Was der Kollege gemacht hat, um sich an allen zu rächen

linken Seite winkt ein tiefenentspannt und süffisant lächelnder Mann mit Brille in Schwarz-Weiß fröhlich in die Kamera. Er ist voll auf Urlaub eingestellt, trägt ein leuchtend rotes Hemd, einen orangefarbenen Strohhut, eine Kamera um den Hals und hält einen knallgelben Koffer. Rechts im Bild steht eine extrem genervt und neidisch dreinblickende Kollegin im Blazer in Schwarz-Weiß, die ihren Kopf frustriert auf die Hand stützt. Weiße Blitz-Icons über ihr und das Pop-Art-Motiv vor einem blau-violetten Wellen-Hintergrund visualisieren humorvoll den ultimativen Triumph, wenn man sich den wohlverdienten Urlaub nimmt, während das restliche Team kocht vor Wut.
luismolinero, Adobe Stock / Twitterperlen Illustration

Rache ist süß. Und manchmal muss man von ihr Gebrauch machen, weil es Mitmenschen gibt, die ausschließlich diese Sprache verstehen. In der Arbeitswelt gibt es ja diese ganz eigenen Machtgefüge. Offiziell heißt es natürlich, dass alle gleichgestellt sind, inoffiziell weiß aber jeder, dass es gewisse ungeschriebene Gesetze gibt. Tja, und manche Menschen legen sich diese Gesetze besonders gern zu ihren Gunsten aus. Vor allem dann, wenn es um das berühmt berüchtigte Thema Urlaub geht.

Denn kaum kommt das Thema Ferien zur Sprache, verwandeln sich manche Teams plötzlich in ein brodelndes, explosives Gemisch, das Lava alle Ehre machen würde. Wer darf wann weg? Wer hatte letztes Jahr schon in den Osterferien frei? Und wer hat familiäre Verpflichtungen, die natürlich deutlich wichtiger sind als die aller anderen? Besonders spannend wird es, wenn Flexibilität nur so lange geschätzt wird, wie sie eben den anderen nützt. Und wer jahrelang Rücksicht nimmt, springt und sich arrangiert, merkt manchmal erst dann, wie selbstverständlich das alles geworden ist, wenn einmal eine eigene Bitte im Raum steht. Das zeigt auch die folgende Geschichte von @randalehamster.

Immer noch unvergessen

Throwback 8 Jahre, ich hatte bereits zu meiner neuen Stelle in der IT gewechselt, ein alter Kollege von mir, Stefan (Name geändert) verblieb an der Serviceannahme. Stefan hatte kurz nach Ostern seinen 50. Geburtstag. Er wollte zur Feier dieses Ereignisses zur Stätte seiner Geburt in Süddeutschland pilgern und mit seiner Familie dort feiern.

Problem war, daß sein Geburtstag genau in die Osterwoche fiel. Und so fragte er, ob er ausnahmsweise mal in den Ferien Urlaub nehmen könne - Schließlich sei er ja sonst immer flexibel gewesen. Die Mütter-Clique war empört! Wie konnte er es wagen, so etwas auch nur zu erwähnen?!? Aber im November wär ja noch genug frei. Stefan wußte, daß er auf verlorenem Posten stand und keine Chance hatte. Also fand er sich mit seinem Schicksal ab. Er nahm übrigens den Urlaub im November.

Es ging auf Ostern zu, und einige Leute, vor allem die Damen aus der Mütter-Clique, fragten Stefan, was er denn an seinem Geburtstag machen würde? Gibt es Kuchen? Seine Antwort war, daß es sehr wohl Kuchen gäbe - Aber halt nicht für die Kolleg*innen, da er ja nun in kleinem Kreis feiern müsse, weil er zu Hause bleiben und arbeiten müsse. Die Enttäuschung war groß. Die Monate kamen und gingen, und mit ihnen kam der November. Es war ein typisch naßkalter Spätherbst.

