Welchen Job habt ihr gelernt und aufgeben?

Shisu_ka, Adobe Stock / Twitterperlen Illustration

Was ist das eigentlich für ein verrücktes System, dass man mit 15, 16 oder 18 schon entscheiden soll, in welchem Job man den Rest seines Lebens tätig sein will? In diesem Alter kann man doch die Tragweite einer solchen Entscheidung überhaupt nicht verarbeiten. Aus diesem Grund überrascht es nicht, dass es Menschen gibt, die in ihrem eigentlichen Ausbildungsberuf nicht mehr tätig sind. Gründe dafür gibt es viele.

Zum Beispiel, dass man sich den Berufsalltag so ganz anders vorgestellt hatte, als die Realität dann aussieht. Oder aber, dass die Work-Life-Balance einfach nicht stimmt, der Chef oder die Kolleg*innen nicht zum Aushalten sind und viele Dinge mehr … Falls ihr auch gerade darüber nachdenkt, den Berufszweig zu wechseln, dann lasst euch ermutigen: Man ist nie zu alt, um die Routinen aufzubrechen und neu anzufangen. Threads-User @sisqo.ali hat seine Community gefragt, welchen Beruf sie erlernt haben und mittlerweile nicht mehr ausüben. Wir haben die spannendsten Antworten für euch gesammelt.

Welchen Beruf habt Ihr gelernt, den Ihr nicht mehr ausübt? Warum?

Für's Leben gelernt

Restaurantfachfrau. Wer einmal an Heiligabend eine 20-köpfige Wandergruppe bedient hat, die getrennt zahlen will, der hat vor nichts mehr Angst im Leben.

Ketchup? Mayo?

Kunstgeschichte. Möchten Sie Pommes dazu?

Das ist eine lange Liste

Rettungssanitäter: zu wenig Geld. Radio-und Fernsehtechniker: zu wenig Geld. Kommunikationselektroniker: zu wenig Geld. Versicherungsfachmann: zu gutes Gewissen, Industriemeister Elektrotechnik: nicht ausreichendes Geld. Zwischendurch 12 Jahre Soldat: Berufssoldat nur mit dauerhafter Versetzung möglich. Bachelor Medizintechnik: gutes Geld, toller Job, dann ein Angebot aus der Rüstung bekommen, viel mehr Geld, Karriere in Aussicht. Das war vor 15 Jahren. Seit 7 Jahren einen ruhigen Bürojob mit
fantastischem Entgelt und guter Work-Life-Balance trotz 40 Std.

Das klingt alles andere als gut

Rechtsanwaltsfachangestelle. Beruf an sich schön, aber das drumherum ist nicht gut. Schlechte Bezahlung, wenig Urlaubstage, häufig Zickenterror und noch vieles mehr

Schade

PTA. Familienunfreundliche Arbeitszeiten, Gehalt absolut lachhaft, oft eine übelste Hackordnung (steile Hierarchien), politisch kaputtgespielt, die Kunden werden immer bekloppter und so weiter und so fort...

Wie schön

Jura mit 2 Staatsexamen. Heute: Ehrenamt mit Aufwandsentschädigung für die Lebenshilfe (=Menschen mit geistiger Behinderung/Einschränkung).

Das kann jeder verstehen

Erzieher, kam irgendwann nixht mehr klar auf den Lärmpegel

Zum Glück

Tischlerin. Hatte es damals sehr schwer als Frau einen Job zu finden. Heute würde es vermutlich anders sein.

Dauerstress vorprogrammiert

Einzelhandel. Schlechte Bezahlung & Arbeitszeiten, Zahlendruck.

Das klingt wirklich schlimm

-Heilerziehungspflegerin. Viele Gründe. Aus heutiger Sicht Ausbeutung der Menschen mit Behinderung, die größtenteils zur Arbeit gezwungen wurden -"freundlich und wohlwollend" natürlich (für Hungerlohn und um Taschengeldausgabe BITTEN mussten). Ausserdem sozialer Bereich = uU mieses soziales Umfeld, Missgunst, Unaufrichtigkeit und Konkurrenz unter Kolleginnen.

Von wegen Traumjob

Bühnenschauspielerin. Keine Planbarkeit, miese (oder gar keine) Bezahlung, ständig im Bewerbermodus, Sexismus in der Branche, starre Hierarchien, Mitdenken und Mitgestalten größtenteils unerwünscht, man darf nicht krank werden und zu viele seltsame bis creepy Kollegen.

Hach, die Eltern

Ich habe früher Musik gemacht und auch Schüler unterrichtet. Hab ein Jahr lang unterrichtet und einfach keinen Bock mehr gehabt: Eltern, die nicht dafür sorgen, dass ihre Kinder üben Eltern, die ihren Kindern kein Instrument kaufen wollten Eltern, die mich beschimpfen, weil die Elektronik (Corona) keine perfekte Qualität geliefert hat. - Erwachsene Schüler, die zum Unterricht kommen und meine Tipps und Hinweise missachten, sich dann aber wundern, warum sie nicht besser werden. ↓
Eltern, die zu geizig für Unterricht sind und alles gratis wollen. Ich habe es nicht bereut, nicht mehr unterrichtet zu haben. Meine Instrumente habe ich verkauft, weil ich in eine kleine Wohnung ziehen musste und zudem dringend Geld brauchte. Mittlerweile studiere ich Jura.

Solche Kunden liebt man doch

Buchhändlerin - klingt ganz romantisch, ist es aber nicht. Beratungen? Eher wenig. Höchstens mal: " ich brauche für meine Tante ein Buch. Die wird 83." "Was liest sie denn gerne?" "Keine Ahnung. Eigentlich kann Sie auch gar nicht mehr gut gucken."

Wer im System arbeitet, weiß, wovon die Rede ist

Erzieherin weil das System so kaputt ist und alle in dem system kaputt gehen. Und man den kindern mit der besetzung nicht gerecht wird. Dazu diese Toxizität in den Teams. Und die Ansprüche der Eltern.. Ach ich könnt ewig weiter machen
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