Erst war ich beleidigt – doch dann dämmerte es mir

Ausdrucksstarke Collage zum Thema Sicherheit beim Feiern und weibliche Schutzmechanismen: Auf der linken Seite steht eine ernst und besorgt blickende Frau in Schwarz-Weiß, die schützend ein Glas Wasser in der Hand hält. Sie trägt ein leuchtend blaues Oberteil. Auf der rechten Seite steht ein Mann in Schwarz-Weiß, der sich sichtlich ahnungslos und verwirrt am Hinterkopf kratzt. Er trägt ein knalliges orange-braun kariertes Hemd. Weiße Fragezeichen-Icons und das Pop-Art-Motiv vor einem markanten blau-violetten Wellen-Hintergrund visualisieren pointiert das ständige "weibliche Wachsamkeits-Gen", den instinktiven Schutz vor K.-o.-Tropfen und den krassen Kontrast zum völlig unbeschwerten männlichen Ausgeh-Erlebnis.
Drobot Dean, Adobe Stock / Twitterperlen Illustration

Firmenfeiern sind doch eigentlich dafür da, mal kurz den Arbeitsmodus abzulegen. Der Abend ist gefüllt mit ein bisschen lockerem Smalltalk,, der ein oder andere Kollege hat vielleicht einen Drink zu viel intus und es passieren amüsante Geschichten, über die man am nächsten Tag kollektiv schweigt. Oder witzelt. Je nachdem. So weit, so normal. Für ein paar Stunden dreht sich im Büro plötzlich mal kein Gespräch um To-do-Listen oder Deadlines und man stellt außerdem fest, dass die Kollegen eigentlich doch ganz nett sind.

Doch nicht alle sind unbeschwert locker. Denn während die einen einfach unbesorgt den Abend genießen, haben andere wiederum bestimmte Fragen ständig im Hinterkopf. Da wird darauf geachtet, wer wie viel getrunken hat, wo das eigene Glas steht oder auf wen man lieber ein Auge hat. Das kommt euch nicht bekannt vor? Nun ja, vielleicht ist das eher so ein Frauen-Ding, dass man aufeinander achtet. Da wird schon eher mal ein Getränk im Blick behalten, jemand nach Hause begleitet oder eben darauf geachtet, dass es einer Freundin noch gut geht. Nicht zwingend, weil man übervorsichtig sein will oder ein Kontrollfreak ist, sondern weil es leider genug Gründe gibt, wachsam zu bleiben. Manche Situationen wirken von außen vielleicht übertrieben oder sogar unnötig. Doch eigentlich steckt dahinter kein Misstrauen gegenüber einzelnen Personen, sondern ein Schutzmechanismus, der sich über Jahre entwickelt hat, wie auch die folgende Anekdote von @amano_1709 zeigt.

Was ist eigentlich passiert?

Flashback an eine Firmenweihnachtsfeier. Eine Kollegin hat‘s echt übertrieben und war gar nicht mehr gut drauf. Auf meine Frage, ob sie ein Wasser möchte, sagte sie „ja“ und ich lief los eins zu holen. Kam damit zurück, wollte es ihr geben, da nahm es eine andere Kollegin mir aus der Hand und roch erst dran. Dann gab sie es ihr. Und im ersten Moment war ich innerlich beleidigt und dachte mir was das soll. Sind doch unter Kollegen und ich absolut keine Gefahr. Aber abends im Bett dämmerte es

mir dann: klar musste das gemacht werden. Nicht wegen mir persönlich, sondern wegen Männern. Weil es welche gibt, die selbst vor Kolleginnen keinen Halt machen und wahrscheinlich bei einer offensichtlich zu stark betrunkenen sogar ne Chance sehen. Und das ist traurig, kotzt mich an und dürfte nicht sein. Frauen sollten keine Angst haben müssen.

Kommentare und Reaktionen:

Die Reaktion der Kollegin war überhaupt nicht unverschämt gemeint. Was auf den ersten Blick wie Misstrauen oder böse Unterstellungen wirkt, ist eigentlich nur ein Akt der Fürsorge. Und die zeigt man lieber einmal zu viel als einmal zu wenig. Das sehen auch die anderen Userinnen und User so.

Dabei will man doch eigentlich einfach nur Spaß haben

Als meine Tochter angefangen hat feiern zu gehen, habe ich ihr ein paar Dinge mit an die Hand gegeben. 1. Wenn möglich, nimm Getränke in Flaschen, und immer nen Daumen oben drauf. 2. Wenn du tanzen gehst, trink aus, oder nimm das Getränk mit. 3. Lass dir kein Getränk mitbringen. Traurig dass es nötig ist.

Worst case Szenario

Einer ehemaligen Freundin von mir ist genau das Szenario passiert. Was getrunken auf der Weihnachtsfeier, zwei Kollegen mit denen sie ganz dicke war (beide übrigens vergeben, einer Ehemann und Vater) haben ihr KO Tropfen gegeben und sie dann nach Hause gebracht, weil sie einen volltrunkenen Eindruck machte und ja, den Rest kann man sich denken.

Viel Liebe auch von uns

Bei ner Freundin hat niemand das Getränk kontrolliert. Sie hatte auch nen lustigen Abend mit ihrem Chef auf der Weihnachtsfeier. Bis der Abend dann nicht mehr lustig war für sie. Ich verstehe, dass du angesäuert warst. Aber viel Liebe dafür, dass du es nachträglich reflektiert hast und vor allem verstanden hast warum Frauen so oft so vorsichtig sind. ❤️

Was eine wilde Story

Hab das mal in ner Disco mitbekommen,hab das mädel damit konfrontiert, meine Kumpels haben sich um die beiden Kerle gekümmert und ich hab das mädel nach Hause gefahren. Ihr Vater hat das in den falschen Hals bekommen, mir die Nase gebrochen und danach den Rettungsdienst für die Tochter gerufen. Bin nach der Aktion ins kh gefahren, Nase richten lassen… war fertig wollte da raus und da standen Vater und Mutter vor mir,haben sich entschuldigt und bedankt. Mit dem Vater bin ich seitdem befreundet 😂

Amen!

Und genau das liebe disappointments ist ein wahrer Mann, der sein Ego zur Seite gepackt hat und die Sache verstanden hat 👏🏻

Oh man …

primakochen 5 Tage Ich war einigermaßen fassungslos, dass Lorazepam mittlerweile gefärbt ist. Aus Gründen.

So hat sie sich den Abend sicher nicht vorgestellt …

Meine beste Freundin hat auf der Firmenweihnachtsfeier K.O. Tropfen bekommen. Frau ist nirgendwo sicher 🤷🏽‍♀️

Da können weder noch mehr Alkohol noch K.o-Tropfen rein

Deshalb am besten in verschlossenen Flaschen (sodass sie beim Öffnen knacken) holen. Auch das leider nicht 100% safe, aber schon deutlich schwieriger.

Das kann doch nicht wahr sein …

Mein Mann meint, Gläser sind dafür nicht mal nötig. Er hat erlebt, wie man Frauen Plättchen in den Mund geschnippt hat, als sie geredet haben. Nein, das merkt man nicht offensichtlich, weil es sofort zerfließt. Also Mädels schön vorsichtig sein. Ggf. hinter vorgehaltener Hand sprechen, auch wenns doof aussieht.
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