Wo ist die Hilfsbereitschaft? Wenn die Mitmenschen lieber nicht hinschauen …

Ausdrucksstarke Collage zum Thema Zivilcourage, Ignoranz im Alltag und fehlende Nächstenliebe: Auf der linken Seite liegt ein älterer, gestürzter Mann, dessen Gesicht und Hände in Schwarz-Weiß gehalten sind, auf dem Boden und fasst sich schmerzverzerrt an den Kopf. Vor ihm liegt ein Gehstock. Seine Kleidung tritt farblich extrem stark hervor: Er trägt eine dunkelgrüne Strickjacke und eine leuchtend orangefarbene Hose. Auf der rechten Seite blickt eine junge Frau, deren Gesicht und Hände ebenfalls in Schwarz-Weiß gehalten sind, völlig fassungslos und schockiert drein, während sie ihre Hände an die Schläfen legt. Sie trägt eine rosafarbene Strickweste über einer weißen Bluse. Weiße Blitz- und Fragezeichen-Icons über ihren Köpfen sowie das Pop-Art-Motiv vor einem markanten blau-violetten Wellen-Hintergrund visualisieren pointiert das blanke Entsetzen über den gesellschaftlichen „Bystander-Effekt“ und das unbegreifliche Wegschauen von Passanten, wenn ein Mitmensch dringend Hilfe benötigt.
LIGHTFIELD STUDIOS, Adobe Stock / Twitterperlen Illustration

Nächstenliebe. Stand schon in der Bibel festgeschrieben und ist doch eigentlich auch ein ziemlich überzeugendes Konzept. Irgendjemand braucht Hilfe und ich habe gerade die Möglichkeit, diese zu leisten? Warum sollte ich das dann nicht tun? Die Antwort auf diese Frage habt ihr hoffentlich nicht parat.

Ganz ehrlich, wenn wir Menschen uns untereinander schon nicht mehr helfen, wer soll es denn sonst tun? Also, bitte geht mit offenen Augen durch’s Leben und egal wo ihr jemandem begegnet, der gerade eine unterstützende Hand gebrauchen könnte, reicht sie ihm – sie werden es euch danken. Und Karmapunkte gibt’s ganz nebenbei auch.

Die sind auch Threads-Userin @diekrawalleule sicher. In der Stadt fällt ein älterer Mann hin und sie bittet ohne zu zögern eine andere Dame, ihr dabei zu helfen, ihn wieder auf die Beine zu bringen. Traurigerweise hatten vor ihr schon einige den Mann bemerkt und sind kommentar- und aktionslos weitergegangen. Leider ist das kein Einzelfall, wie die Reaktionen aus ihrer Community beweisen.

Kurze Erklärung, warum ich Menschen verabscheue (aber nicht alle, aber die meisten): Ich war gestern in der Stadt um einige Erledigungen zu machen und sehe auf einmal einen älteren Herren (ca 70 Jahre alt, schätze ich) der hingefallen ist und trotz seines Gehstocks nicht mehr hochkam. Also habe ich eine andere Frau angesprochen und gefragt, ob sie mir helfen könnte, da der Herr doch größer war als ich. Sie half sofort mit und brachten den Herrn gemeinsam wieder auf die Beine.

Ich hatte noch gesehen, dass er bei beiden Füßen Schienen trug, sodass ein selbstständiges Aufstehen eigentlich unmöglich für ihn war. Er war so dankbar, dass wir ihm geholfen hatten. Und es sind SEHR VIELE Menschen einfach an ihm vorbei gelaufen ohne Hilfe zu leisten oder mal nachzufragen. Wäre die nette Frau und ich nicht da gewesen, hätte er bestimmt noch bis zum gestrigen Abend vor dem Supermarkt gelegen.

In welcher Epoche haben Menschen aufgehört Empathie zu zeigen? Wo hörte es auf, sich um die Mitmenschen zu kümmern? Man hätte den Herren doch nicht direkt heiraten müssen, aber helfen hätte man doch können. Tut doch keinem weh und schaden tut es einem auch nicht im Gegenteil. Manchmal wünsche ich mir, dass diese Welt krachen geht und alles mitnimmt..

Das ist wirklich schlimm

Ich wurde mal beim Spaziergang mit meinem damals 3jährigen Sohn auf offener Straße von einem Psychiatrie-Insassen verprügelt, der mich für seine Mutter hielt. Unglaublich viele Menschen haben zugesehen. Keiner hat geholfen. Ich weiß bis heute nicht, was ich schlimmer fand: den Angriff oder die Gaffer. Glücklicherweise wurde der Typ dann später von der Polizei festgenommen..

Was stimmt mit ihm nicht?

