Wenn beim Einkaufen Rassismus zwischen den Regalen lauert

kues1, fotofabrika, Adobe Stock / Twitterperlen Illustrations

Beim Einkaufen scheiden sich die Geister. Die einen lieben es, durch die Regale zu streifen, Neues zu entdecken und definitiv mehr einzupacken, als auf dem Einkaufszettel steht. Die anderen schnappen sich lieber nur die eine Sache, um schnellstmöglich den Supermarkt wieder verlassen zu können. Einkaufen mit Kindern ist sowieso der Endgegner: Ständig bleibt jemand irgendwo stehen, es müssen gefühlt 17 Diskussionen darüber geführt werden, warum gewisse Dinge definitiv nicht im Einkaufswagen landen dürfen und im Zweifelsfall geht auch noch irgendetwas zu Bruch.

Threads-User @serdar_k27 allerdings hat beim Einkaufen mit seinem Nachwuchs eine Erfahrung gemacht, die weit über den üblichen Supermarktstress hinausgeht. Ein älterer Herr begegnete ihm ganz unverhohlen mit Alltagsrassismus. Vor Fassungslosigkeit verschlug es ihm daraufhin die Sprache. Wir haben die ganze Geschichte und die besten Reaktionen seiner Community gesammelt – und die zeigen: Mit solchen Erfahrungen ist er leider nicht allein.

Ich bin immer noch fassungslos über das, was mir letztens passiert ist. Ich war mit meiner Frau und den Kindern bei Edeka einkaufen mit Einkaufswagen und Kinderwagen. An den Tiefkühltruhen haben wir kurz den Weg etwas verengt. Plötzlich sagt jemand hinter mir: „Ali, mach Platz." Mein erster Gedanke: Kenne ich den? Ich drehe mich um und sehe einen älteren Herren. Ich: „Wie bitte?" Er: „Mach Platz."

Ich gehe einen Schritt auf ihn zu, weil ich es nicht glauben konnte: „Wie haben Sie mich gerade genannt?“ Plötzlich starrer Blick nach vorne, kein Wort mehr, und er läuft einfach an mir vorbei. Ich stand da in Schockstarre vor meinen Kindern. Ich habe ihn gehen lassen und die Sache auf sich beruhen lassen, auch wenn es schwerfiel. Übertreibe ich, oder ist so etwas einfach nur offener Alltagsrassismus? Wie hättet ihr in dem Moment reagiert?

Manche Dinge vergisst man nie

Mich hat eine Frau mehrfach mit dem Einkaufswagen an der Kasse von hinten „angestoßen“, ich vermutete versehentlich. Dann mit vollem Schwung. Als ich mich umdreht schrie sie mich an, Ich hätte sie vorzulassen, schließlich sei es ihr Land. Niemand hat reagiert und ich bin weinend vor Wut und Schmerz aus dem Geschäft. Es war 2002 und sitzt mir bis heute in den Knochen.

Das sollte niemand erleben müssen

Definitiv Alltagsrassismus! Es tut mir Leid, dass Du das erleben musstest.

Damit hat er wohl nicht gerechnet

Letztes Jahr beim Einkaufen: weißer Vater, dunkelhäutige Frau waren mit Zwillingen einkaufen und stehen vor einemRegal. Ein alter Mann blafft das Paar an, rassistische Ausdrücke fallen. Die Frau meckert in tiefstem badischen Dialekt zurück. Das Gesicht des alten Mannes war tiefrot und er hst die Flucht ergriffen. Ich musste so lachen. Ich finds dennoch beschämend, dass man einfach alle über einen Kamm schert.

Was ist mit solchen Leuten kaputt?

Kennen wir. Mein Mann ist schwarz. Kann die rassistischen Vorfälle im Alltag gar nicht mehr zählen. Neulich wurde unser deutsches in Deutschland geborenes Kleinkind zusammen mit meinem Mann in der U-Bahn auf dem Kinderwagenstellplatz mit Abschiebung bedroht, weil das Kleinkind zu laut gelacht hat. Wir konfrontieren auch immer direkt und wiederholen laut, was die Person gesagt hat, damit es alle mitkriegen. Danach werden die meisten Leute sehr rot und sehr stumm.

Wer bringt denen mal Benehmen bei?

Alltagsrassismus, die älteren Herren, meinen häufig sich nicht benehmen zu müssen. Meistens sind diese alten weißen Männer auch sehr unhöflich zu allen Frauen. Egal ob es deutsche junge Frauen sind oder möglicherweise Frauen mit migrationshintergrund.

Wehrt euch!

Der Schreck sitzt bestimmt erst mal. Aber nie, wirklich nie still hinnehmen. Für solche ist das noch Bestätigung, dass sie so weitermachen können. Wird Zeit, das sich diese Menschen wieder anfangen zu schämen. So wie es vor paar Jahren noch war. Und auch nicht wegsehen, wenn andere ähnlich angegriffen werden. Courage zeigen. Wir kriegen sie wieder da hin, wo sie hingehören.

Das Gesicht hätten wir gerne gesehen

Bei mir - allerdings Deutsch - hat sich an der Kasse mal ein Rentner vorgedrängelt. Ich habe dann gesagt: „machen Sie ruhig, Sie leben ja nicht mehr so lange." War irgendwie auch nicht richtig

Danke dafür!

Ich stand beim Netto an der Kasse, vor mir eine junge Frau mit zwei Kleinkindern. Sie war schwarz und trug ein Kopftuch. Als sie zahlen wollte, hat die Kassiererin sich geweigert das Bargeld abzunehmen. Die junge Frau hatte nur Münzen und wusste nicht, was sie falsch gemacht hat. Ich bin dann für sie mit der Kassiert in die Diskussion und hab die Mitarbeiterin gemeldet. Es war ein sehr kleiner Betrag für zwei Dinge, kein 50€ Einkauf in 1 Centstücken.

Was ist das denn bitte für ein Kommentar?

Ich bin Kassiererin und letztens sagte eine hochbetagte Dame zu mir:"na endlich was Deutsches an der Kasse"...mir hat es eine diebische Freude bereitet,ihr zu stecken, dass ich gar keine Deutsche bin

Wer macht sowas?

Mein koreanischer Freund wurde mal mit „Ching Chang Chong“ angesprochen. Er fühlte sich beleidigt und verletzt, da diese Phrase oft verwendet wird, um die chinesische Sprache, Menschen chinesischer Abstammung oder andere Menschen ostasiatischer Herkunft, die als Chinesen wahrgenommen werden, zu verspotten oder nachzuahmen. Und er ist nun mal Koreaner und kein Chinese. Ich sagte ihm, es sei am besten, nicht darauf zu reagieren, denn leider gibt es solche Idioten überall.

Austeilen, aber nicht einstecken können

Hab letztens einfach mal zu einem gesagt „was ist das nur mit euch alten weißen Männern".. hat sich im Schwimmbad vor 2 Kids (eine davon meine schwarze Tochter) gedrängelt.. der Blick ist so schnell garnichts eingefallen dem weiß nicht aber hab mich danach ganz gut gefühlt
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