Ok Boomer, verratet mal eure Geheimnisse

Überforderter Vater im Pop-Art-Stil, der ein kleines Kind auf dem Arm hält und skeptisch blickt. Die Illustration thematisiert den modernen Druck zwischen Kindererziehung, Haushalt und den hohen Erwartungen älterer Generationen.
the faces, Adobe Stock / Twitterperlen mit KI

Es gibt diese nostalgischen Erzählungen von früher, die zuverlässig auf Familienfeiern oder in Kommentarspalten auf sozialen Plattformen auftauchen. Früher, da war alles irgendwie … ordentlicher. Die Wohnungen (trotz Kindern) immer sauber und aufgeräumt, die Böden wie geleckt, die Fenster klar. Und das alles, obwohl die Menschen damals angeblich Vollzeit gearbeitet, mehrere Kinder großgezogen und zwischendurch auch noch selbst Brot gebacken haben.

Heute dagegen reicht ein einziger Nachmittag mit Haushalt, Arbeit, Tieren und Nachwuchs, und die Wohnung sieht aus, als hätte ein mittelgroßer Wirbelsturm kurz Hallo gesagt. Und dann steht man da total ausgelaugt zwischen Bauklötzen, einzelnen Socken und vereinzeltem Geschirr, das seinen Weg noch nicht zurück in die Küche gefunden hat, und fragt sich, ob man vielleicht selbst das Problem ist. Denn der Druck, alles gleichzeitig richtig zu machen, ist heutzutage tatsächlich real. Man muss aufräumen, erziehen, arbeiten, präsent sein und darf dabei bitte auf keinen Fall schreien oder verzweifeln und soll am besten noch stets lächeln. Kein Wunder also, dass manche sich fragen, wie andere Generationen das eigentlich hinbekommen haben. Darunter auch Threads-Userin @ettka_, die im Netz einfach mal nachgefragt hat. Aber lest einfach selbst!

Ok Boomer, sagt mal, wie habt ihr das gemacht? Wie habt ihr es geschafft, dass eure Wohnungen und Häuser früher wie geleckt aussahen während ihr Jobs, Babys und Kleinkinder geschaukelt habt? Wir sind zu viert (2 Kinder) - keine weitere Hilfe. Bildschirmzeit 5-10 Minuten am Tag, lassen die Kinder nicht schreien. Verratet meiner Generation mal eure Geheimnisse, wir suchen nämlich unseren Fehler, finden ihn aber nicht! 1 / 2
Alle anderen dürfen auch kommentieren, wenn sie wissen, woran es liegt! 2 / 2

Sollte man meinen

lutzman69 5 Tage Die Antwort ist ganz einfach! Wenn ihr euch um die Kids kümmert, also so richtig mit spielen, vorlesen, rausgehen und ihnen die Welt zeigt, dann KANN die Bude nicht wie geleckt aussehen. Also scheint ihr prima Eltern zu sein 👍 Lieber ein glückliches Kind als eine auf Hochglanz polierte Wohnung 😊

Richtig so!

Geheimnis meiner Mutter: Kinder ins Kinderzimmer sperren und Haushalt einfach machen. Schreien gelassen wurden wir selbstverständlich auch. So schafft man einen sauberen Haushalt. Ich kümmere mich dann doch lieber um die Kinder und lass den Haushalt etwas unordentlich.

Putzen kann man immer, die Zeit mit den Kids kriegt man nicht zurück

Meine Mutter sagte mal, ich hätte mit euch drei Kindern mehr spielen sollen, als zu putzen.

True

Die Kombination aus zwei Faktoren, denke ich: Die Mütter waren zum einen oft Vollzeit-Hausfrauen. Zum anderen war es nicht ungewöhnlich, Kinder für herumliegendes Spielzeug, versehentlich umgekippte Becher, Krümel auf der Couch oder zu hohe Lautstärke zu bestrafen. Viele meiner Schulkameraden waren Kinderzimmer-Kinder und das Spielen in Wohnzimmer, Küche etc. tabu.

Good Point!