In der Stadtbahn: Nahe der Fahrerkabine ist ein Mann zusammengebrochen. Nicht alkoholisiert oder sonstwie auffällig. Fahrer macht Durchsage ob ein Arzt anwesend ist, sagt dass die Bahn erstmal nicht weiter fährt w/medizinischem Notfall. Kommt ein Typ, steigt buchstäblich über den Mann am Boden drüber- „wann es den. jetzt endlich weitergeht und wie lange er noch warten soll"?!?!? Mich wundert seit dem nichts mehr

So soll's sein

Hmm, ich denke, es ist nicht überall so. War mal im Supermarkt, als eine alte Frau vor mir gestürzt ist. Die Leute sind sich praktisch gegenseitig auf die Zehen gestiegen, um ihr zu helfen. Filialleiter kam auch dazu und innerhalb von 5 Minuten saß die Dame auf einem Sessel mit einem Glas Wasser in der Hand und einer Traube Menschen um sie herum, die fragten, ob man die Rettung rufen solle oder ob es ihr eh gut geht. Mein Herz ist ein Stück aufgegangen an dem Tag

Da hatte es wohl jemand eilig

Mein Partner und ich waren letztens mit dem Auto aufn weg zur Arbeit. Gehweg/Fahrradweg Plötzlich sehen wir auf dem einen älteren Herren liegen. Wir (beide aus der Pflege) steigen aus und checken erstmal,ob er Verletzungen hat,bevor wir ihm aufhelfen. Kommt ein Fahrradfahrer angefahren und motzt uns an,dass wir uns verpissen sollen

Zum Glück

Das verstehe ich. Oft hat ma den Eindruck. Ich selbst bin letztes Jahr bei einer Veranstaltung im Stadpark mitten auf dem Kiesweg gestürzt. Kuchen und Kaffee flogen im hohen Bogen. Und ich muss sagen ich wurde schneller wieder auf die Beine gehievt als ich schauen konnte. Es gibt auch noch gute Menschen.

Gute Taktik

Ich muss leider auch sagen, dass gerade die ältere Generation voll den Tunnelblick hat(bin aber selber schon 65). Geldautomatbox. Frau steht am Geldautomaten, hantiert herum. Tür geht auf, ich grüße recht freundlich. Sie geht schnurstracks an mir vorbei. Augen geradeaus. Gehe zum Geldautomaten- kaputt. Hätte sie doch mal sagen können und grüßen. Ich hasse unfreundliche Menschen. Ich muss meine Erwartungen einfach gegen 0 laufen lassen. Dann gehts mir besser.

Ein schönes Gegenbeispiel

Sind nicht alle so: Im Vorbeifahren sehe ich einen alten Herrn am Rollator strugglen und stürzen. Gebremst, Warnlicht an, aussteigen und hinrennen war eins. Ein junges Paar, das im Auto hinter mir war, tat es mir gleich. Ein Linienbus hält an, der Fahrer sagt: „Er soll einsteigen, auf der Rückfahrt lass ich ihn hier wieder raus, bis dahin hat er sich berappelt." So soll das!

Die arme Mama

Ich bin mal aus einem Schuhladen raus und mir ist ein kleiner Junge hinterher gelaufen, dessen Mama nach mir am zahlen war. Ich habs erst nicht bemerkt aber ale er an der Ampel plötzlich meine Hand nahm wurde mir ganz anders, weil ich an seine Mama dachte, die jetzt denkt er sei entführt worden. Wir sind dann hmganz schnell zum Schuhladen zurück, wo die Mama mit dem Geschwisterchen schon ganz verzweifelt war. Eine andere Kundin musste warten an der Kasse und hat die Mama noch blöd angemacht,

wäre ihr recht geschehen wenn das "Balg" weg wäre, zudem braucht man solche Sozialschmarotzer nicht. Die Mama kommt aus Äthiopien, kam hochschwanger auf der Flucht vor Familienbanden nach D und wusste nicht mal ob ihr Mann noch lebt. Ja sie konnte kein perfektes Deutsch, aber die Dankbarkeit hat man gespürt. Es tut nicht weh zu helfen oder freundlich zu sein und ich verstehe nicht, wie man mit Scheuklappen und derart egoistisch durchs Leben latschen kann.

Überrascht uns (leider) irgendwie nicht

Ich bin sehr kurzatmig (krankheitsbedingt). Wenn ich also mal wieder nach Luft schnappend über'm Zaun hänge, werde ich sehr oft gefragt, ob ich Hilfe brauche. Alle Altersgruppen, mit und ohne Migrationshintergrund, aber fast nur Frauen

So hatte man sich die Pipipause nicht vorgestellt

Als ich letztes Jahr im Oktober an einer Autobahn Raststätte bewusstlos wurde und auf dem Gehweg wieder aufwachte, kamen gleich mehrere Leute und haben sich um mich gekümmert. Ich sah aber auch schlimm aus mit Platzwunde und viel Blut im Gesicht. Außerdem lag ich so, dass die Menschen fast über mich gestolpert wären.
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