Zwei Kollegen haben sich wegen mir beschwert

Ausdrucksstarke Collage zum Thema Arbeitsplatzkonflikte und toxische Büro-Dynamik: In der Mitte steht eine ältere Frau in Schwarz-Weiß, die sich in einem leuchtend gelben Pullover sichtlich verwirrt und fragend am Kopf kratzt. Links von ihr steht eine junge Frau, die in einem knallig orangen Hemd wütend und wild gestikulierend in ihre Richtung schreit. Auf der rechten Seite wendet sich ein junger Mann in einem magenta-pinken T-Shirt mit einer abwehrenden Handbewegung und genervtem Gesichtsausdruck ab. Ein weißes Aktenkoffer-Icon, kleine Blitz-Icons und das Pop-Art-Motiv vor einem markanten blau-violetten Wellen-Hintergrund visualisieren pointiert Generationenkonflikte im Job, mangelnde direkte Kommunikation und den frustrierenden Moment, wenn man völlig unerwartet von den eigenen Kollegen angeschwärzt wird.
ViDi Studio, Adobe Stock / Twitterperlen Illustration

Leider ist das Berufsleben kein Ponyhof. Und es gibt hin und wieder einmal Momente, die einen völlig unvorbereitet treffen. Man denkt, dass alles im Großen und Ganzen gut läuft: Man arbeitet zusammen, erledigt seine Aufgaben, wechselt hier und da ein paar Worte mit den Kolleginnen und Kollegen. Und dann stellt sich eines Tages überraschend heraus, dass Wahrnehmungen sehr viel heftiger auseinandergehen können, als man zu Anfang vielleicht gedacht hat. Und was früher vielleicht direkt untereinander angesprochen worden wäre, läuft heute manchmal auf … äh, sagen wir anderen Wegen.

Gerade wenn man schon lange im Berufsleben steht, fühlt sich genau so etwas fremd an. Man hat Routinen entwickelt, ein eigenes Verständnis davon, wie Dinge geklärt werden sollten, und merkt plötzlich, dass diese Regeln nicht mehr für alle gelten. Doch das wirft auch Fragen wie in unserer heutigen Geschichte von @S_Schnuerperle auf: über Kommunikation, über Wahrnehmung und darüber, wie wir eigentlich miteinander umgehen wollen und sollen. Aber lest einfach selbst!

Ich bin gestern zu einem Gespräch mit meiner Vorgesetzten gebeten worden und in der Probezeit, bin ich da sofort in Sorge. Stellt sich raus, zwei Kollegen haben sich wegen mir beschwert. Situation 1: Ich bin einer Kollegin, bei einem privaten Gespräch in der Tram, mit meiner

Meinung sehr zu nahe getreten. Völlig okay, war nicht in Ordnung aber wieso, geht man damit zum Chef und sagt mir das nicht? Wenn ich übergriffig bin, ist das nicht okay aber mich dafür in der Firma anschwärzen? Situation 2: non binärer Kollege (ja, Kollege ist für ihn okay)

wird von mir, unbeabsichtigt, alsKollegin bezeichnet. Er weist mich darauf hin, ich entschuldige mich, erkenne meinen Fehler. Danach sind wir beide, gefühlt, wieder fein, arbeiten gut zusammen. Turns out, hat sich wegen Mobbing beschwert. Ich schwöre, es gab nur diese Situation.

Danach kaum Kontakt und der eine, den es dann noch gab, war, von meiner Seite aus, sehr angenehm. Was stimmt mit den jungen Menschen nicht? Wann ist dieses "miteinander reden" aus der Mode gekommen? In 27 Berufsjahren, hat sich noch nie jemand über mich beschwert.

Das heißt nicht, dass ich immer korrekt oder fehlerfrei bin, es heißt aber, dass es Zeiten gab, da hat man Leute direkt angemotzt und sie nicht über die Klingen springen lassen. Übrigens kann mir Kollegin 1 derzeit nicht in die Augen schauen. Ich kann das und habe mich bei beiden

entschuldigt. Es liegt mir fern, Leute zu verletzen oder absichtlich zu beleidigen. Übrigens hat eine Kollegin mitbekommen wie es mir ging und ist sofort zur Chefin um für mich zu sprechen. Das fand ich sehr lieb und es hat mich enorm gerührt, dass jemand für mich Eintritt. 🥰

Kommentare und Reaktionen:

Hmmm, das klingt doch eigentlich nach etwas, das man friedlich hätte lösen können, oder nicht? Und genau darüber wird in den folgenden Kommentaren ziemlich ehrlich gesprochen.

So ist das eben, wenn man mit Menschen zu tun hat

Kommst um Menschen nich drum rum. Interessant fänd ich aber, wie die Chefin das im Gesamtbild gehändelt hat. Also auch mit den beiden. Ließ sie sich aufstacheln und hat direkt übernommen oder hat sie vermittelt? Wenn Ersteres dann red flag.

Ist das schon eine Red Flag?

Sieh zu das Du da weg kommst. Irrenhaus...

Oder einfach alles professionell halten

Schau, dass du fix was anderes findest. Letztlich kannst du dich mit den Kollegen doch nicht mehr normal unterhalten, ohne Gefahr zu laufen, wieder wegen nichts angeschwärzt zu werden. Und bei der Kündigung würde ich der Chefin auch genau diesen Beweggrund klar formulieren.

Absolut

Mit sowas rennt man doch nicht zu seinem Chef. Das klärt man bilateral und fertig. Absoluter Kindergarten.

Weird ey, wenn sich Erwachsene wie Kinder verhalten

So ähnlich kenne ich es auch: neue Kollegen, werden eingearbeitet und ich zumindest sage immer: bitte bei Problemen immer zuerst mit demjenigen reden, wir klären das im Team! Jeder macht Fehler, jeder sagt unbewusst ein falsches Wort, das ist im Alltag so! Aber nein:
leich per Anruf oder Mail alles zum Chef! Keine Ahnung, warum man nicht erst miteinander redet! Und hier sind es durchweg ältere Kollegen die das so durchziehen! Das macht eine tolle Stimmung im team.nicht. Ich sehe in deinem Verhalten keinen Fehler!

Amen

Kollegen sind keine Freunde!
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