Diese Fehler solltet ihr nach einer Kündigung unbedingt vermeiden

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Irgendwann trifft es dann doch die meisten von uns. Manchmal ist es eine Entscheidung, die wir selbst und zum Wohle unserer Nerven treffen. Und manchmal kommt sie eben ganz unfreiwillig und gefühlt aus dem Nichts: die Kündigung.

Aber wie reagiert man in so einem Moment eigentlich richtig? Lässt man aus den Emotionen heraus kurz das pubertierende Kind in sich frei und liefert sich noch eine hitzige Abschlussdiskussion mit dem Chef? Schließlich sind wir doch alle nur Menschen. Oder schaut man, dass man möglichst schnell aus der Situation rauskommt, seine sieben Sachen packt und erst mal nach Hause verschwindet? Ja, insgeheim würden sich vermutlich einige für Variante eins entscheiden. Nach jahrelangem Dienst fürs Unternehmen, Überstunden und dem ein oder anderen geschluckten Kommentar darf einem schließlich auch mal kurz der Hals platzen.

Aber vielleicht gibt es eine bessere Variante. Threads-User @karriere_nick hat uns nämlich eine kleine Schritt-für-Schritt-Anleitung gegeben, wie man nach einer Kündigung am besten reagieren sollte. Klingt in der Theorie ziemlich vernünftig – aber klappt das im echten Leben wirklich genauso?

Kündigung bekommen. Der Kopf steht still. Aber die ersten 72 Stunden entscheiden mehr als die nächsten 3 Monate. Ich habe als Personalleiter viele Trennungen begleitet. Die teuersten Fehler passieren fast alle in diesen drei Tagen. Hier ist die Reihenfolge:

Stunde 1: Unterschreib nichts. ❌ Aufhebungsvertrag am selben Tag ❌ Ausgleichsquittung ❌ alles mit "Verzicht" im Kleingedruckten ✅ "Ich nehme das mit und melde mich." Dieser eine Satz kostet dich nichts. Aber er schützt alles.

Stunde 2: Sortier den Kopf, bevor du irgendwas absendest. ❌ wütende Mail an den Chef ❌ Abschieds-Rundmail im Affekt ❌ LinkedIn-Post noch am selben Abend → Schreib alles auf, was raus muss. Aber schick nichts davon ab.

Tag 1: Sichere deine Unterlagen. → Arbeitsvertrag und alle Nachträge → Gehaltsabrechnungen → Zielvereinbarungen und Bonus-Regelungen → deine eigenen Erfolge und Zahlen aus dem Kopf notieren Wichtig: nur deine eigenen Dokumente. Keine Firmendaten mitnehmen.

Tag 1: Zwei Fristen laufen ab jetzt. → Gegen die Kündigung klagen kannst du in der Regel nur 3 Wochen lang → Bei der Agentur für Arbeit musst du dich meist innerhalb von 3 Tagen arbeitsuchend melden Beides gilt auch, wenn du noch gar nicht weißt, was du eigentlich willst.

Tag 2: Der Aufhebungsvertrag. Er klingt oft fair. Aber prüf drei Dinge, bevor du unterschreibst: → Er kann beim Arbeitslosengeld eine Sperrzeit auslösen, meist 12 Wochen → Eine Abfindung schützt davor nicht automatisch → Was drinsteht, ist verhandelbar. Auch das Zeugnis Im Zweifel: prüfen lassen. Die Beratung kostet weniger als ein Fehler.

Tag 2: Sichere dein Zeugnis. → Du hast Anspruch auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis → Fordere es schriftlich an, solange alle noch gesprächsbereit sind → Biete an, selbst einen Entwurf zu liefern. Viele Chefs sind froh darüber

Tag 2: Rechne dein Geld durch. → Resturlaub, den du nicht mehr nehmen kannst, wird in der Regel ausgezahlt → Überstunden: nur was dokumentiert ist, zählt → variable Vergütung und Boni anteilig klären → Rückgabe von Laptop und Firmenwagen schriftlich bestätigen lassen

Tag 3: Was du jetzt NICHT tust. ❌ 30 Bewerbungen im Panikmodus rausschicken ❌ öffentlich über den Arbeitgeber herziehen ❌ das erstbeste Angebot nehmen, nur um das Gefühl loszuwerden Deshalb: erst Fristen sichern, dann Tempo aufnehmen. In dieser Reihenfolge.

Tag 3: Leg deine Sprachregelung fest. Zwei Sätze, die du ab jetzt überall erzählst: → "Das Unternehmen hat sich neu aufgestellt, meine Rolle war betroffen." → "Deshalb suche ich jetzt gezielt nach [deiner Zielrolle]." ❌ Flucht-Erzählung ✅ Zukunfts-Erzählung Wer die Geschichte selbst erzählt, wird nicht zur Geschichte.

Die Übung für heute Abend. 10 Minuten: 1. Notiere das Datum, an dem die Kündigung bei dir angekommen ist 2. Rechne 3 Wochen dazu und trag dir den Termin ein 3. Melde dich online bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend 4. Leg einen Ordner an: Vertrag, Abrechnungen, Zeugnisse 5. Schreib deine zwei Sätze Sprachregelung auf Danach darfst du den Laptop zuklappen.

Und der wichtigste Satz zum Schluss: Eine Kündigung ist eine Entscheidung über eine Stelle. Sie ist kein Urteil über dich. Du darfst wütend sein. Du darfst traurig sein. Aber ab Tag 4 gehört deine Energie wieder dir.

Vermutlich ist das alles leichter gesagt als getan. Aber irgendwo klingt es doch ziemlich schlüssig und sinnvoll: nichts überstürzen, erst mal einen klaren Kopf bewahren und sich vor allem nicht über den Tisch ziehen lassen. Und mit einer Sache hat er definitiv recht, die sollten wir alle im Hinterkopf behalten: Eine Kündigung ist kein Urteil über uns, unseren Wert oder unser Können.

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