Nichts zerstört den Familienfrieden so zuverlässig wie ein anstehendes Erbe – vor allem dann, wenn der Onkel, um dessen Nachlass bereits erbittert gekämpft wird, eigentlich noch am Leben ist.
Ich wurde mal gefragt, wie das Verhältnis zu meiner Familie sei. Als ich „gut“ antwortete, erwiderte mein Gegenüber: „Ach, dann habt ihr wohl noch nicht geerbt, oder?“ Ich fand das damals eine ziemlich aus der Luft gegriffene Vermutung. Heute, nachdem die Generation meiner Großeltern gestorben ist, verstehe ich, was er damals meinte. Es wurde erbittert um jeden Wertgegenstand gekämpft, wobei vollkommen nebensächlich war, ob dieser von tatsächlichem Wert oder rein ideellem Wert war. Wieso ist das eigentlich so? Niemand musste vor dem Erbe am Hungertuch nagen, allen ging es gut. Und nur weil es plötzlich eine Kiste Gold ohne Besitzer gibt, weckt das die urzeitlichen Instinkte in uns? Eigentlich erschreckend, was das über uns als Menschen aussagt, oder?
Auch in der heutigen Geschichte geht es um ein (potentielles) Erbe. Einziges Problemchen: der Onkel, von dem geerbt wird, ist einfach immer noch am Leben. Ihr seht, es tun sich moralische Abgründe auf, die ich euch erstmal ganz ohne Bewertung erzählen will:
Das klingt erstmal nach einer Menge Geld, mit der sich der eine oder andere Wunsch erfüllen lassen würde. Doch wer käme eigentlich als Erbe in Frage? Schauen wir mal nach:
Wie großzügig von der Mutter! Hoffentlich verdirbt es nicht ihren Charakter, wenn sie diese Summe eines Tages auf ihrem Konto findet. Aber wie ist eigentlich das Verhältnis zum Onkel, und geht es ihm gut?
Ich mag meinen Onkel grundsätzlich, habe aber bis auf die Weihnachtstage quasi keinen Kontakt zu ihm, wünsche ihm natürlich trotzdem noch ein langes und erfülltes Leben, allein weil ich auch nicht will, dass meine Mutter ihre letzte Familie verliert. Trotzdem gibt es einen Teil von mir, der auf den Tag seines Ablebens wartet, weil dies für mich/uns einfach eine Lebensverändernde Summe wäre. — 3/4
Was passiert eigentlich, wenn man so was denkt? Tut sich da die Hölle auf, trifft einen der Blitz oder passiert einfach nichts und man gesellt sich einfach zu den anderen reichen, empathielosen Erben?
Da meine Eltern mir schon mein Elternhaus überschrieben habe, brauch ich kein Geld für Immobilien oder Eigentum beiseite legen und könnte einfach davon „leben“. Bin selbst oft schockiert über diese „Gier“ im Hinterkopf, da ich schon sagen würde, solche Gedanken machen einen zum schlechten Menschen, aber ich habe eben tatsächlich keinerlei wirkliches Verhältnis zu ihm. — 4/4
Fazit & Kommentare
„Geld verdirbt den Charakter …“ heißt das Sprichwort, und in diesem Fall finde ich, trifft das erstaunlich gut zu. Es bleibt zu hoffen, dass der Onkel noch ein langes erfülltes Leben hat. Was den jungen Mann angeht, bin ich nicht sicher, ob ihm nicht zu wünschen wäre, dass ein anderer das Erbe bekommt … Auch die Kommentare aus der Community sind mehrheitlich dieser Meinung und haben die ein oder andere wirklich verrückte Geschichte zu erzählen!
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