alles und jeden selbst beleidigen kann, haben wir von Twitterperlen versucht, ihm etwas unter die Arme zu greifen. Herausgekommen ist eine Top-10-Liste, die so wohl auch direkt aus der Feder der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) stammen könnte.
#10: Altenpflegerinnen und Altenpfleger
Klar, ab und an muss man mal nach den Bewohnerinnen und Bewohnern sehen – aber der restliche Tag besteht doch ausschließlich aus freier Wartezeit! Wie soll so bitte unser Wohlstand erhalten werden? Während in den Betten alle friedlich schlafen, könnte man als Pflegerin oder Pfleger gut und gerne noch am Fließband stehen und WIRKLICH etwas leisten. Fördern und fordern sollte auch in diesem Beruf das Mantra sein.
#9: Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen
Haha, von wegen stressiger Job! Den lieben langen Tag im Schichtdienst schlafen und auf Einsätze warten – das muss diese Work-Life-Balance sein, die heutzutage immer alle einfordern. Nein, so kann es mit diesem Land nicht aufwärtsgehen. Zwischen dem Autounfall und dem nächsten Hausbrand erst mal etwas leisten.
#8: Dönerverkäufer
Habt ihr schon mal einen Dönerverkäufer richtig arbeiten sehen? Nein, ich auch nicht. Wenn man es genau nimmt, stehen die den ganzen Tag nur neben einem sich drehenden Spieß – und machen rein gar nichts. Klar, nur mal kurz die Augen ausgeruht! Es wird Zeit, dass hier endlich die fleißigen Maschinen übernehmen, denn: Der Gerät wird nie müde, der Gerät schläft nie ein, der Gerät ist immer vor der Chef im Geschäft und schneidet das Dönerfleisch schweißfrei. Der Gerät jammert nicht und fordert auch keine Arbeitnehmerrechte oder so nervige Dinge wie Lohnfortzahlung bei Krankheit ein. Daran sollten sich diese Dönerverkäufer mal ein Beispiel nehmen!
#7: Grundschullehrkräfte
Aha, mal wieder nur Teilzeit! Schließlich sitzen die Kinder zum Glück nur bis Mittag faul und untätig im Klassenzimmer herum. Doch von nichts kommt eben nichts. Das ABC, schön und gut, aber ohne Wirtschaftswissen und Aktienhandel wird das nichts mit der ersten Million bis zur vierten Klasse. Und daran tragen in erster Linie diese faulen Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer (sind das denn überhaupt richtige Lehrer?!) die Hauptschuld.
#6: Kita-Personal
Es ist schon ganz gut so, dass die Politik seit Jahren dafür sorgt, dass es zu wenige Betreuungsplätze gibt und daher nicht jedes Kind einen Platz findet. Im Grunde wird hier doch den ganzen Tag nur gespielt und von etwas Topfschlagen und Kinderlieder singen steigern wir unser Bruttoinlandsprodukt bestimmt nicht! Und überhaupt: Wie soll aus unseren Kindern je etwas werden, wenn sie nicht von kleinauf an 9 to 5 und die Extrameile gewöhnt werden? Alle total verweichlicht, allen voran das Teilzeit-Kita-Personal!
#5: Bademeisterinnen und Bademeister
Mal Hand aufs Herz: Sollte das nicht lieber der Markt regeln? Im Schwimmbad gilt dasselbe wie in der Wirtschaft: Wem das Wasser bis zum Hals steht, sollte nicht den Kopf hängen lassen. Erst mal selbst den Hintern hochbekommen, bevor man gleich wieder nach Hilfe ruft. Diese Bademeister*innen sitzen am Beckenrand, gucken Löcher in die Luft und machen 90 Prozent der Zeit NICHTS! Und Wettbewerb belebt das Geschäft, von daher reicht auch ein Bademeister oder eine Bademeisterin für fünf Becken locker aus.
#4: Bundesregierung
Nach der letzten Diätenerhöhung ist vor der nächsten Diätenerhöhung – man kennt das Spiel mittlerweile. Und weil niemand gezwungen ist, wirklich im Parlament anwesend zu sein, geschweige denn mitzuarbeiten, ist hier dem Arbeitszeitbetrug doch Tür und Tor geöffnet. Dass es kein Recht auf Faulheit gibt, scheint bei dieser Berufsgruppe noch lange nicht angekommen zu sein. Zu viel Geklüngel samt Maskendeals, angestellte Familienmitglieder und völlig intransparente Lobbykontakte – es wird Zeit, dass in diesem Money-Life-Balance-Laden mal jemand so richtig aufräumt … oh MOMENT!
#3: Journalistinnen und Journalisten
Da haben wir sie, diese elenden Nutznießer! Schauen Spitzenpolitikern und Spitzenpolitikerinnen den ganzen Tag lang nur auf die Finger und warten darauf, dass sie in das nächste Fettnäpfchen treten. Da hat Charlotte Merz schon recht, wenn sie diese bei nervigen Fragen zur Seite drängt. Warum nicht endlich mal einen Artikel darüber schreiben, wie schwer es die gehobene Mittelschicht aus Millionären und Milliardären in diesem Land hat?!
#2: Familien
Care-Arbeit, dass ich nicht lache! Was soll das denn bitte für eine Arbeit sein, wenn diese nicht mal bezahlt wird? Es ist kein Zufall, dass die Kleinsten unserer Gesellschaft auch die Faulsten sind. Noch nichts geleistet, aber wollen, wollen, wollen. Das ist doch keine Einstellung, mit der sich unsere Wirtschaftsbosse den nächsten Porsche oder Privatjet hinstellen können. Nein, dieses leistungslose Einkommen wie Kindergeld, Elterngeld oder Mutterschaftsgeld fördert doch nur weiter diese „Null-Bock-Einstellung“ – vor allem bei diesen Teilzeit-Muttis. Kinder sind Arbeitsmittel, und dieses Potenzial darf unser Land nicht verschlafen!
#1: Social-Media-Heinis
Na gut, ausnahmsweise hätte Friedrich Merz hier mal vollkommen recht. Wir sitzen wirklich den ganzen Tag nur bequem herum und surfen durch das Internet, ohne irgendeinen Mehrwert zu schaffen Meist sogar ohne Hose im Homeoffice, während das 5.000-Euro-Lastenrad vor sich hinstaubt. Das Anstrengendste in unserem Job ist die Mittagspause, wenn wir uns nebenan einen Hafermilch-Cappuccino für 6 Euro gönnen und uns dazu eine Bowl reinschaufeln. Aber einer muss es ja schließlich machen und ganz umsonst soll die Tischtennisplatte in der Agentur nun auch nicht sein, oder? Und außerdem: Jeder ist seines Unglückes Schmied!
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