Nervige Teenager und wo sie zu finden sind

Olena, Adobe Stock / KI / Twitterperlen Illustrations

Als Mama durchläuft man wahrscheinlich automatisch eine Evolution des Elternseins. Wenn es meine Variante als T-Shirt gäbe, wäre am Anfang der Affe und am Ende einfach eine Teenager-Mutter, die mit einem Glas Spätburgunder dasitzt und ihr Leben im Auge des Sturms chillt. Dazwischen verschiedene Stadien einer sich aufopfernden und vollständig bedürfnislosen Mama, deren Leben einzig und allein um anderer Leute Befindlichkeiten trabantiert. Wäsche für alle – check. Essen nach den Vorstellungen der Kinder – check. Urlaub auf den ich null Komma null Bock habe – check. Überstunden für den Chef – check.

Seit meine Kinder sich dem Teenageralter nähern, habe ich jedoch dazugelernt. Sie sind groß oder zumindest groß genug, um sich aus Aufgaben zu winden wie ein Aal, sie können sprechen oder Laute ausstoßen und sich in der allergrößten Not auch selbst die Schnürsenkel zubinden. Mama braucht ihnen nun nicht mehr Äpfel zu schnippeln, nein, Mama muss ihnen nun etwas anderes zeigen: Wie man sich nicht selbst aufgibt und einfach mal das tut, was für einen selbst das Beste ist. Weitere Überlebenstipps bekommt ihr in den folgenden Anekdoten über die Pubertät.

Red ich halt mit der Wand

"Hol doch kurz Brötchen!" - "Gehst du mit uns spazieren?" - "Erzähl, wie wars in der Schule?" - Nach ca einem halben Jahr Pubertät wäre ich dann durch damit, danke! Wir können gleich zu dem Teil übergehen, wo das Kind wieder sprechen kann ohne zu grunzen!

Lasagne gegen Wäsche

„Hier wird man dauernd kritisiert!" „Ich hab nur gesagt,dass nasse Handtücher nicht auf den Boden gehören" Er hat sich daraufhin in sein Zimmer zurückgezogen,kam nach 1 h wieder raus, als hätte er auf einer einsamen Bergspitze zu sich selbst gefunden: „Ist noch Lasagne da?"

Wenigstens ehrlich

Der Sohn will heute zu einer Party. Mal wieder. Ich frage ihn. "Wie sieht es eigentlich mit Drogen in deinem Freundeskreis aus?" "Sieht gut aus. Sohn abzugeben.

Ok, wow

„Du kannst das direkt noch mit in die Waschmaschine stecken und sie anstellen. Ich helfe dir, wenn du Fragen hast." 14jähriger: „Wo ist die Waschmaschine?" Okay, ich hatte nicht erwartet, dass die Fragen SO grundsätzlich sein werden.

Ob er überleben wird?

Teenie (auf der Küche, rufend): hier brennt was. Ich (aufspringend) : WAS? Teenie: Also brennt nicht wirklich, es raucht sehr heftig... Gemeint war Wasserdampf, mein Nudelwasser kochte.

Sind sie in Wahrheit Gremlins?

Habe gerade 6 Kilo Ratatouille eingefroren und just als ich fertig war, kommt der Kobold runter und meckert: "Wo ist denn der kleine Rest (!) von gestern, den wollte ich frühstücken?!" [Puh. Das war knapp.]

Man riecht sie, bevor man sie sieht

Ich werde ein Sprühdeo mit Mengenbegrenzung und Zeitschaltuhr entwickeln, so dass sich Teenager nicht mehr die halbe Dose auf einmal draufsprühen können. ICH WERDE REICH!!! *röchelnd gesendet*

Die verbotene Klimaanlage

Habe dem Teenager etwas verboten und genieße jetzt den kühlenden Wind, den er mit dem Knallen von Türen erzeugt.

Bisschen süß

Der Kobold nervt seine Schwester stündlich per WhatsApp damit, dass sie ihn auch nachts jederzeit anrufen kann, er würde sie immer abholen. Egal wann, egal von wo. Jetzt schreibt sie mir, ich soll ihn abstellen, sie versucht zu feiern. [Mein Herz ist voll.

Mutig ist er ja

Hexenschuss lässt grüßen. Oder wie Junior sagt: "Die sind aber nicht sehr treffsicher, wenn sie auf ihre eigenen Leute schießen. Aber da passt du ja prima rein, so treffsicher wie du bist." *Teenager zu verschenken.

Das wird toll

Die 15jährige kam gestern Abend in meiner Abwesenheit pünktlich (!) heim und hat von alleine die Spülmaschine ausgeräumt UND eingeräumt Bestimmt erzählt sie mir heute, dass sie schwanger oder drogenabhängig ist

Wann ist er nur auf die schiefe Bahn geraten?

Ich: Wir müssen über heute Nacht sprechen. Sohn: Was meinst du? Ich: Du hast mir geschrieben, du bist um 2:30 Uhr zurück und warst 2:11 Uhr zu Hause. Sohn: Ehm ...Ja? Ich: Fast 20 Minuten VOR der Zeit! So habe ich Dich nicht erzogen! Dorfkinder Millenials und ihre Stadtkinder.

Recht hat sie

Mein Sohn hat oft Besuch von seinen Freunden. Alle duzen mich und ich finde das völlig in Ordnung. Ehrlich gesagt würde ich es sogar ziemlich komisch finden, von ihnen gesiezt zu werden. Das passt einfach nicht zu mir. Neulich hat das einer meiner Freunde mitbekommen und sich ganz entrüstet darüber aufgeregt. Das sei doch absolut respektlos. Ich habe darauf nur geantwortet: Weißt du, Respekt hat viele Seiten. Wenn ich einkaufen war, kommen sie mir entgegen und tragen meine Taschen hoch.
Wenn irgendwo Müll steht und sie rausgehen, nehmen sie ihn selbstverständlich mit runter. Wenn sie sich etwas Süßes holen, bringen sie mir immer etwas mit. Und wenn sie zusammen essen oder die Küche verwüsten, räumen sie hinterher alles wieder auf. Ich finde, das ist ziemlich respektvoll. Respekt zeigt sich für mich nicht darin, ob jemand „Sie" oder „du" sagt, sondern darin, wie man miteinander umgeht. Danach war er still.
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