Was, das heute längst vergessen ist, gehörte in den 50er & 60er Jahren noch zum Alltag?

Max Kilian 18.06.2024, 6:25 Uhr

Dass wir Menschen und damit auch die dazugehörige Gesellschaft sich ständig verändern und wandeln, liegt in der Natur der Sache. Und es ist in den meisten Fällen verdammt gut und richtig so! Oder könnt ihr euch vorstellen, dass sämtliche Gepflogenheiten und Normen, die früher einmal selbstverständlich waren, es auch heute noch sind? Es reicht dabei eigentlich schon, wenn wir nur 10 oder 20 Jahre zurückdenken – beispielsweise an die dunstige Zeit, in der es ganz normal war, dass in sämtlichen Gaststätten munter geraucht wurde. Natürlich auch dann, wenn die Gäste zu 90 Prozent aus Nichtrauchern oder Kindern bestanden. Warum denn auch nicht, das mach(t)en wir schließlich schon immer so!

Je weiter wir in der Gesellschaftsgeschichte zurückgehen, desto haarsträubender und unglaublicher wird es. Wenn ihr euch mit euren Eltern über deren Kindheit oder Jugend unterhaltet, habt ihr so bestimmt auch schon von der damaligen Prügelstrafe in der Schule gehört. Ja, das Bambusrohr gehörte in zahlreichen Klassenzimmern einfach mit dazu – so wie heute der Putz, der von den Decken kommt. Für wen das schon unglaublich klingt, hat die Reddit-Community noch zahlreiche weitere Beispiele dafür gesammelt, was in den 50er- und 60er-Jahren zum Alltag gehörte, aber heute (zum Glück!) längst vergessen ist.

Zigaretten. Überall.

Besuch? Packung Zigaretten auf den Tisch.

Bürojob? Mit Kippe im Mund.

Auf dem Klo? Kein Problem. Dort gibt es auch einen Aschenbecher.

Oder im Restaurant der "Nichtraucherbereich" der aber in gleichen Raum war wie der Raucherbereich

Hat irgendwie totale „Hier können sie nicht mit Karte zahlen!“-Vibes, oder?

Lohntüte. Girokonten gabs erst überraschend spät bzw. haben sich später durchgesetzt und mein Vater hat sich den Lohn noch eine Weile in einer Lohntüte in Bar beim Pförtner mitgenommen.

Edit: Wohlgemerkt Bankkonten gabs, aber die haben anders funktioniert als Girokonten später.

Zumindest Teile hiervon kommen uns als Kind der 90er durchaus noch bekannt vor

Geldpostboten

Jungs in kurzen Hosen auch im Winter

Hut tragen, wenn man das Haus verlässt

Telegramme

Daktari im Freundeskreis beim Nachbarn sehen, weil man selber keinen Fernseher hat

Sendeschluss um 23 Uhr

(Ja, auch die kommen uns seeehr bekannt vor 🫢)

Sendeschluss um 23 Uhr

Aber dann fingen ja Gott sei Dank die Sexy Sportclips an, oder? Oder? </padme>

Man kann nur heilfroh darüber sein, dass Unterschiede hinsichtlich der Konfession heute in den meisten Fällen maximal noch ein Schulterzucken hervorrufen

Extreme gesellschaftliche Zwänge, die man sich heute gar nicht mehr vorstellen kann.

Als meine Tante in den 50ern meinen Onkel (aus dem Emsland) kennengelernt hat, mit ihm ausgegangen ist und schließlich geheiratet hat, war das im Dorf meines Onkels ein Riesen Skandal. Der Grund: sie war evangelisch getauft, er katholisch. Dass ein Sohn des Dorfes mit einer Lutheranerin verkehrt, war undenkbar. Die Leute haben ihr vor die Füße gespuckt und alles.


Meine Großmutter wurde deshalb aus der Familie verbannt und meine Mutter ist bei ihrer Großmutter aufgewachsen, damit sie nicht mit evangelischen Teufeln zu tun hat. Eine der ersten Fragen, als meine Mutter meinen Vater mit zu ihrer Familie gebracht hat war, ob er denn auch katholisch sei. Wir haben alle möglichen Nationen in der Familie, das war für keinen ein Problem damals, aber katholisch mussten sie sein.

Eine meiner Tanten wurde literally zwangsverheiratet weil sie von einem Jungen im Dorf schwanger geworden ist. Die sind heute noch verheiratet, aber eine Liebesehe war es nicht.

Eigentlich absolut unvorstellbar …


Das Heim für Schwererziehbare, damit konnte man schön den Kindern drohen, wenn Papas Schläge nicht ausreichend waren.

„Wir lassen uns unser Blei nicht verbieten!“

Blei im Benzin

So in etwa stellen wir uns das vor, wenn die FDP von „Technologieoffenheit“ spricht

Telefonistinnen aka das Fräulein vom Amt

Was zur Hölle?!

Ich bin selbst zu Beginn der 70er noch mit dem Lineal auf die Finger geschlagen worden in der Schule, weil ich als Linkshänder mit dem "bösen Händchen" geschrieben habe. Und in den 50er und 60ern wurde (laut meinen Eltern) Kindern als strafe teilweise noch der Mund mit Seife ausgerieben, wenn sie unschickliche Formulierungen benutzt hatten. So viel zu früher war alles besser..........

Also das mit der Mittagspause könnten wir heute durchaus auch wieder … kleiner Scherz!

Henkelmänner. Das waren Behältnisse zum warm halten von Speisen. Die Hausfrau brachte ihrem Mann so das Mittagessen zur Schicht.

Die Anrede "Fräulein"

Mädchen machten zur Begrüssung einen Knicks, Jungen einen Diener

Hatten die damals etwa keine Discounter, die mit dem Kilo Nackensteak für 2,99 Euro geworben haben?

Sechs Tage die Woche vegetarisch essen. Meine Eltern sind beide auf verschiedenen Bauernhöfen aufgewachsen und dort gab es sehr wenig Fleisch, Wurst maximal zu Weihnachten. Ein Grund, warum Boomer durschnittlich so auf Fleischkonsum schwören. Es war früher schlicht so teuer, dass die Menschen es sich nicht leisten konnten. Ein Zeichen von Wohlstand war es mehrmals wöchentlich Fleisch zu essen.

Wie gesagt, es waren wilde Zeiten

Telefonzellen.   

Die Wäschemangel zuhause.  

Manuelle Kaffeemühle.

Kopierstifte. 

Lochverstärkungsringe mit Leim zum Anlecken.

Gut, es klingt jetzt nicht unbedingt alles schlecht

Die Idee mit einem 8 bis 16 Uhr Bürojob ein Eigenheim, Auto, Hausfrau, Urlaub und 2 bis 4 Kinder finanzieren zu können.

Ja klar, das macht natürlich total Sinn, weil … HÄÄ?!

Eltern eines Freundes mussten in schwarz heiraten weil sie schon ein Kind hatten. Gesellschaftliche Zwänge im Quadrat.

Klingt irgendwie verdammt nach AfD-Wunschvorstellung

Erst seit 58 dürfen Frauen selbst über ihr Vermögen verwalten.

Auch bis 58 durfte der Ehemann entscheiden, ob und was die Frau arbeitet, und im Zweifel auch den Job für sie kündigen.
Apropos früher: Hier geht es wirklich nostalgisch zu!

Die Zeiten ändern sich: Was war früher anders?

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