Es ware auch von allem weniger da. Weniger Spielzeug, weniger Klamotten und Schuhe im Flur. Weniger Kosmetika, und Kinderzeugs im Bad. Grundsortiment in der Küche, wie Kaffemaschine und Mixer ect. Es wurde einfach viel weniger konsumiert wie heute und dazu gab’s noch die gute alte Schrankwand, das Stauraumwunder mit Barfach.

Früher war nicht alles besser

(DDR)Wir wurden nicht bespielt - wir wurden versorgt. Ein schreiendes Baby wurde ins andere Zimmer geschoben, wenn man nervte oder diskutieren wollte, hieß es: In dein Zimmer! Wir waren draußen und niemand wusste, wo wir waren. Wir haben auf unsere Geschwister aufgepasst und Aufgaben im Haushalt erledigt. Ich bin einkaufen gegangen und habe abends die Schulhefte meiner Mutter korrigiert. Unsere Eltern waren jung und wurden von einer traumatisierten Nachkriegselternschaft erzogen.

Kommt euch das bekannt vor?

suse.ra.geschichten 5 Tage Wie kommst du darauf, dass immer alles geleckt aussah? Früher wurde eher zur Selbständigkeit erzogen (im Haushalt helfen war normal), die Nachbarn haben gegenseitig auf die Kids aufgepasst, die durften auch mehr raus, mit den Nachbarskindern spielen (es war nicht so gefährlich, wie heute). Und es gab nicht so viele Freizeitangebote, zu denen die Kids chauffiert werden mussten. Bei kleinen Kindern wars schon anstrengend, aber dafür waren auch Freunde da, die unterstützt haben. Zusammenhalt wars!

Wen interessiert schon, wie sauber die Wohnung ist?

Was hilft: Robuste Oberflächen, auf denen man nicht jeden Krümel sieht. Ein Mann, der nicht "seiner Frau beim Haushalt hilft", sondern "sich um seinen Haushalt kümmert" - also echt echte Arbeitsteilung. Freunden sagen, wie sympathisch man es findet, wenn bei ihnen mittags noch das Nutella auf dem Tisch steht, und möglichst viel mit solchen Leuten zu tun haben. Und ansonsten Mut zur Lücke. Die Kinder sind jede Minute wert, die du mit ihnen verbringst.

Jeder macht seine eigenen Regeln

Meine Frau und ich haben da nie drauf geachtet. Zuerst die Kinder dann wir, dann irgendwann die Wohnung. Hat unseren Eltern hat das nicht gefallen, manche schauen seltsam. Egal. Unser Haus, unsere Regeln. Und wir sind Boomer (JG 67) und haben 4 Kinder

Überall lagen Ideen rum <3

Bei meinen Eltern sah es meistens eher nicht aus wie geleckt, sondern wie ein Haushalt voller Leben. Wir haben viel gespielt, gemalt, gebacken - überall lagen Ideen rum. Es war eine wunderschöne Kindheit und das ist es, was mich tröstet, wenn ich meinen einst gut geführten Haushalt nun sehe. 🥲

Alles also eine Frage der Prioritäten

Eigentlich recht logisch. Eine Seite muss immer leiden. Wenn nicht der Haushalt leidet, leiden die Kinder und man selbst vermutlich auch, weil man sich nicht richtig um sich kümmert. Wenn man sich aber nur um die Kinder kümmert, leidet wieder ein anderer Punkt. Und so weiter. Meine Antwort: die Prioritäten wurden damals wohl anders gesetzt.

Aber auch die muss man sich erst mal leisten können …

_gwandl_ 5 Tage Boomer: Einfach nicht um die Kinder kümmern, sie müssen sich selber beschäftigen. Außer man unternimmt was draußen (dann wirds drinnen auch nicht dreckig). Ich hatte allerdings auch andere Prioritäten 😅, zu Lasten des Haushalts. Ansonsten ist eine Reinigungshilfe ein Segen für ne regelmäßige Grundsauberkeit.

Oh weh …

Meine Eltern hatten super viel Hilfe von den Großeltern und meine Mutter hat sich trotzdem noch in nen Burnout gearbeitet 🫠meiner Oma konnte es auch nie ordentlich genug sein und meine Mutter stresst sich bis heute maximal, wenn sich Besuch ankündigt.
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