Warum sorgenfreies Feiern ein Männerprivileg ist

luismolinero, Adobe Stock / Twitterperlen mit KI

Was gibt es Schöneres, als einfach mal so richtig feiern zu gehen? Den Kopf komplett ausschalten, sich von der guten Musik in andere Universen treiben lassen und sich die Sorgen von der Seele tanzen. Auch, wenn man am nächsten Morgen vielleicht einen kleinen Kater als Haustier hat, hallt das Gefühl von Freiheit und Schwerelosigkeit noch nach. So ein Reset ab und an tut Körper und Seele gut. Es könnte alles so schön sein. Aber gerade als Frau kann man dann doch nicht immer mit gutem Gewissen so unbeschwert feiern.

Traurigerweise hat fast jede schon einmal eine Situation miterlebt, in der jemandem K.o.-Tropfen ins Getränk gemischt wurden und der Abend ganz anders endete, als man sich das vorgestellt hatte. Jede Frau kriegt eingetrichtert, offene Getränke stets im Blick zu behalten. Was muss es entspannt sein, als Mann feiern zu gehen und sich um solche Dinge keinerlei Sorgen zu machen. Ein Freund von Threads-Userin @hedy_mae_schreibt wurde mit dieser Realität auf einer Beachparty konfrontiert. Wir haben die ganze Geschichte und die besten Reaktionen aus der Community für euch.

Ein Mann aus meinem Umfeld war auf einer privaten Party, auf der sich nicht alle kannten. Alle tanzten barfuß, weil es eine Beachparty war und Sand aufgeschüttet worden war. Er fand im Sand zwei Glasscherben und legte sie an den äußersten Rand der Bühne, sodass niemand hineintreten konnte. Kurz darauf kam eine Frau auf ihn zu und fragte ihn, ob er etwas in ihr Glas getan habe.

Sie hatte gesehen, dass er sich in der Nähe der Bühne aufhielt, wo ihr Weinglas stand, und dass er etwas zwischen den Fingerspitzen hielt. Anstatt sich angegriffen zu fühlen, zeigte er Verständnis für ihre Sorge. Er erzählte ihr von den Glasscherben, zeigte sie ihr und sagte: „Ich verstehe, dass du dein Getränk jetzt nicht mehr trinkst." Ich finde, das ist eine gute und angemessene Reaktion.

Keine Rechtfertigung, kein „Aber", kein persönliches Gekränktsein, sondern Akzeptanz und Verständnis für ihre Situation. Er hat ihre Vorsicht nicht als Vorwurf gegen seine Person interpretiert, sondern als nachvollziehbare Schutzreaktion.

Chapeau dafür

ich finde es super mutig, dass sie sich getraut hat, das anzusprechen! und seine reaktion ist natürlich auch toll!

Fragen kann man doch, oder?

Sorry, das war keine nachvollziehbare Schutzrealrion sondern völlig übergriffig! Toll, wie er reagiert hat, trotzdem von ihr ein NoGo

Gerne!

Solche Threads helfen mir als Mann jeden Tag, mein Verhalten zu reflektieren. Danke.

Da steckt etwas Wahres drin

Wenn er was ins Glas gegeben hätte, dann hätter er bestimmt ganz sicher „Ja“ gesagt... zu fragen ist echt absurd.

Word!

Finde sowohl sie, als auch ihn in dieser Situation grossartig!

Point taken

Eine starke Reaktion von ihr auf seine Erklärung wäre es gewesen, ihm für sein umsichtiges Verhalten zu danken und ihn um Verzeihung für die falsche Verdächtigung zu bitten. Es war ok, ihn zu fragen. Er hat super reagiert. Mit einem „danke, dass du so umsichtig gehandelt hast", hätte auch sie Größe bewiesen.

Wie seht ihr das?

Puh finde das sehr schwer.. Klar will sie sich schützen, andererseits hat sie ihm ins Gesicht gesagt das sie ihn für einen Verbrecher hält der nichts Gutes im Sinn hat finde es super das er ihr ruhig erklärt hat und die Glasscherben gezeigt hat und auch das er versteht warum sie im ersten Moment so dachte. Allerdings ist es von ihrer Seite halt schon mies...

Know your limits!

Ja es ist wichtig auf die eigenen Getränke aufzupassen, aber das Risiko von k.o. Tropfen wird massiv überschätzt und das Risiko von Alkohol unterschätzt. Die meisten Personen, die vermuten k.o. Tropfen konsumiert zu haben, hatten tatsächlich einfach bedenklich hohe Konzentrationen Alkohol im Blut [H. Hughes et al: „A study of patients presenting to an emergency department having had a “spiked drink”“]. Deswegen sollte man nicht sein Getränk offen stehen lassen - aber sich trotzdem daran
erinnern, dass das größte Risiko am eigenen Getränk der eigene Alkohol ist, der den Konsumenten wehrlos macht, für Gedächtnislücken sorgen kann, kurz um all das tut, was k.o. Tropfen tun.

Auch eine Lösung

Ich hätte mir einfach ein neues Getränk geholt. Ihn zu fragen, ob er etwas ins Glas getan hat, hätte ich mich nicht getraut.

Finde den Fehler

Was für ne Scheiße, dass wir das gut finden müssen, dass er so reagiert hat.

Aber jemanden konfrontieren kann man doch trotzdem?

Seine Reaktion fand ich wirklich bemerkenswert -ruhig, empathisch und respektvoll. Gleichzeitig beweist so eine Reaktion natürlich weder Schuld noch Unschuld. Was ich allerdings nicht gut find, ist die direkte Verdächtigung. Wenn ich den ernsthaften Verdacht hätte, dass jemand etwas in mein Getränk getan hat, würde ich es entsorgen und mir ein neues holen, statt auf eine Erklärung zu vertrauen!

Wie wär's mit einer Durchsage?

Die Reaktionen waren zwar ok, aber hat niemand den Ursprung der 2 Glasscherben interessiert? Ich hätte da bedenken daß noch mehr Glas irgendwo liegt. Und bevor jemand Reintritt erstmal Veranstalter oder Leute generell gewarnt.
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