Die Lage auf der Arbeit war zu diesem Zeitpunkt aufgrund einer massiven Störung sehr stressig, und es wurde gefragt, ob Stefan seinen Urlaub verschieben könne? Die Antwort war ein klares: "Nein. Es sei denn, das Unternehmen ist bereit, die Kosten für den bereits gebuchten Urlaub von mir und meinen Verwandten zu übernehmen, da die Stornofrist bereits abgelaufen ist. Das würde sich auf ca. 12.000 Euro summieren." Sooo wichtig war es dann wohl doch wieder nicht.

Und hier kommt Stefans grausame Rache: Während wir im Büro Überstunden wie bescheuert gekloppt haben, um der Situation Herr zu werden und sogar extern Zeitarbeiter eingestellt wurden, hat Stefan täglich in die Teaminterne Whatsapp-Gruppe seine Urlaubsfotos aus Curacao gepostet, wo er mit seiner Family den Geburtstag nachfeierte, statt wie ursprünglich geplant zu Ostern in Schwaben.

randalehamster 30.03.2026 Zudem zeigte er sich ab diesem Zeitpunkt auch ausgesprochen unflexibel, wenn es um die Urlaubsplanung ging. Er nahm zwar immer außerhalb der Ferien, blockierte aber dennoch gern drei Wochen im Spätsommer, wie es sein Recht war.

Kommentare und Reaktionen:

Sagen wir es mal so: Manche Lektionen lernt man im Berufsleben nicht in Meetings, sondern eben bei der Urlaubsplanung. Umso gespannter sind wir, was ihr zu Stefans legendärer Reaktion sagt. Und auch die Kommentare haben dazu natürlich einiges zu bieten.

Stefan auf die Eins

Stefan hat es genau richtig gemacht! 💪

Rücksicht ist eben keine Einbahnstraße

chao5qu33n 30.03.2026 Go Stefan 🥳 hätte ich auch so gemacht. Bin ja ein riesen Fan von "man kann über alles reden!" hab selbst 2 Kinder und nehme daher bevorzugt in den Ferien Urlaub, aber bisher haben wir es immer so gedreht bekommen, dass alle zufrieden waren mit der Urlaubsplanung

Rache ist süß

Auch Nichteltern haben das Recht auf Urlaub in den Ferien. Ich wäre bei so einem Verhalten auch ganz "plötzlich" unflexibel... ...und nebenbei feier ich dass Stefan Urlaubsbilder gepostet hat, während alles im Chaos unterging.

Ehrenchef

Ich habe das auch anders erlebt, ich hatte meinen Urlaub schon verplant, hatte aber noch 3 flexible tage. Irgendwann erreichte mich dann die Nachricht, dass ein guter Freund gestorben war und sprach Kolleg*innen an, ob wir (laut monats dienstplan hätte ich arbeiten müssen) ob jemand bereit wäre, mit mir zu tauschen, da ich gerne zur Beerdigung wollte. Kollegen stellten sich natürlich quer, da ja Ferien sind usw. Ich bin dann zum Chef, schilderte ihm auch, auch die Reaktionen, was macht er?
Gibt mir nicht nur einen freien Tag, sondern gleich das Wochenende vorher als Überstunden Ausgleich, da ich immer da war, wenn hilfe benötigt wurde.

Klingt sehr fair

So machst du es richtig, Stefan Wenn sie unflexibel zu dir sind wegen 1x Urlaub in den Osterferien zu deinem 50., dann sei auch sonst unflexibel Und das Karma lacht die Mutti Clique dafür aus

Kann man sich nicht ausdenken

Hatte ich mal vor ewigen Zeiten. Bin Kinderlos. N Kollege gemault warum ich in den Sommerferien Urlab nehme. Tja, ich war Jugendgruppenleiter und hab ihm angeboten dass dann die 10.tägige Freizeit für seine Kids ausfällt.....

Genau so nämlich

Wie man in den Wald hinein ruft…
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