Wenn die Einschlafbegleitung plötzlich zum Scheidungsgrund wird

Emotionale Collage zum Thema Einschlafbegleitung und Beziehungsstress: Auf der linken Seite sieht man eine Mutter in Schwarz-Weiß, die mit geschlossenen Augen friedlich (und sichtlich erschöpft) ihr schlafendes Baby an die Brust drückt. Die Mutter trägt ein leuchtend pinkfarbenes Oberteil, das Baby einen farblich passenden pinken Strampler. Auf der rechten Seite steht ein Mann in Schwarz-Weiß, der in einem lilafarbenen T-Shirt genervt und frustriert sein Gesicht in die Hand stützt und vorwurfsvoll dreinblickt. Ein weißes Icon eines gebrochenen Herzens in der Mitte sowie das Pop-Art-Motiv vor einem markanten blau-violetten Wellen-Hintergrund visualisieren pointiert den absurden Vorwurf, die elterliche Erschöpfung und den toxischen Druck, nach dem kräftezehrenden Zu-Bett-Bringen der Kinder auch noch als perfekte Partnerin funktionieren zu müssen.
Alena Ozerova, Asier, Adobe Stock / Twitterperlen Illustration


Es gibt Wörter, die hatte man nicht im eigenen Wortschatz – bis man Kinder bekam. Stillstreik zum Beispiel. Was ist das überhaupt für ein Wort?! Und dann findet man sich in dieser Situation wieder und plötzlich dominiert dieses Vokabular den ganzen Alltag. Euch fallen sicher noch so einige ein und wir haben den absoluten Spitzenreiter für euch: Einschlafbegleitung.

Hättet ihr euch vorstellen können, dass der Schlaf eurer Kinder plötzlich gefühlt euer ganzes Leben bestimmt? Solltet ihr zu den Eltern gehören, die nicht mit einem guten Schläfer gesegnet sind, dann ist euch Folgendes sicher schon oft passiert: Man legt sich mit dem Kind ins Bett und bevor das ein Auge zugemacht hat, ist man schon selbst eingedöst. Und nicht allzu selten passiert es, dass man den Absprung nicht schafft und einfach liegen bleibt.

Die Freundin von Threads-Userin @badluck.mary sieht darin einen Grund für die Scheidung einer Freundin. Schließlich sei sie jeden Abend mit dem Kind ins Bett gegangen und habe sich nicht mehr um ihren Mann gekümmert. Wahrscheinlich explodiert euch das Hirn wegen dieses Kommentars gerade genau so wie der Community. Wir haben die besten Reaktionen für euch gesammelt. 

2/4 Damals als kinderlose Person habe ich mir tatsächlich nichts dabei gedacht. Heute weiß ich besser, dennoch ist es so in mir verankert das ich alles versuche um nicht einzuschlafen. Ich lege mich extra unbequem hin, decke mich nicht zu damit mir kalt ist und manchmal habe ich mit etwas "dringendes" zu tun für nach der Einschlafbegleitung aufgehoben, damit mich meir Kopf ganz sicher wach hält. Ich habe noch nie jemandem erzählt, dass ich das absichtlich so mache und ehrlich bekomme ich in

3/4 unserem Umfeld, egal ob Mann oder Frau, echt viele Credits dafür das ich diejenige bin die NIEMALS NIE einschläft mit dem Kind. Auch wenn es meiner Meinung nach nichts ist vorauf man stolz sein sollte, weil WTF? Was für ein Flex soll das sein? Seit Kurzem hab ich's mir auch mal bequem gemacht und abgesehen davon das die ganze Einschlafbegleitung einfach viel angenehmer war, fiel es meinem Kind auch leichter in den Schlaf zu finden.

4/4 Ich nehme mir fest vor es ab jetzt öfters so zu machen, aber Worte haben nun mal Wirkung. Oft ist uns gar nicht bewusst wie tief sie sich in andere verankern können.

Feel you

Als hätte ich nichts besseres zu tun mich dann auch noch um meinen "Partner" zu kümmern. Manchmal will ich wach bleiben aber in 95% der Fälle schlafe ich mit ein weil ich komplett erschöpf bin.

