
Ja, ich weiß, dass ich mich oft darüber beschwere, dass das Familienleben zu voll, zu laut und generell zu viel ist. Diese Woche bekam ich die Quittung. Meine Kinder waren weg. Keine Sorge, nicht im Heim oder der Autobahnraststätte. Mehr so im Urlaub. Eine Woche nur für mich …
Es ist … toll. Wirklich. Gaaaanz großartig. Mit Ausnahme der 23,9 Stunden am Tag gähnender Langeweile. Das Haus schweigt. Sämtliche Klamotten, die auf dem Boden liegen, stammen von mir selbst. Niemand schreit zwanzig Minuten nach der Mahlzeit nach einem Snack und niemand, absolut niemand fällt mir ins Wort oder ignoriert mich beflissen. Selbst die Ladekabel sind da, wo ich sie hingelegt habe – also unaufgeräumt in der Küche.
Wie macht ihr das, ihr Menschen ohne Kinder? Was ist euer Geheimnis? Wie bringt ihr die Stimmen in eurem Kopf zum Schweigen, wenn euch niemand ein Ohr abkaut und gleichzeitig widersprüchliche Dinge fordert? Wen macht ihr verantwortlich für all die Aufgaben, die ihr nicht unterbekommt und es auch gar nicht versucht? Und herrje, wie zum Henker ernährt man sich allein? Für eine Person zu kochen, ist ungefähr so befriedigend wie ein abgerissener Schnürsenkel! Der Müll beginnt zu stinken, die Spülmaschine wird nicht voll, von der Wäsche möchte ich gar nicht erst anfangen!
Dazu kommt das schlechte Gewissen, weil man die Zeit doch genießen sollte. Ich schwöre, ich rede nie wieder ein schlechtes Wort über meine Kinder. Also fast zumindest. Ich versuch’s. Okay, okay, wir schauen mal, wie die nächste Woche läuft. Bis dahin genießen wir erst einmal unsere Anekdoten aus dem Familienleben!
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