
deagreez, Adobe Stock / Twitterperlen Illustrations
Wenn ich eins in meiner bisher noch recht kurzen Lebenszeit gelernt habe, dann ist es, dass Noten, Bildungsabschluss oder Beruf nicht unbedingt etwas über die Intelligenz eines Menschen aussagen. Mal ganz davon abgesehen, dass es ja sowieso verschiedene Arten von Intelligenz gibt. Die einen können räumlich denken, verstehen mathematische Zusammenhänge und all das. Die anderen sind dafür unglaublich gut im Umgang mit Menschen, können sie lesen, verstehen und sich in sie hineinversetzen.
Aber manchmal, da macht man sich selbst dümmer, als man eigentlich ist. Vermutlich weil man irgendwann eine Erfahrung gemacht hat, bei der einem das Gefühl gegeben wurde, nicht schlau genug zu sein. Und aus irgendeinem Grund wiegt dieser eine Moment dann schwerer als all die anderen, die uns eigentlich das Gegenteil gezeigt haben.
Aber gut, es gibt natürlich auch Menschen, die bei der Verteilung der Intelligenz keine besonders große Portion abbekommen haben. Geschwister zum Beispiel. Und genau da stellt sich dann trotzdem die große Frage: Ist die Person wirklich dumm oder tut sie nur so? Genau das fragt sich auch ein Reddit-User bei seiner Freundin. Denn eigentlich ist er sich ziemlich sicher, dass sie es nicht ist. Aber lest selbst!
Meine Frau war schon immer der Meinung sie sei dumm und verwendet es auch regelmäßig als, wie ich es sehe, Ausrede. Ich habe diese Ansicht nie geteilt und nur gemeint dass sie „denkfaul“ ist aber ok. Sie hat studiert und arbeitet in ihrem Gebiet, ironischerweise im Bildungssektor.
Wir sind im Urlaub und haben beschlossen eine Erweiterung unseres Tauchscheins zu machen und ich habe sie endgültig entscheiden lassen ob wir es machen wollen oder doch lieber lassen. Sie hat sich dafür entschieden.
Jetzt streiten wir bisher jeden Tag und sie wirft mir vor ihren Urlaub ruiniert zu haben weil sie andauernd lernen muss und nichts versteht. Hilfe von mir will sie auch nicht weil „ich will deine Hilfe nicht, ich will es alleine schaffen und nicht immer die Dumme sein“.
80% des Inhalts wurde bereits im Grundkurs OWD (Open Water Diver) behandelt und da mich das Thema einfach interessier habe ich alles gelesen und mir auch gemerkt. Sie flippt jetzt bei jeglichem vorausgesetzten Wissen aus „woher soll ich das den wissen“.
Sie macht mir Vorwürfe dass ich ja immer mehr will und es nicht einfach mal gut sein lassen kann. Klar wollte ich die Weiterbildung machen, habe aber bewusst sie entscheiden lassen. Jetzt bin trotzdem ich der Arsch weil „ich wusste ja nicht dass ich was lernen muss“.
Ich bleibe bei alledem bewusst ruhig agiere so deeskalierend wie möglich doch sie scheint einfach nur noch mehr aufzudrehen. Innerlich zerreißt es mich auf so viele Arten und ich könnte heulen.
Wie immer haben wir natürlich alle unsere Meinung dazu. Diesmal gehen die allerdings etwas auseinander: Die einen sehen das Problem beim Tauchschein, die anderen eher bei der Frustration der Freundin. Aber lest selbst!
Gut zusammengefasst, oder?
Für mich klingt das weniger nach dumm als nach einem ziemlich festgefahrenen Selbstbild. Sie scheitert an einer Sache, wertet das sofort als Beweis dafür und dann wirst du zum Blitzableiter, obwohl sie die Weiterbildung selbst mitentschieden hat.
Ist es ein People-Pleaser Problem?
Dein Problem ist, dass du sie entscheiden lässt.
Wolltest du den Tauchschein machen? Dann mach ihn und lad sie ein. Aber sie hat vermutlich als People Pleaserin mitgemacht und beschwert sich nun – zurecht – über deinen Druck, Urlaubsenergie und -Flow.
Liegt es nur am Tauschein?
Kann es sein dass du am Thema Tauchschein mehr interessiert bist als sie? Also würde für meinen Mann auch Sachen mitmachen die mich nicht so begeistern, selbstverständlich eigentlich, aber wenn du dann im Urlaub Sachen pauken musst, die wirklich nicht spannend sind, dann würde ich auch irgendwann aufhören Begeisterung zu heucheln und Frust rauslassen.