Wenn der Eisdielenbesitzer ein Herz aus Gold hat

Emotionale Collage zum Thema Hilfsbereitschaft, Kinderglück und Alltagshelden: Auf der linken Seite stehen drei fröhliche, lachende Kinder in Schwarz-Weiß, die genüsslich ihr Eis essen. Ihre Kleidung und das Eis treten farblich extrem stark hervor: Ein Kind trägt ein gelb gestreiftes Oberteil, das mittlere Mädchen ein pink-lila gestreiftes Kleid mit einer leuchtend pinken Blume im Haar sowie rosa Eis, und der Junge daneben ein grün-lila gestreiftes Hemd. Auf der rechten Seite steht ein sympathisch lächelnder Mann in Schwarz-Weiß mit verschränkten Armen, der eine knallblaue Schürze trägt und den großzügigen Eisdielenbesitzer darstellt. Das Pop-Art-Motiv vor einem markanten blau-violetten Wellen-Hintergrund visualisiert pointiert die unbeschwerte Freude der Kinder und die herzerwärmende, unkomplizierte Nächstenliebe, die den oft unterfinanzierten pädagogischen Alltag für einen Moment absolut perfekt macht.
Andrey Kuzmin, auremar, Adobe Stock / Twitterperlen Illustration

Arbeitet ihr selbst im pädagogischen Bereich oder kennt jemanden, der dort tätig ist? Dann wisst ihr wahrscheinlich, dass diese Berufe nicht nur unglaublich herausfordernd und anstrengend sind, sondern die Bereiche dort unter chronischer Unterfinanzierung leiden. Was für manche nach einem kleinen Betrag klingt – etwa zehn Euro für einen Ausflug –, kann für andere Familien eine echte Belastung darstellen. Besonders dann, wenn mehrere Kinder dabei sind, summieren sich die Kosten schnell.

Genau das erlebt auch der Threads-User @herrbergmannsohr. Er ist mit einer Gruppe von Kindern aus der Eingliederungshilfe unterwegs. Als die Kinder sich sehnlichst ein Eis wünschen, entscheidet er sich kurzerhand, ihnen diesen Wunsch zu erfüllen – natürlich mit dem Wissen, dass er diese Leckerei aus eigener Tasche zahlen muss, denn für solche Ausgaben gibt es meist kein vorgesehenes Budget. In der Eisdiele erlebt er jedoch eine unerwartet schöne Überraschung. Wir haben die ganze Geschichte sowie die besten Reaktionen aus seiner Community für euch zusammengestellt.

Ich bin Springer in einer Einrichtung und war heute mit Kindern aus der Eingliederungshilfe am Rhein unterwegs. Auf dem Rückweg wollten sie unbedingt Eis haben. Bei uns ist das oft so: Wenn wir den Kindern was kaufen, zahlen wir das meistens selbst. Die Gruppe hat dafür kaum Geld. Ich stand also kurz davor und hab echt mit mir gerungen, ob ich jetzt einfach 9 Euro für drei Kinder ausgebe. Drei Kinder, je zwei Kugeln. Dann dachte ich mir einfach: Komm. Scheiß drauf.

Wir gehen in die Eisdiele rein und schon beim Reingehen grinst der Besitzer irgendwie so komisch. Sagt noch irgendwas zu seiner Frau in einer Sprache, die ich nicht verstanden hab. Ich dachte erst, der macht sich über uns lustig. Ich frag die Kinder nach ihren Sorten. Einer sagt ganz langsam „Schokolade“, der andere zeigt einfach nur aufs Eis. Die bestellen sich ihre Kugeln, alles gut. Ich hol mein Portemonnaie raus und will zahlen.

Der Besitzer guckt mich wieder so grinsend an und sagt dann einfach: „Nein, passt schon.“ Ich dachte erst, ich hab ihn falsch verstanden. Dann sagt er: „Ich kenne die Kinder." Und draußen erzählt mir das Mädchen dann, dass der Mann den Kindern aus dem Heim immer Eis schenkt. Einfach so. Egal wie viele Kugeln. Und keine Ahnung warum, aber seitdem denke ich die ganze Zeit darüber nach.

Bester Mann

Bei uns wurde mal geld für die Jugendeinrichtung gesammelt, um mit den Kindern Eis essen zu gehen, dann wurde in der Einrichtung eingebrochen und jemand hat das Eisgeld gestohlen...Als der Eisdielenbesitzer das mitbekommen hat, hat er seinen Eiswagen fertig gemacht, ist zur Einrichtung gefahren, und jedes Kind (irgendwas um die 60 Kinder) hat eine Kugel in der Waffel geschenkt bekommen

Und Freund*innen mitbringen

Die Eisdiele würde ich privat nun öfters aufsuchen.

Manche Menschen sind Engel auf Erden

Mein Vater hatte eine kleine Bäckerei in Minden. Jedes Jahr am St. Martinstag gab es nach dem Laternenumzug Marzipanbrötchen für meine ganze Schule. Und wenn der Zirkus kam, stand er morgens mit einem großen Korb Brot und Brötchen für die Künstler dort. Und Diakonissen haben nie etwas bezahlt.

Made the day

Oh wie schön.. Das es so Menschen noch gibt, echt wundervoller Mensch ...

Stimmt

Ich finds Mega schade, dass man mittlerweile schon automatisch dazu übergeht zu denken die Person sagt/denkt etwas schlechtes aufgrund der Erfahrungen, die man im Alltag so macht. Umso mehr freut mich wie die Erzählung endet.

Traurig, aber irgendwie wahr

Somit hat der Eisdielenbesitzer mehr soziales geleistet als die komplette Bundesregierung Ein einfacher Kleinunternehmer der sicher auch nicht auf Rosen gebettet ist Kinderfreundlicher als sämtliche neoliberalen Freaks die eher in den Epsteinfiles zu finden sind

Ehrenleute

Das es nicht mehr geht macht mich schon sehr traurig zu lesen. Ich habe auch meine Jugend in der Jugendhilfe verbracht, zum Glück war das bei uns noch kein Thema. Es ging nicht regelmäßig war aber dennoch mal drin. Genauso wie Kino usw. Aber heute kann ich mir vorstellen das es nicht mehr so einfach ist. Es ist toll das es dafür noch so tolle Menschen gibt und auch Erzieher die sich so toll kümmern! Das war für uns immer eine riesige Hilfe, das erste Mal jemanden zu haben der 1/
2/ bedingungslos da ist war ein schönes Gefühl. Deshalb Respekt an jeden der diesen Job ausübt. Der ist so unglaublich wichtig. Für Kinder und Jugendliche!
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