Sehr weit, anscheinend

Deine gute Freundin darfst du gerne mal darüber informieren, dass es wirklich ganz eklig ist, den Frauen Schuldzuweisungen zu machen, wenn es eine Trennung gab. Wie weit weg vom Girls Girl will man sein?! Und solange der Partner kein Pflegefall ist, kann er sich ja auch um sich selbst kümmern
Ich hab einfach so die komplett doofe Angewohnheit es mir in der Einschlafbegleitung EXTRA unbequem zu machen, damit ich auch garantiert nicht mit einschlafe. Eine gute Freundin von mir spricht seit Jahren darüber, dass DAS der Grund wäre warum so viele Ehen auseinander gehen. Sobald eine unserer Freundinnen ihre Scheidung bekannt gegeben hat, hat sie immer gesagt "Ja, du bist ja auch abends immer mit den Kindern eingeschlafen und hast dich kaum noch um ihn gekümmert." 1/4

Sowas von in Ordnung

Wie häufig in den letzten Jahren ich oder mein Partner bei einem der Kinder abends mit eingeschlafen bin/ist, kann ich nicht zählen. Warum? Nicht, weil uns unsere Beziehung nicht wichtig genug ist, sondern weil Schlaf in den ersten Lebensjahren unserer Kinder einfach Mangelware war. Und das war in Ordnung. Sorry, aber der Spruch deiner Freundin geht gar nicht und ist absoluter bullshit. Mach's dir bequem in der Einschlafbegleitung.

Win-win, oder?

Ich- alleinerziehend mit 10jähriger Tochter- gehe jeden Abend mit ihr schlafen und ich liebe es Es tut mir gut, weil ich endlich mal genug Schlaf bekomme und meine Tochter liebt es dass wir kuscheln und sie sich sicher fühlt Das ist auch ein Grund, warum ich nicht mit meinem Partner zusammen ziehen will

Bester Mann

Es liegt nicht daran, dass die Frau beim Kind schläft, wenn Paare sich trennen. Ich schlafe seit drei Jahren jeden einzelnen Abend beim Kind ein (außer ich bin nicht da, dann machts mein Mann). Bis vor nem halben Jahr hatten wir auch noch Familienbett, das Kind wollte dann aber ins eigene Bett ziehen. Mit mir. Vermissen mein Mann und ich es, in einem Bett zu schlafen? Ja. Haben wir deshalb Probleme? Nein. Wir wissen beide, dass wir immer noch den größten Teil unseres Lebens zusammen

schlafen können. Ich muss mich nicht um ihn kümmern, er kann das alleine. Aber er hat sich immer um mich gekümmert. Besonders, als der Kleine noch ein Baby war und ich voll gestillt habe. Er hat mir Essen, Trinken, Decken und Kissen gebracht. Kann nicht zählen, wie oft er das Tablet geholt und mit mir im Bett gegessen hat, damit wir zumindest Netflix & Chill zusammen machen können, wenn das Baby zwischen uns schläft. Und das sollte eine absolute Selbstverständlichkeit sein. Man kann nicht

vom Kind verlangen, alleine zu schlafen, wenn es die Erwachsenen auch nicht tun.

Auf den Punkt gebracht

Was für eine kackendreiste und misogyne Freundin. Einschlafbegleitung können übrigens beide Eltern machen, wenns vom Stillalter weg ist, dh ihr Grund ist nochmal dämlicher. Wir haben uns jeden Abend über Jahre abgewechselt und wer nicht dran war, hat in der Zeit Haus aufgeräumt und es für die andere Person gemütlich gemacht. So geht Partnerschaft und nicht als Ehemann wie ein verwöhntes Blag auf die Ehefrau warten und sich vernachlässigt fühlen. So eine Art Ehemann wäre dann ein Scheidungsgrund

So nämlich

Wenn ein erwachsener Mann gegen ein Baby um Aufmerksamkeit konkurrieren muss, hat der Mann den Fehler gemacht. Er hat sich nicht um sein Kind gekümmert, er hat sich nicht um seine pflichten als Vater und Partner gekümmert!

Alle Frauen, immer!

Wie fühlen sich eigentlich die Frauen wenn der Mann bei der Einschlafbegleitung einschläft? Also ich würde die Zeit für mich genießen

Zu recht

Das komplette 1. Lebensjahr hat unsere Tochter nicht ohne mich schlafen können. Hab ich versucht aufzustehen wurde sie spätestens nach 30 minuten wach. Tagsüber sowie zum Nachtschlaf. Im 2. Lebensjahr wurde es nur langsam besser. Bis 18 Monate hab ich sogar mit in ihrem bett in ihrem zimmer geschlafen. Dazu kam die 4 Schicht Arbeit meines Mannes. Wir hatten kaum einen Abend für uns. Und niemals niemals ist er auf die Idee gekommen mir da irgendwelche Vorwürfe zu machen
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